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Porsche Panamera S E-Hybrid: Sportler mit Stecker

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Berlin (dpa-infocom) ? Der Porsche Panamera sucht Anschluss ? an der Steckdose: Im Sommer wird es das Flaggschiff des Stuttgarter Herstellers als Plug-in-Hybriden geben. Damit wird der Panamera zum ersten Auto einer deutschen Marke mit dieser Antriebstechnologie.

Berlin (dpa-infocom) ? Der Porsche Panamera sucht Anschluss ? an der Steckdose: Im Sommer wird es das Flaggschiff des Stuttgarter Herstellers als Plug-in-Hybriden geben. Damit wird der Panamera zum ersten Auto einer deutschen Marke mit dieser Antriebstechnologie.

Ausgerechnet eine zwei Tonnen schwere Luxuslimousine mit 306 kW/416 PS und einem Spitzentempo von 270 km/h gibt den grünen Vorreiter. Streckenweise kann er rein elektrisch fahren, und zumindest auf dem Papier verbraucht er weniger als mancher Kleinwagen. Doch der Panamera S E-Hybrid ist für 110 409 Euro ein teures Vergnügen. Immerhin fällt der Aufschlag gegenüber dem Hybrid-Vorgänger ohne Stromanschluss mit 3000 Euro relativ moderat aus.

Ein neues Fahrgefühl

Der Plug-in-Hybrid bietet ein für Porsche und für Hybrid-Experten völlig neues Fahrgefühl: Er ist flüsterleise, trotzdem flott und kein bisschen empfindlich. Musste man konventionelle Teilzeitstromer mit zartem Gasfuß bewegen, um rein elektrisch zu fahren, tritt der Panamera beherzt an. Nicht umsonst entwickelt die E-Maschine 70 kW/95 PS und stellt schon beim Start 310 Newtonmeter (Nm) bereit.

Weil der wassergekühlte Lithium-Ionen-Akku unter dem Wagenboden eine Kapazität von 9,4 statt bislang 1,7 Kilowattstunden (kWh) hat, ist die elektrische Sause auch nicht gleich wieder vorbei: Statt zwei, drei Kilometer mit Innenstadttempo schafft der neue Plug-in-Hybrid bis zu 36 Kilometer und fährt mit maximal 135 km/h auch elektrisch über die Autobahn.

Die Elektronik führt Regie

Im Normalbetrieb organisiert die Elektronik das Zusammenspiel von etablierter und elektrischer Antriebstechnik. Bei stärkerem Leistungsabruf etwa zum Überholen oder bei drohender Leere im Akku schaltet sich kaum merklich der drei Liter große V6-Benziner mit seinen 245 kW/333 PS zu. Und sobald der Wagen gelassener rollt, macht der Verbrenner wieder Pause.

Doch der Fahrer kann die Regie auch per Knopfdruck beeinflussen. Er kann im e-Modus die elektrische Reichweite maximal ausreizen. Er kann im Performance-Betrieb auf die vereinte Kraft beider Aggregate bauen und mit maximal 360 kW/413 PS und bis zu 590 Nm in 5,5 Sekunden von 0 auf 100 km/h jagen und wenig später mit maximal 270 km/h über die Autobahn fliegen. Oder er kann den e-Charger aktivieren. Dann dreht der Benziner ein bisschen höher, der Elektromotor wird zum Generator und nach bestenfalls 20 Minuten ist die Batterie wieder voll. Das kostet allerdings zusätzlichen Sprit, ist schlecht für die CO2-Bilanz und eigentlich nur dann sinnvoll, wenn man am Ende der Reise lautlos in die City oder durch sein Wohngebiet fahren will.

Mit Strom aus der Steckdose zum Saubermann

Den Panamera lädt man am besten an der Ladesäule, die Porsche kostenlos zum Auto mitliefert. Schließt man die daheim an einer Starkstromleitung an, ist der Akku nach etwa 2,5 Stunden wieder voll. Wird der Plug-in-Hybrid mit dem ebenfalls mitgelieferten Ladekabel an eine gewöhnliche Steckdose gestöpselt, dauert das «Tanken» bis zu vier Stunden. Das ist nicht ganz so bequem, aber nur so kommt man zumindest auf den ersten 100 Kilometern annähernd an jenen Verbrauch, den Porsche auf dem Prüfstand ermittelt hat. Weil dort erst der Akku leergefahren und dann Benzin verbrannt wird, reichen dem Panamera rechnerisch 3,1 Liter auf 100 Kilometer, und der CO2-Ausstoß sinkt auf 71 g/km.

Die Modellpflege des Panamera ist optisch so zurückhaltend, dass sich alt und neu nur an Details wie dem tiefer gerückten Kennzeichen und retuschierten Scheinwerfern unterscheiden lassen. Als Teilzeitstromer outet sich der Panamera nur mit seinen giftgrün lackierten Bremssätteln, den ebenso grellen Zeigern im etwas umgestalteten Cockpit, den Schriftzügen - und natürlich mit seinem Fahrgeräusch. Der Plug-in zischt leise und unauffällig davon - untypisch für einen Porsche.

Fazit: Ein faszinierender Technologieträger

Der Panamera Plug-in-Hybrid ist für die allermeisten Autofahrer unerschwinglich, und der Normverbrauch ohnehin nicht zu erreichen. Zum Klimaretter taugt der grüne Luxusliner deshalb sicher nicht, aber er lädt ein zum Reisen. Und er zeigt, dass alternative Antriebe auch Vergnügen bieten können.

Datenblatt: Porsche Panamera S E-Hybrid

Alle Daten laut Hersteller, GDV, Schwacke

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erstellt am 16.Aug.2013 | 11:33 Uhr

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