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Jaguar F-Type: Comeback auf der Überholspur

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Berlin (dpa-infocom) - Jaguar meldet sich zurück. Fast 50 Jahre, nachdem die Briten mit dem E-Type einen der populärsten Sportwagen des vergangenen Jahrhunderts gebaut haben, bringen sie nun wieder einen reinrassigen Zweisitzer an den Start.

shz.de von
erstellt am 24.Mai.2013 | 11:44 Uhr

Berlin (dpa-infocom) - Jaguar meldet sich zurück. Fast 50 Jahre, nachdem die Briten mit dem E-Type einen der populärsten Sportwagen des vergangenen Jahrhunderts gebaut haben, bringen sie nun wieder einen reinrassigen Zweisitzer an den Start.

Der Jaguar Roadster kommt Ende Mai zu Preisen ab 73 400 Euro in den Handel - und nimmt die Tradition auch im Namen auf: Aus E-Type wird folgerichtig F-Type.

Retro ist nur der Name

Der Name und die Rückbesinnung auf eine Fahrmaschine ohne Schnickschnack sind allerdings die einzigen Retrozüge, die dem Sportwagen anhaften. Das klare, von wenigen Linien dominierte Design ist modern, das allein aufs Fahren konzentrierte Ambiente zeitgemäß, und die Konstruktion sogar ein wenig der Zeit voraus. Denn auch der F-Type ist wie die große Limousine XJ aus Aluminium gefertigt und mit seinen knapp 1,6 Tonnen leichter als viele Konkurrenzmodelle. Die Hauptkonkurrenten Porsche Boxster und Porsche 911 Cabrio bringen aber noch ein paar Pfunde weniger auf die Waage.

Das geringe Gewicht, welches sehr gut ausbalanciert ist, der stattliche Radstand von 2,62 Metern, die ungewöhnlich breite Spur und die direkteste Lenkung, die Jaguar bislang verbaut hat, sorgen dafür, dass man den F-Type gut in der Hand hat: Der Wagen lässt sich leicht selbst durch die engsten Kehren lenken und bleibt dabei so gut in der Spur, als fahre er auf Schienen.

Drei Motoren zur Wahl

Zwar gibt es den F-Type auch mit einem brachialen V8-Motor, der aus 5,0 Litern Hubraum 364 kW/495 PS schöpft. Und selbst den Sechszylinder kann man als S-Modell mit 279 kW/380 PS kaufen. Doch schon die Basisversion des 3,0 Liter großen V6 ist über jeden Zweifel erhaben: 250 kW/340 PS und bis zu 450 Newtonmeter Drehmoment reichen für einen Sprint von 0 auf 100 km/h in 5,3 Sekunden sowie ein Spitzentempo von 260 km/h. Das sind immerhin 10 km/h mehr als bei vielen Konkurrenten aus Deutschland, denen die Elektronik bei Tempo 250 einen Strich durch die Rechnung macht.

Mit einem Verbrauch von 9 Litern und einem CO2-Ausstoß von 209 g/km könnte man den F-Type sogar halbwegs sparsam bewegen - wenn nur die Zurückhaltung nicht so schwer fiele. Denn mit dem knackig abgestuften Acht-Gang-Getriebe und einem kernigen Sound, animiert der F-Type dazu, kräftig aufs Gas zu treten. Das quittiert der V6-Motor mit einer fast explosiven Leistungsentfaltung - und reichlich Durst.

Zwischen Boxster und 911

Mit Blick auf die Konkurrenz vor allem aus Stuttgart hat Jaguar den F-Type geschickt positioniert: Bei Fahrdynamik und -spaß kommt er sehr nah an den Porsche 911 heran. Beim Preis dagegen orientiert er sich eher am kleinen Bruder Boxster. Los geht es bei 73 400 Euro, und selbst die fast 500 PS starke Achtzylinder-Variante bleibt knapp unter 100 000 Euro.

Dabei haben die Briten nicht geknausert, sondern sich sogar ein paar Extravaganzen erlaubt. Für ein betont flaches Heck gibt es neben dem eng gefalteten Stoffdach einen Spoiler, der nur ausfährt, wenn wirklich zusätzlicher Abtrieb benötigt wird. Damit keine überflüssige Linie die schlanke Flanke stört, hat der F-Type versenkte Türgriffe. Und für ein zierliches, übersichtliches Cockpit tauchen sogar die Lüfter ab, wenn man die Klimaanlage ausschaltet.

Man muss daher schon genau hinschauen, um zu erkennen, wo Jaguar gespart hat. Manche Kunststoffe und die neue Plakette für die Sport-Varianten wirken zum Beispiel sehr einfach. Die Liste der Extras ist so lang, dass Kunden sogar den Preis für das Einstiegsmodell problemlos auf mehr als 100 000 Euro treiben können. Und Nebensächlichkeiten wie die Schminkspiegel in den Sonnenblenden haben sich die Briten gleich ganz gespart.

Fazit: Ein Sportwagen mit Suchtpotenzial

Leidenschaftlich gezeichnet, kompromisslos konstruiert, kräftig motorisiert und allein auf den Fahrer zugeschnitten - selten hat ein Jaguar so viel Spaß gemacht wie der F-Type. Auch wenn es der erste echte Sportwagen seit 50 Jahren ist, haben die Briten ihr Handwerk nicht verlernt und einen Roadster auf die Räder gestellt, aus dem man gar nicht mehr aussteigen möchte. Selbst wenn er nicht ganz an die Perfektion eines Porsche herankommt, hat er das Zeug dazu, die Rangordnung auf der Überholspur durcheinanderzuwirbeln. Datenblatt: Jaguar F-Type V6

Alle Daten laut Hersteller, GDV, Schwacke

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