Musik am Steuer : Hardrock oder Jazz - so wirkt sich Musikhören auf den Fahrstil aus

<p>Musik beeinflusst unsere Stimmung. Beim Autofahren kann das sowohl positive als auch negative Auswirkungen haben.</p>

Musik beeinflusst unsere Stimmung. Beim Autofahren kann das sowohl positive als auch negative Auswirkungen haben.

Beim Fahren die Lieblingsmusik laufen lassen oder einfach das Radio anschalten - viele bekommen bei Musik bessere Laune und fahren entspannter. Studien haben ergeben, dass sich manche Musikstile besser eignen als andere.

shz.de von
27. August 2018, 03:57 Uhr

Im Auto hören wir doppelt so oft Musik wie zu Hause. Schlager, Pop, Rock, Jazz oder Klassik können dabei durchaus positiv auf die Stimmung des Fahrers wirken, erläutert die Prüforganisation Dekra mit Verweis auf internationale Studien. Aber lenkt die Musik nicht vom Geschehen auf der Straße ab und gefährdet so die Verkehrssicherheit? „Das kommt ganz auf die momentane Stimmung und den emotionalen Bezug zur gehörten Musik an“, sagt Dekra-Verkehrspsychologe Thomas Wagner.

Einfluss auf Fahrverhalten

Kritische Einflusskriterien seien vor allem Rhythmus, Lautstärke und Tempo der Musik. „Hardrock zum Beispiel erhöht die mentale Belastung, was sich an einer reduzierten Herzratenvariabilität ablesen lässt“, sagt der Psychologe. Der Herzschlag verstetigt sich, wird also gleichförmiger, da sich der Organismus der Anspannungssituation anpasst. Das ist ein biologischer Indikator für Belastungsprozesse, die sich im Körper abspielen. Damit lässt sich „messen“, dass die Musik mentale Ressourcen beansprucht - was der Fahraufgabe nicht zuträglich ist und etwa Spurwechsel, Überholen oder Vorfahrtssituationen negativ beeinflussen kann.

<p>Je nach Musikstil kann der Fahrstil dadurch beeinflusst werden.</p>
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Je nach Musikstil kann der Fahrstil dadurch beeinflusst werden.

 

Auch wer im Auto seine Lieblingsmusik hört und darauf emotional stark reagiert, kann zur Gefahr für die Verkehrssicherheit werden. „Die Musik hebt zwar - vergleichbar mit einem niedrigen Alkohol- oder Drogengenuss - die Stimmung an, reduziert aber gleichzeitig die Gewissenhaftigkeit beim Fahren“, warnt Wagner. Außerdem erhöhe sich beim Hören der Lieblingsmusik der Ablenkungsgrad, wenn man dabei die Gedanken schweifen lässt und bei „Gänsehautmusik“ an emotionale Erlebnisse im Zusammenhang mit dem jeweiligen Stück denkt. „Dadurch sind die Aufmerksamkeitsressourcen stark gebunden, und es steht weniger mentale Kapazität für die Fahraufgabe im Straßenverkehr zur Verfügung“, erläutert der Experte.

Mit Gedankenübungen die Aggressionen verdrängen

Daher sein Fazit: Die Lieblings-CD kann durchaus schlechte Laune und Aggressionsneigungen vertreiben, die sich negativ auf den Fahrstil auswirken könnten. Aber das funktioniert nur in Verbindung mit einer Übung, die man Gedankenstopp nennt: „Dabei verbietet man sich durch das Vorstellen eines Stoppschildes, das man innerlich bewusst vor die negativen Gedanken schiebt, das fortwährende Denken an dieses Ärgernis.“ Dann sollte man aus dem Auto aussteigen, „ordentlich durchschnaufen, ein wenig herumlaufen, die Gedanken neu ordnen, die Lieblings-CD einlegen und weiterfahren“, so der Dekra-Experte.

(Mit dpa)

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