Opel Olympia Rekord : Heinz Krieg, Brokstedt

Der Opel Olympia Rekord von Heinz Krieg. Foto: Privat
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Der Opel Olympia Rekord von Heinz Krieg. Foto: Privat

Amadeus hieß das erste Auto von Heinz Krieg, an das er auch gerne mal selbst Hand anlegte - sehr zur Freude seines benachbarten Mechanikers...

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14. November 2007, 10:38 Uhr

Ja, da war es nun, mein erstes Auto. Ein Opel Olympia Rekord Baujahr 1957. Es hatte ungefähr 125000 Kilometer gelaufen und war immer liebevoll behandelt worden. Vorbesitzer war ein älteres Ehepaar aus Neumünster, die gleichzeitig Oma und Opa meiner damaligen Freundin waren. Ich glaube fest daran, dass dies der einzige Grund war, weswegen sie mir das Auto verkauft haben. Ich musste, bevor ich das Auto übernahm, es auf dem Hof vor ihren Augen waschen. Danach war ich Besitzer. Der Kaufpreis betrug 200 DM.
Nun aber erst einmal Autofahren und alles ausprobieren. An allen Knöpfen gezogen und gedrückt und gucken ob alles geht. Funktionierte alles, bis auf den Scheibenwischer. Vermutung war: Sicherung durchgebrannt. Aber egal! Wetter war gut, kein Regen in Sicht, wozu brauchen wir Scheibenwischer? Alles ging gut, bis plötzlich nach ungefähr einer Woche trockenem Autofahren ein Regenschauer niederging. Und nun? Aus Verzweiflung an dem Knopf gezogen und siehe da, die Scheibenwischer bewegten sich. Die Lösung war: sie waren nicht elektrisch angetrieben, sondern über ein kleines Getriebe mit dem Motor verbunden und liefen nur wenn auch der Motor in Betrieb war. Das heißt aber auch: im ersten Gang bei relativ hoher Drehzahl gute Sicht, im dritten Gang wenig Wischergebnis. Das war sehr gewöhnungsbedürftig.
Aber damals waren das noch Autos, welche man ohne Diagnosegerät reparieren konnte. Es reichte ein hilfsbereiter Nachbar. Beispiel: Amadeus, so hieß das Auto inzwischen, wollte nicht mehr starten. Der Anlasser tat was er konnte, war aber nicht in der Lage Amadeus zum Leben zu erwecken. Jetzt trat der oben erwähnte Nachbar auf den Plan. "Was fehlt ihm denn?" AHA! Besagter Nachbar war gelernter Autoschlosser. "Mach mal die Haube auf und denn mal Starten." AHA! „"Nun mal den Ventildeckel ab und noch mal Starten." AHA! "Die Stirnräder sind kaputt. Besorg dir neue und ich helfe dir sie einzubauen." Gesagt getan. Für so alte Autos bekam man früher in Neumünster immer alles bei Fritz Kolan. So auch diese Stirnräder. Aber warum warten bis der Nachbar nach Hause kommt. Sollte für einen gelernten Handwerker ( Elektriker ) doch kein Problem sein so zwei Zahnräder auszuwechseln.
Hat auch fast problemlos geklappt. Amadeus sprang gut an und lief hervorragend. Abends kommt der Nachbar. „Ich sehe du hast schon alles fertig. "Wer hat dir denn bei der Einstellung geholfen?" "Wie Einstellung, Zahnräder ab, neue ran, fertig." "Also die Stirnräder steuern die Ventile und wenn das alles nicht haargenau eingestellt ist geht der Motor kaputt." Nachdem der Nachbar die Einstellung noch mal mit einer Stroboskopleuchte überprüft und für gut befunden hatte, kamen wir übereinstimmend zu dem Schluss, dass soviel Glück eigentlich strafbar sein müsste. Auch erzeugte Amadeus nach einer Reparatur Klingelgeräusche. Der Nachbar hatte den Fehler schnell gefunden. Ein auf dem Ventildeckel vergessener 17/19 Maulschlüssel schlug gegen den Auspuffkrümmer.
Mit Amadeus hatte ich viel Freude bis der TÜV uns nach ungefähr 4 Jahren schied. Schade eigentlich. Übrigens als ich mir ein neues Auto kaufte, bekam ich für Amadeus 300 DM vom Händler.

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