Schnell reagieren bei Aquaplaning : Rutschige Angelegenheit - wie Autofahrer bei Regen in der Spur bleiben

<p>Fährt ein Autofahrer dem Wetter angepasst, passiert es nicht selten, dass er überholt oder sogar bedrängt wird. Hierbei sollte man sich aber nicht beirren lassen, sondern selbstbewusst zu seinen Vorsichtsmaßnahmen stehen.</p>

Fährt ein Autofahrer dem Wetter angepasst, passiert es nicht selten, dass er überholt oder sogar bedrängt wird. Hierbei sollte man sich aber nicht beirren lassen, sondern selbstbewusst zu seinen Vorsichtsmaßnahmen stehen.

Bei starkem Regen bilden sich auf der Fahrbahn schnell Pfützen, die für Autofahrer eine Gefahr darstellen. Viele Fahrer reagieren hektisch, wenn ihr Fahrzeug die Bodenhaftung verliert. Doch es gilt: Ruhe bewahren.

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21. Juni 2018, 04:03 Uhr

Sammelt sich das Wasser auf der Fahrbahn, kann die Autofahrt auf der Autobahn, Landstraße oder innerorts schnell zu einer unkontrollierbaren Rutschpartie werden. „Spurrillen sind bei Regen besonders tückisch“, weiß Eberhard Lang von Tüv Süd. Denn wenn sich das Wasser hier sammelt, werden sie zu kleinen Seen, in denen die Tiefe nicht mehr nur ein paar Millimeter beträgt, sondern auf einmal mehrere Zentimeter. Ob der Wasserstand in den Wasserrinnen für das Fahrzeug gefährlich werden kann, lässt sich an dem vorausfahrenden Auto erkennen: Schließt sich die Wasseroberfläche direkt wieder, nachdem die Reifen das Wasser geteilt haben, ist das ein Zeichen für einen tiefen Wasserstand und es ist Vorsicht geboten! Zieht der Vordermann oder die Vorderfrau eine Schaumspur hinter dem Wagen her, ist das wiederum ein Zeichen für einen Schmierfilm, der durch lange Trockenheit oder zu Beginn des einsetzenden Regens entstehen kann. 

Profiltiefe beachten
Bei starkem Regen sollte man generell langsamer unterwegs sein und sich an die Wetterverhältnisse anpassen. An der Profiltiefe lässt sich hier sogar eine Richtgeschwindigkeit ablesen, die je nach Abnutzung variieren kann. Bei neuen Sommerreifen kann man in der Regel von einer Profiltiefe von acht Millimetern ausgehen. Da acht Millimeter Wassertiefe bei Starkregen schnell erreicht sein können, sollte man deshalb nicht schneller als mit 80 km/h unterwegs sein, da es sonst passieren kann, dass der Wagen aufschwimmt. Auf drei Millimeter abgefahrene Pneus verlieren hingegen gleich schon bei 68 km/h die Bodenhaftung. Wer bis zur gesetzlichen Mindestprofiltiefe von 1,6 Millimeter mit dem Neukauf wartet, dürfte bei starker Nässe sogar maximal nur 54 km/h fahren.

<p>Autofahrer sollten nicht nur wegen der rutschigen Fahrbahn vorsichtig durch Pfützen fahren, sondern auch weil das Wasser in den Motorraum eindringen und hier Schaden anrichten kann.</p>
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Autofahrer sollten nicht nur wegen der rutschigen Fahrbahn vorsichtig durch Pfützen fahren, sondern auch weil das Wasser in den Motorraum eindringen und hier Schaden anrichten kann.

Wie kommt es zu Aquaplaning?
Mit zunehmender Geschwindigkeit und steigender Wasserhöhe schiebt sich nach und nach ein Wasserkeil unter die Reifenlauffläche, weil das Profil die enormen Wassermassen nicht mehr schnell genug aufnehmen und zu den Seiten und nach hinten abführen kann. Bis zu 25 Liter Wasser pro Sekunde müssen bei 80 km/h abgeleitet werden. In nur vier bis fünf Sekunden kommt so der Inhalt einer durchschnittlichen Badewanne zusammen. Schließlich – und schneller, als die meisten denken – reißt der sich rasch vermindernde Kontakt zur Straße völlig ab und es bleibt nur eine Schicht Wasser zwischen Reifen und der Fahrbahn bestehen. Das Fahrzeug schwimmt auf und gleitet wie ein Surfbrett auf dem Wasser.

Die Gefahr erkennen
Die Warnsignale sind eindeutig. Heftiges Wasserrauschen von unten und eine zunehmend leichtgängigere Lenkung kündigen das drohende Aufschwimmen an. Schließlich reagiert die Lenkung überhaupt nicht mehr. Bei Autos mit Frontantrieb drehen die Antriebsräder blitzartig durch, der Motor heult auf und die Tachonadel macht Sprünge. Das Fahrzeug ist außer Kontrolle geraten und der Zufall und die Physik bestimmen dann über Unfall oder weiterfährt.

<p>An Regentagen steigt das Unfallrisiko im Straßenverkehr auf das Zwei- bis Vierfache. Wer aber frühzeitig reagiert, kann den Unfall häufig vermeiden. </p>
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An Regentagen steigt das Unfallrisiko im Straßenverkehr auf das Zwei- bis Vierfache. Wer aber frühzeitig reagiert, kann den Unfall häufig vermeiden.

 

Aufmerksam bleiben
Oberstes Gebot bei Aquaplaninggefahr ist, das Tempo zu drosseln. Bei starkem Regen und Spurrillen sind oftmals schon 100 km/h deutlich zu schnell. Gleichzeitig sollte der Sicherheitsabstand verdoppelt werden. Erhöhte Aufmerksamkeit und besondere Vorausschau können bei Gefahren wertvolle Sekunden zur Verhinderung eines Unfalls schaffen. „Ein schlingernder Vordermann ist ein eindeutiges Zeichen für Aquaplaning“, sagt Lang. Ähnliches gilt, wenn ein vorausfahrendes Auto große Wasserfontänen verursacht.

Richtig reagieren
Tritt der schlimmste Fall schließlich ein und bemerkt der Fahrer das Aufschwimmen seines Autos, gilt: Ruhe bewahren und so schnell wie möglich die Geschwindigkeit verringern. Autofahrer sollten in der brenzligen Situation sogar mit voller Kraft bremsen, da das Antiblockiersystem für die optimal erzielbare Verzögerung sorgen wird. „Die so genannte Stotterbremse ist dem Antiblockiersystem weit unterlegen und nur bei Autos ohne ABS sinnvoll“, so der Tüv Süd-Fachmann weiter. Kraftvolle und hektische Lenkbewegungen sind kontraproduktiv für die Stabilität und Beherrschbarkeit des Autos. Reagiert es nicht Lenkbewegungen, gilt es zu warten, bis die Reifen wieder greifen. Unbedingt sollte vermieden werden, die Reifen eingeschlagen zu haben, während das Auto über den Wasserfilm gleitet, da es nämlich schlagartig ausbrechen wird, wenn wieder Bodenkontakt hergestellt ist.

(Mit Material von Tüv Süd)

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