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Verkehr : Schläfrigkeit vergleichbar mit Alkohol am Steuer

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Müdigkeit am Steuer ist gefährlich. So gefährlich, als hätte der Betroffene getrunken - und nicht gerade wenig. Schon ein paar Stunden weniger Schlaf pro Nacht erhöht das Unfallrisiko.

Müdigkeit am Steuer ist Wissenschaftlern zufolge ähnlich gefährlich wie Alkohol im Straßenverkehr. 17 Stunden ohne Schlaf seien vergleichbar mit 0,5 Promille Alkohol im Blut und 24 Stunden mit 1,0 Promille, erläutert die Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM) in Schwalmstadt-Treysa.

Was das bedeutet, erklärt Sven Rademacher vom Deutschen Verkehrssicherheitsrat (DVR) in Bonn. Demnach vermindert sich bei 0,5 Promille die Sehleistung schon um 15 Prozent und Geschwindigkeiten werden falsch eingeschätzt. Bei 1,0 Promille spreche man schon vom Rauschzustand.

Der DGSM zufolge sind 20 Prozent der Unfälle im Straßenverkehr auf Schläfrigkeit zurückzuführen. Die meisten dieser Unfälle passieren zwischen 2 und 6 Uhr und zwischen 14 und 16 Uhr. Beim nächtlichen Autofahren erhöhe sich das Unfallrisiko um das fünf- bis sechsfache, so die DGSM - allein deshalb, weil das Gehirn aufs Schlafen eingestellt und die Person deshalb weniger wach sei.

Auch zu kurzer Schlaf erhöht das Unfallrisiko: Es steigt laut der DGSM um das 1,8-fache, wenn der Betroffene statt der empfohlenen acht Stunden pro Nacht nur sechs oder sieben Stunden schläft. Wer nur fünf Stunden schläft, erhöhe das Risiko sogar um das 4,5-fache.

Wer bemerkt, dass er beim Fahren müde wird, dem rät Marc Raschke vom DGSM, dass er einen Rastplatz ansteuert, einen Kaffee trinkt und sich dann im Auto eine Viertelstunde schlafen legt. «Das Koffein wirkt erst nach 30 Minuten», sagt er. Und durch den kurzfristigen Schlaf habe man eine gewissen Erholung. Nur einen Kaffee zu trinken und ohne Pause weiterzufahren, bringe nichts - denn so simpel es klinge: Nur Schlaf helfe effektiv gegen Müdigkeit, sagt Raschke.

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erstellt am 11.Okt.2013 | 13:16 Uhr

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