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Auto & Verkehr

16. Dezember 2017 | 10:37 Uhr

Neue Superlative unter dem Stern

vom

Mercedes-Benz präsentiert die S-Klasse in Hamburg / Stuttgarter Flaggschiff soll neue Maßstäbe bei Komfort und Sicherheit setzen / Marktstart am 20. Juli

shz.de von
erstellt am 18.Mai.2013 | 03:59 Uhr

hamburg | Nie zuvor ist ein Auto mit so viel Prunk und Getöse ins Licht der Öffentlichkeit gefahren. Die Weltpremiere der neuen S-Klasse von Mercedes-Benz auf dem Airbus-Gelände in Hamburg-Finkenwerder überbot alles Gewesene. Der Riesenvogel A380 bildete den majestätischen Hintergrund, als sich das Stuttgarter Flaggschiff im Geleit der gesamten Stern-Familie den Weg über das Flugfeld durch ein Feuerwerk bahnte. Als himmlische Ergänzung der Pyrotechnik ging ein amtliches Gewitter mit Blitz und Donner nieder.

Auf der Bühne des Auditoriums für mehr als 500 Journalisten aus aller Welt empfing Konzernchef Dr. Dieter Zetsche die Oberklasse-Limousine, der sodann Soul-Superstar Alicia Keys entstieg. Die attraktive Dame trug begleitet von den Hamburger Symphonikern zwei ihrer Welthits vor. Moderiert wurde der Ball Pompös von Judith Rakers, verköstigt wurden Medienvertreter sowie Ehrengäste wie Franz Beckenbauer und Niki Lauda gleich von fünf Starköchen, die zusammen auf zehn Michelin-Sterne kommen.

Kurzum: Ein passender Rahmen für "das beste Auto der Welt", so der Anspruch von Mercedes. Dazu passte der Auftritt von Zetsche, der trotz aller Probleme (Gewinnwarnung, Leiharbeiter-Vorwürfe) vor guter Laune sprühte. Aufgeregt wie beim Warten auf das Christkind sei er in den zwei vergangenen Wochen seit der Endabnahme der S-Klasse durch den Vorstand gewesen. "Dieses Auto ist für Mercedes-Benz, was der Hafen für Hamburg ist, die Mona Lisa für Leonardo da Vinci und Satisfaction für die Rolling Stones: das wichtigste Symbol für den Ruf des Ganzen", so Zetsche. Launig fügte er an, dass die neue S-Klasse weniger Sprit verbrauche als Keith Richards zu seinen besten Zeiten.

Dass der größte Sternenkreuzer mit hervorragenden Normwerten beim Kraftstoffkonsum glänzt, gerät angesichts der weiteren Qualitäten fast ins Hintertreffen. Märchenhaft mutet an, was die Ingenieure sonst noch ersonnen haben: "Fliegender Teppich" und Konzertsaal auf Rädern will die S-Klasse sein, Augen und Ohren haben, die Passagieren mit exquisitem Duftambiente betören und mit einer Hot-Stone-Massage verwöhnen.

Es gilt den eingestellten Maybach zu ersetzen, vor allem aber BMW 7er und Audi A8 in den Schatten stellen. Neben einer dynamischeren Karosserie mit langer Haube soll dies eine auf ein neues Niveau gehobene Inneneinrichtung schaffen. Wurzelholz, Leder, Perleffekt-Lacke sowie reichlich schimmerndes Metall schmeicheln dem Auge. Einzigartig ist das 60 Zentimeter breite Armaturen-Modul mit zwei großen Bildschirmen, über die sich Navigation, Infotainment und diverse weitere Funktionen steuern lassen.

Die üppigen Sessel können wärmen oder kühlen oder verspannte Rücken mit Massagen und punktuellen Hitzeanwendungen behandeln. Im Fond lassen sie sich in Liegen verwandeln. Internet, TV und eine High-End-Audioanlage von Burmester stehen auf der Optionsliste, außerdem eine Beduftungsanlage, die feine Aromen und ionisierte Luft verströmt.

Laut Entwicklungschef Prof. Dr. Thomas sind "Windgeräusche im Innenraum kaum noch wahrnehmbar". Mit dem Cw-Wert 0,24 sei die S-Klasse die strömungsgünstigste Luxuslimousine der Welt. Ein Anteil von 50 Prozent Leichtmetall sowie hochfeste Stähle senken das Karosserie-Gewicht um rund 100 Kilo. Zudem verwies Weber darauf, dass die S-Klasse das erste Fahrzeug ohne eine einzige Glühbirne ist. Sämtliche Lichtfunktionen werden von LEDs übernommen.

An Motoren wird es ein breites Angebot von 258 bis 630 PS geben. Die Basis bildet der S 350 Bluetec ab 79790 Euro. Dieses zunächst sparsamste Modell kommt auf einen Normverbrauch von 5,5 Liter Diesel/100 km. Ganz erstaunliche Werte kündigte Weber für bald folgende Versionen an. 4,4 Liter für den 300 Bluetec Hybrid, 3,2 Liter für den S500 Plug-in-Hybrid, der 2014 erscheint.

Fast zwei Dutzend Assistenz-Systeme setzen neue Maßstäbe bei Komfort und Sicherheit. Als erstes Auto der Welt "sieht" die S-Klasse mittels einer Stereokamera Unebenheiten der vorausliegenden Fahrbahn, daraufhin wird das Fahrwerk blitzschnell entsprechend eingestellt - der Mercedes "schwebt" über die Bodenwellen. Das System kann außerdem die Umgebung räumlich erfassen und Bewegungen von Fußgängern, Radfahrern und anderen Autos auch aus dem Querverkehr vorausberechnen, darauf reagieren und so sich selbst und andere Verkehrsteilnehmer vor Schaden bewahren. Und schließlich nimmt die S-Klasse ihrem Lenker "den uncoolen Teil" (Zetsche) des Autofahrens ab: Ein Autopilot beherrscht das Fahren im Stop-and-Go - mit Bremsen, Anfahren und sogar lenken.

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