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Mitsubishi Space Star: Die innere Größe zählt

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Berlin (dpa-infocom) - Außen klein, innen groß: nach diesem Motto schickt Mitsubishi jetzt den neuen Space Star ins Rennen. Das wendige Raumwunder erleichtert die Parkplatzsuche in jeder Großstadt. An einigen Stellen gingen die Entwickler aber wenig inspiriert vor.

shz.de von
erstellt am 31.Mai.2013 | 05:33 Uhr

Berlin (dpa-infocom) - Außen klein, innen groß: nach diesem Motto schickt Mitsubishi jetzt den neuen Space Star ins Rennen. Das wendige Raumwunder erleichtert die Parkplatzsuche in jeder Großstadt. An einigen Stellen gingen die Entwickler aber wenig inspiriert vor.

Obwohl mit seinen 3,71 Metern 20 Zentimeter kürzer als früher, ist der Fünftürer Space Star von Mitsubishi offiziell der Nachfolger des Kleinwagens Colt. Doch er trägt den Namen einer 2005 eingestellten Großraum-Limousine, und macht diesen zum Programm: Kaum ein anderes Auto in seinem Format bietet innen so viel Platz wie der Zwerg aus Fernost. Zu Preisen ab 8990 Euro kommt er in den Handel.

Mehr Platz auf weniger Raum

Erreicht hat Mitsubishi die maximale Raumausnutzung durch eine kluge Konstruktion mit großem Radstand, kleinen Motoren, einem gerade mal 35 Liter fassenden Tank sowie einer spärlichen Möblierung. So sind zum Beispiel die Sitze und die Rückbank besonders dünn gestaltet und brauchen entsprechend wenig Platz. Deshalb können bei mehr Beinfreiheit als im deutlich größeren Colt selbst im Fond auch mal Erwachsene mitfahren - auch länger als eine Viertelstunde. Dafür allerdings bieten die dünnen Polster nicht so viel Komfort und weniger Seitenhalt.

Mehr Platz bietet übrigens auch der Kofferraum: Er wächst gegenüber dem Vorgänger um 14 auf 235 Liter und lässt sich durch Umklappen der geteilten Rückbank auf 912 Liter erweitern. Die Freude über den großen Laderaum wird jedoch von der hohen Kante getrübt, über die man das Gepäck vorher wuchten muss. Und wenn man die Rücklehne umklappt, bleibt eine Stufe als Hürde beim Stapeln von Kisten und Koffern.

Leichtgewicht auch dank kleiner Motoren

Mit dem neuen Format einher geht eine dramatische Gewichtseinsparung: Gegenüber dem Colt speckt der Space Star 120 Kilo ab und wiegt ohne Extras und Fahrer nur noch 845 Kilogramm. «Keiner ist leichter», behaupten die Ingenieure und rechtfertigen damit auch den Einsatz ihrer ebenfalls neuen Schrumpfmotoren.

Sie haben nur noch drei Zylinder und werden in zwei Leistungsstufen angeboten: als 1,0-Liter mit 52 kW/71 PS oder als 1,2-Liter mit 59 kW/80 PS. Weil der Space Star mit einem cw-Wert von 0,27 auch das windschnittigste Auto in seiner Klasse ist und jenseits des Einstiegsmodells immer eine Start-Stopp-Automatik montiert wird, knausert der kleine Japaner auch beim Verbrauch: Ein Normbestwert von 4,0 Litern und ein CO2-Ausstoß von 92 g/km machen ihn auf dem Papier zum Sparmeister im Segment.

Wer jedoch mit den beiden Dreizylindern ein bisschen flotter unterwegs sein und auch mal die Höchstgeschwindigkeiten zwischen 172 und 180 km/h ausreizen will, der muss sie ordentlich drehen lassen. Und dann werden die in der Theorie so sparsamen Aggregate nicht nur lauter, sondern auch durstiger.

Zum Trost gibt es ein vernünftig abgestimmtes Fahrwerk, und Spaß hat man mit dem Space Star vor allem in der Stadt: Weil er sehr übersichtlich ist und mit 9,2 Metern den kleinsten Wendekreis in seiner Klasse hat, kurvt man flink durch den Berufsverkehr und freut sich regelrecht auf die Parkplatzsuche. Denn dieser Zwerg passt auch in die kleinste Lücke.

Auch die Preise schrumpfen

Beim Wechsel vom Colt auf den Space Star hat Mitsubishi nicht nur das Format eingedampft. Auch der Preis schmilzt gewaltig. Stand der Vorgänger zuletzt mit rund 13 000 Euro in der Liste, geht es jetzt schon bei 8990 Euro los.

Allerdings ist die Ausstattung dann sehr dürftig. Sechs Airbags sind zwar Standard. Aber neben dem Radio und dem Drehzahlmesser fehlen dann sogar die Abdeckung und die Beleuchtung im Kofferraum. Zugegeben, das ist bei vielen anderen Kleinwagen nicht anders. Aber beim Ambiente haben es die Japaner mit der Sparsamkeit zu weit getrieben.

In Zeiten, in denen alle vom Lifestyle reden und selbst die Koreaner poppig bunte Stadtflitzer bauen, darf man nicht mehr mit tristen, grauen Wüsten aus scharfkantigem Hartplastik kommen. Bordcomputer im Backwecker-Design sind genauso unzeitgemäß wie Instrumente, die an Spielzeug erinnern. Und auch beim Außendesign hätte sich Mitsubishi ein wenig mehr Lust statt Langeweile erlauben sollen.

Fazit: Moderner Ansatz und ein Ambiente von gestern

Außen klein und innen groß, handlich und wendig, dazu so leicht gebaut, dass kleine Motoren wenig verbrauchen - damit zählt der Space Star eigentlich zu den fortschrittlichsten Autos in seinem Segment und könnte es locker mit VW Up & Co. aufnehmen. Doch auch der modernste Stadtflitzer dürfte sich schwertun, wenn das Design und erst recht das Ambiente von gestern sind. Datenblatt: Mitsubishi Space Star 1.0

Alle Daten laut Hersteller, GDV, Schwacke

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