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Mit Strom statt Benzin : Elektroautos: Der Preis wird fallen

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Aus der Onlineredaktion

Immer mehr Kfz-Werkstätten im Land sind auch für E-Autos gerüstet. Die Mechatroniker werden vom landesweiten Automobilverband geschult.

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erstellt am 03.Sep.2015 | 15:45 Uhr

Kiel | Auch in den Auto-Werkstätten gewinnt der Bereich E-Mobilität immer größere Bedeutung. Der Verband des Kfz-Gewerbes Schleswig-Holstein hat landesweit Hunderte von Mitarbeitern für den Umgang mit der Hochspannung geschult.

Mittlerweile gehört die Einweisung für die Behandlung von Elektro-Autos zum Pflichtprogramm angehender Mechatroniker, wie Jan-Niklas Sontag erklärt. Dem Geschäftsführer des Verbandes mit seinen 1100 Mitgliedsbetrieben und 250 Tankstellen ist es wichtig zu betonen: „Wir unterstützen die E-Mobilität.“

Das Ziel, einst von der Bundesregierung vorgegeben, lautete: eine Million Elektro-Fahrzeuge bis zum Jahr 2020. Zurzeit sind es beispielsweise in Schleswig-Holstein jedoch nur 500 bis 600, weshalb nicht nur Sontag die Berliner Vorgabe unerreichbar erscheint. Unstrittig aber ist, dass die E-Mobilität auf dem Vormarsch ist.

Gespannt verfolgt der Kfz-Verband Nachrichten von Forschern etwa aus der Technischen Hochschule in Aachen, die Batterien mit einer Reichweite von 300 bis 500 Kilometern entwickelt haben wollen. Auch wenn diese Super-Akkus noch nicht marktgängig seien – „da ist noch viel drin“, betont Sontag, der mit seinem Verband gerüstet sein will für die Zukunft.

Der Experte ist sogar überzeugt, dass der Preis für E-Autos fallen wird. „Wann, weiß ich nicht“, räumt Sontag allerdings ein. Gegenwärtig seien die Stückzahlen einfach noch zu gering.

Vorreiter bei der Entwicklung der E-Technik in Fahrzeugen waren etwa die französischen und die japanischen Hersteller. „Die waren flotter als die deutschen“, sagt Sontag. Mittlerweile hätten aber auch die hiesigen Fabrikanten nachgezogen, überhaupt gebe es bei sämtlichen Herstellern eine breite E-Mobil-Palette.

Mit öffentlicher finanzieller Unterstützung und besseren Abschreibemöglichkeiten lasse sich beim Absatz eine Menge bewirken. Nach Einschätzung des Verbandssprechers ist der E-Motor durchaus eine gute Ergänzung zu herkömmlichen Antriebstechniken, als Option sollte er auf jeden Fall eingeplant werden.

Sontag verweist in diesem Zusammenhang auf die erfolgreiche Genossenschaft „eE4mobile“ in Nordfriesland. Dort gibt es preiswerten Strom aus Windenergie in großen Mengen und außerdem Dutzende von Ladestationen über den gesamten Kreis verteilt.

Der Preis und der Aktionsradius – das sind auch weiterhin die entscheidenden Kriterien bei der E-Mobilität. Eine Schnellladung an der Landstraße oder an der Autobahn, die dem Akku binnen 30 Minuten 80 Prozent Leistung gibt, ist nach Einschätzung von Sontag wohl vertretbar. Dauert es länger, wird es kritisch. „Da reicht dann die Kaffeepause nicht mehr, da muss es dann schon ein Mittagessen sein“, erklärt Sontag.

Er beobachtet, dass die jahrelange Skepsis und Zurückhaltung in seiner Branche allmählich schwindet. Die Stimmung ändere sich, und davon zeuge auch der Erfolg der vom Verband ausgerichteten Schulungen am E-Motor.

Die ideologische Frage pro oder kontra Elektro-Mobilität sei längst dem pragmatischen Ansatz gewichen, der Aspekt der Wirtschaftlichkeit stehe ganz klar im Vordergrund. Auch hier hat der Verband Modellrechnungen aufgestellt. „Das E-Auto mit einer Jahresleistung von 20  000 Kilometern kann durchaus wirtschaftlich sein“, betont der Geschäftsführer.

Sontag sieht sein Gewerbe auch unter ganz anderen Gesichtspunkten in Veränderung. Das Auto als Statussymbol steht für den Käufer häufig nicht mehr obenan, und in Großstädten wie Hamburg oder Berlin mit ihrem dichten ÖPNV-Netz verzichten viele Menschen ganz bewusst auf einen eigenen fahrbaren Untersatz. „Das sind viel dramatischere Entwicklungen“, erklärt Sontag.
 

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