Deutsche Bahn : Kameras in Regionalbahnen in SH kommen erst 2016

Die Videoüberwachung in Regionalbahnen kommen später.
Die Videoüberwachung in Regionalbahnen verspätet sich voraussichtlich um zwei Jahre.

Sie ist umstritten – und hat jetzt erst einmal Verspätung: Die Videoüberwachung in Zügen nach Hamburg.

shz.de von
02. Dezember 2014, 18:49 Uhr

Kiel | Das Kieler Wirtschaftsministerium hat Deutsche Bahn und Nordbahn vertraglich verpflichtet, zum Fahrplanwechsel (14. Dezember) alle Nahverkehrszüge auf den Strecken Kiel-Hamburg, Flensburg-Hamburg und Itzehoe-Hamburg mit Kameras auszurüsten. Die Aufnahmen aus den Abteilen sollen drei Tage lang gespeichert werden, um Straftäter abzuschrecken.

„Die Deutsche Bahn wird die Videotechnik erst 2016 einsetzen“, sagte gestern Dennis Fiedel, Sprecher der Landesweiten Verkehrsservicegesellschaft. Der Grund: Hersteller Bombardier hat die 16 neuen Doppelstockwagen vom Typ „Twindexx Vario“, serienmäßig mit Kameras ausgestattet, nicht rechtzeitig geliefert. Die alten Züge umrüsten will die Bahn nicht. Die Nordbahn (Itzehoe-Hamburg) liegt hingegen im Zeitplan. Sie stellt ihre 15 neuen Züge vom Typ „Flirt“ zum 14. Dezember auf die Gleise, schaltet dann auch die eingebauten Kameras ein.

Das Konzept der Überwachung ist umstritten. „Als Abgeordneter der Piraten bin ich empört“, sagt Patrick Breyer. „Die Aufzeichnung schafft lediglich eine Illusion von Sicherheit. Das rechtfertigt es nicht, Millionen rechtschaffende Bahnfahrer zu überwachen.“

Stefan Barkleit, Landesvorsitzender des Fahrgastverbandes Pro Bahn in Schleswig-Holstein: „Der Einsatz von Kameras schützt Fahrgäste und Personal.“ Gleichzeitig müsse aber der Anteil von Zugbegleitern erhöht werden.

Bislang hat das Wirtschaftsministerium die Videoaufzeichnung nur im Netz Mitte vorgeschrieben, auf den anderen Strecken gibt es keine Vorgaben. Hier können die Bahnen frei entscheiden, ob sie Kameras einsetzen.

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