Auto: Haftpflicht & Selbstbeteiligung : Probefahrt mit rechtlichen Folgen: Wer im Falle eines Unfalls haftet

<p>Die Probefahrt soll dem Käufer ein Gefühl für das Auto geben - gerade die technische Ausstattung ist meist fremd und muss erst erprobt werden. </p>

Die Probefahrt soll dem Käufer ein Gefühl für das Auto geben - gerade die technische Ausstattung ist meist fremd und muss erst erprobt werden.

Fährt man einen Pkw zum ersten Mal, können schnell Fahrfehler passieren. Wenn diese dann in einem Unfall enden, wird es ernst. Denn dies kann rechtliche und finanzielle Folgen haben.

Karen Bartel von
26. August 2018, 05:02 Uhr

Bevor man sich ein Auto kauft, ist es gang und gäbe erst einmal eine Probefahrt zu machen. Im besten Fall ist alles in Ordnung und der Kaufvertrag wird geschlossen. Doch was passiert, wenn man während der Probefahrt einen Unfall baut – haftet man selbst oder der Verkäufer? Die Experten der Arag Versicherung haben Antworten für alle Fälle.

Fall 1: Beim Autohändler

Wird direkt beim Händler eine Probefahrt unternommen, so ist das Fahrzeug – unabhängig ob Neu- oder Gebrauchtwagen – oft mit einem Vollkasko-Schutz ausgestattet. Das heißt, der Kunde muss nicht selbst für den Schaden im Falle eines Unfalls haften. Dies fällt dann auf den Verkäufer beziehungsweise dessen Versicherung zurück.

Jedoch schadet es nicht, vor der Probefahrt einmal nachzufragen, ob dieser Vollkasko-Schutz tatsächlich besteht. Denn ist dem nicht so, muss der Kunde selbst für den Schaden aufkommen. Allerdings ist es die Pflicht des Händlers, den Probefahrer zuvor auf dessen Haftung hinzuweisen. Soll der Kunde selbst haften, raten die Arag-Experten von der Probefahrt eines Autos ohne Versicherungsschutz ab.

Fall 2: Probefahrtvereinbarung

Es besteht unter Umständen auch die Möglichkeit, dass der Händler vom Kunden verlangt, eine Probefahrtvereinbarung zu unterzeichnen. Bestandteil dieser ist der Zustand des gewählten Wagens sowie die konkreten Haftungsmodalitäten. Diese umfassen häufig auch eine Selbstbeteiligung, die der Probefahrer im Schadensfall tragen muss. Oft beträgt diese Summe 2.000 Euro und darüber hinaus, sodass die Probefahrt dann zu einem teuren Vergnügen werden kann.

Fall 3: Privatverkauf

Nicht immer finden ein Autokauf und die vorherige Probefahrt bei einem Händler statt. Gerade Gebrauchtwagen werden oft privat verkauft und sollten daher zuvor ausprobiert werden. Kommt es dann zu einem Unfall, übernimmt zunächst die Versicherung des Verkäufers den Schaden. Im Zuge dessen kommt es jedoch oft zu einer Rückstufung der Schadenfreiheitsklasse und einer Selbstbeteiligung. Diese Kosten dann wiederum vom eigentlichen Fahrer, dem potentiellen Käufer, zurückerstattet zu bekommen, kann unter Umständen schwierig sein.

Für Privatverkäufer empfiehlt es sich daher, sich vorab schriftlich abzusichern, wer genau im Schadensfall haftet. Zudem sollte man bei Verkaufsabsichten zuerst einmal die Bedingungen seiner Versicherungspolice überprüfen. Denn bei manchen Kfz-Versicherungen werden bestimmte Nutzer ausgeschlossen – dies gilt gegebenenfalls auch für Probefahrten. Dann greift der eigene Versicherungsschutz nicht.

Fall 4: Grob fahrlässige Probefahrt

Wer bei einer Probefahrt grob fahrlässig einen Schaden verursacht, beispielsweise durch überhöhte Geschwindigkeit oder Alkoholeinfluss, für den darf die Versicherung des Verkäufers (Händler und Privatperson) die Zahlung verweigern. In diesem Fall sind die Schadenskosten vom Probefahrer zu tragen.
 

(Mit Material des Arag-Versicherungskonzerns)

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