Führerschein mit 17 : Fahranfänger: Früher einsteigen für mehr Sicherheit

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Das Begleitete Fahren ab 17 hat sich in der Praxis bewährt. Mit Unterstützung ihrer Begleitpersonen sammeln Anfänger ein Jahr lang Erfahrungen im Straßenverkehr bevor sie dann mit 18 Jahren alleinverantwortlich fahren.

Karen Bartel von
09. Februar 2018, 04:12 Uhr

Jugendliche in den USA dürfen in manchen Staaten bereits mit 16 Jahren ihren Führerschein machen. Ein Modellversuch dazu läuft bereits in Schleswig-Holstein, aktuell ist jedoch das Begleitete Fahren ab 17 (BF17) die gängige Möglichkeit, den Führerschein früher zu erwerben. Dabei können Jugendliche mit der Fahrschule bereits im Alter von 16,5 Jahren beginnen und erhalten im Idealfall zum 17. Geburtstag ihre Fahrerlaubnis. Mit ihrer Begleitpersonen auf dem Beifahrersitz, beispielsweise einem Elternteil, sammeln sie erst ein Jahr lang Erfahrungen im Straßenverkehr bevor sie mit 18 Jahren schließlich alleinverantwortlich fahren dürfen.

Das Begleitete Fahren ab 17 hat sich in der Praxis bewährt: Studien belegen, dass ehemalige BF17-Teilnehmerinnen und Teilnehmer beim späteren alleinverantwortlichen Fahren rund 20 Prozent seltener an Unfällen beteiligt sind als diejenigen, die direkt nach der Fahrschule auf sich allein gestellt waren.

Übung macht den Meister

Wer pünktlich zum 17. Geburtstag die Fahrerlaubnis in den Händen hält, hat danach ein ganzes Jahr für viele begleitete Fahrten zur Verfügung. Zusammen mit der Begleitperson können die Jugendlichen beispielsweise regelmäßige Wege wie zum Sporttraining, zum Einkaufen oder zu den Großeltern hinter dem Steuer zurücklegen und so Fahrpraxis erlangen. So sind sie in neuen Situationen nicht auf sich allein gestellt: Die ersten Fahrten im dichten Berufsverkehr, bei starkem Regen, Schnee oder Nebel lassen sich mit einer erfahrenen Begleitung leichter bewältigen. Wer zudem Nacht- und Dämmerungsfahrten gemeinsam mit seiner Begleitperson übt, fährt auch später in solchen Situationen sicherer.

<p>Oft ist ein Elternteil als Begleitpersonen beim Führerschein mit 17 eingetragen.</p>
Foto: imago / localpic

Oft ist ein Elternteil als Begleitpersonen beim Führerschein mit 17 eingetragen.

 

Das muss man wissen

Die Anmeldung unterscheidet sich kaum zum Führerschein mit 18: Für die Fahrerlaubnis sind ein gültiger Personalausweis, ein biometrisches Passfoto sowie die Unterschrift der Erziehungsberechtigten notwendig. Die Jugendlichen müssen ebenso einen Sehtest und eine Erste-Hilfe-Schulung absolviert haben. Folgt auf die Führerscheinprüfung das Begleitete Fahren lohnt es sich, möglichst frühzeitig mit den Eltern über angedachte Begleitpersonen zu sprechen. Denn auch für diese gelten bestimmte Kriterien: Sie müssen über 30 Jahre alt sein, seit mindestens fünf Jahren ununterbrochen den Führerschein besitzen und dürfen nicht mehr als einen Punkt in Flensburg haben. Bei der Anmeldung muss mindestens eine Begleitperson direkt mit angegeben werden.

Die wichtigsten Infos in der Übersicht

Anmeldung ab 16,5 Jahren
Theoretische Prüfung frühestens drei Monate vor dem 17. Geburtstag, praktische Prüfung frühestens einen Monat vorher
Begleitpersonen mindestens 30 Jahre alt, seit fünf Jahren ununterbrochen den Führerschein und maximal ein Punkt in Flensburg. Unbegrenzte Zahl an Begleitpersonen möglich, Eltern müssen zustimmen
Probezeit ohne Verstöße zwei Jahre
Alkoholgrenze 0,0 Promille in der Probezeit
Schadensfall Im Schadensfall verantwortlich ist die Person, die das Fahrzeug steuert

Ausführliche Informationen und Tipps für Jugendliche, Eltern und weitere Begleitpersonen gibt es unter www.bf17.de, einer Seite des Deutschen Verkehrssicherheitsrates (DVR) und der Deutschen Verkehrswacht (DVW). Das Projekt wird vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur gefördert.

(mit Material der djd/Deutsche Verkehrswacht)

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