Fahrsicherheitstraining : Mit dem Auto an die Grenzen gehen

Noch kommt mein Opel Corsa ohne große Probleme zum Stehen – bei Tempo 50 sieht das auf nasser Strafe anders aus.
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Noch kommt mein Opel Corsa ohne große Probleme zum Stehen – bei Tempo 50 sieht das auf nasser Strafe anders aus.

Fahrsicherheitstraining als Gemeinschaftsaktion unserer Zeitung mit den Itzehoer Versicherungen.

shz.de von
14. Juli 2015, 08:00 Uhr

Hohenlockstedt | Es ist der Alptraum eines jeden Autofahrers: Ein Kind läuft plötzlich auf die Straße, genau vor das eigene Auto. Was tun? Auf die Bremse treten, das Lenkrad festhalten und hoffen, dass der menschliche und materielle Schaden möglichst gering bleibt. Das wäre wahrscheinlich bei den meisten der erste Gedanke. Doch das ist nicht so leicht, wie es sich anhört. Wie man sich sicher im Straßenverkehr verhält, das durften eine Gruppe von Redakteuren des Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlags (sh:z) und Mitarbeiter der Itzehoer Versicherungen auf dem ehemaligen Bundeswehr-Flugplatz Hungriger Wolf beim Fahrsicherheitstraining ausprobieren. Das Training wird am 23. August vom Verkehrsinstitut Nord (VIN) in Zusammenarbeit mit dem sh:z und den Itzehoer Versicherungen auch für unsere Leser angeboten. Sie können sich dafür zum Preis von 25 Euro anmelden.

Zurück auf dem Flugplatz: Trainer Volker Stolley wartet schon auf seine Gruppe. Bremsübungen stehen auf dem Programm. Stolley zeigt den Teilnehmern zunächst, wie lang ein Bremsweg sein kann. Das ist den meisten klar. Aber wie sieht es in der Praxis aus, auf nasser Straße? „Ihr fahrt mit Tempo 30 auf das Hindernis zu und macht dann eine Vollbremsung“, ruft er in das Walkie-Talkie, der ihn mit seiner Gruppe verbindet. Gesagt, getan. Der erste fährt an, bremst und kommt gerade noch an den Pylonen vorbei. Bei Tempo 40 sieht das anders aus, viele der Teilnehmer können dem Hindernis nicht mehr ausweichen. Und bei Tempo 50 ist Schluss: Keiner der Pylonen bleibt stehen und der Wagen lässt sich nicht mehr kontrollieren – trotz ABS. Er ruckelt und rutscht zur Seite. Auch mein Opel Corsa, der die vorherigen Aufgaben mit Bravour gemeistert hat, räumt die kleinen orangefarbenen Hütchen ab.

Was bei einer Vollbremsung noch alles passieren kann, erklärt Trainer Michael Breitling und nimmt dabei das Auto einer Teilnehmerin unter die Lupe. Er kontrolliert die Sitz- und Handposition am Lenkrad sowie die Spiegeleinstellung und weist darauf hin, dass die Warnweste immer griffbereit sein muss – am besten in der Fahrertür. Für überraschte Gesichter sorgt er, als er den Hebel des Lenkrads betätigt und es ein Stück nach vorne zieht. „Ich lerne mein Auto jetzt erstmal richtig kennen“, sagt Lars Peters, Redakteur der Husumer Nachrichten, und alle stimmen ihm zu. Danach geht es an den Kofferraum, wo Breitling den Teilnehmern zeigt, wie sie die Ladung richtig sichern können, damit im Ernstfall keine Flasche oder Schaufel durch das Auto fliegt.

Die Teilnehmer lernen an diesem Tag noch viel mehr. So müssen sie sich auch beim Einparken messen. Das klappt nicht bei allen gut. „In einer realen Situation komme ich in jede Parklücke, da hat man Orientierungspunkte“, wirft Lars Peters ein. Trainer Tim Hellfeuer zeigt der Gruppe anschließend, wie man vorausschauend fährt und in Kurven einen möglichst effektiven Radius nimmt. Das probieren Redakteure und Mitarbeiter der Itzehoer Versicherungen danach in einem Parcours aus. „Schaut immer in die Lücke und nicht auf den Pylonen“, rät er. Der Mensch würde nämlich dahin fahren, wo er hinsieht. In der ersten Runde darf jeder sein eigenes Tempo fahren, danach wird die Geschwindigkeit nach und nach erhöht. Am Ende quietschen sogar ein paar Reifen. Über das Walkie-Talkie gibt Hellfeuer Tipps, wie man zügig um die Pylonen herumfährt. Eine kurze Lenkbewegung und sofort wieder geradeaus fahren – so soll es am besten gehen. Und es geht. Wie die anderen komme ich mit meinem Corsa viel zügiger um die Kurve. „Das sieht gut aus“, lobt Hellfeuer. Nach einer weiteren Übungsfahrt durch den Parcours ist das Training zu Ende. Alle hatten sichtlich viel Spaß und haben nicht nur ihr Auto, sondern auch ihren Fahrstil besser kennen gelernt. Die Trainer sind überzeugt, dass alle Teilnehmer nun doppelt so sicher ihren Heimweg antreten.

Hier geht es zum Anmeldeformular: shz.de/fahrsicherheitstraining


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