Ladesäulen-Ranking in Grafiken : Deutschland-Schlusslicht Plön: Wie attraktiv ist SH für E-Autos?

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Eine Parkbuchtkennzeichnung für einen E-Ladepunkt in der Dresdner Neustadt.

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20. Januar 2022, 09:59 Uhr

Mit 1455 Elektro-Pkw pro Schnellladestation ist ein norddeutscher Landkreis besonders unattraktiv für den Umstieg aufs E-Auto. Wie die Lage bei Ihnen vor Ort und im ganzen Norden ist – ein Überblick in Grafiken.

Deutschland ist unterschiedlich gut mit Schnellladesäulen für E-Autos ausgestattet – das zeigen die Daten des Verbands der Automobilindustrie (VDA) deutlich. Besonders schlecht ist die Lage demnach in Plön in Schleswig-Holstein. Dort müssen sich ganze 1455 zugelassene Elektroautos einen Schnellladepunkt teilen. Zur Einordnung: Der bundesweite Durchschnitt liegt bei 143,3 Fahrzeugen je Säule.

Hintergrund: Ladenetz-Ranking Deutschland

Hintergrund: Ladenetz-Ranking Deutschland

Grundlage des Rankings ist der sogenannte S-Wert, der die Zahl der zugelassenen Elektro-Pkw pro Schnellladepunkt angibt, statt die Ladestationen wie teilweise üblich pro Einwohnerzahl anzugeben. Inbegriffen sind neben reinen Elektro-Autos (BVE) auch die sogenannten Plug-in-Hybride (PHEV), bei denen der Akku nicht über den Verbrennungsmotor aufgeladen wird. Der VDA beruft sich auf Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) zum Pkw- und E-Pkw-Bestand und Daten der Bundesnetzagentur (BNetzA) zu den Ladepunkten ( beides Stand: 1. Oktober 2021).

Infrastruktur für E-Mobilität: die Spitzenreiter und Schlusslichter

Wie diese Statista-Grafik zeigt, gibt es drei weitere Kreise in Deutschland, in denen mehr als 1000 E-Autos auf eine Schnellladestation kommen. Die beste Ausstattung weist der Kreis Altenburger Land in Thüringen mit gerade einmal 24,6 Pkw pro Säule auf. Unter den Spitzenreitern ist Norddeutschland mit keinem Landkreis und keiner Stadt vertreten:

Sieger und Schlusslichter des Schnellladesäulen-Rankings.
Statista

Sieger und Schlusslichter des Schnellladesäulen-Rankings.

Zum Anklicken: So gut sind SH und Norddeutschland aufgestellt

Sind Sie neugierig geworden, wie dicht das öffentlich zugängliche Schnellladenetz in ihrem Landkreis, Ihrer Stadt oder ihrer Region ist? Die interaktive Karte zeigt die Ergebnisse des Ladenetz-Rankings für Norddeutschland. In den dunkel gefärbten Landkreisen müssen sich viele E-Autofahrer wenige Ladestationen teilen. Je heller gefärbt ein Kreis oder eine Stadt ist, desto entspannter ist die Situation:

Tops und Flops in Niedersachsen

Der Landkreis Osnabrück liegt mit 122,2 E-Pkw pro Schnellladestation unter dem Bundesschnitt von 143,3 und dem Niedersachsenschnitt von 146,4. In Osnabrück kommen 86,7 E-Autos auf eine Säule. Spitzenreiter in Niedersachsen ist der Heidekreis (37,2), gefolgt von Wilhelmshaven (47,9) und Vechta (48,1). Die Region Hannover kann mit einem S-Wert von 167 nicht als E-Standort punkten. Besonders unattraktiv in Sachen Elektromobilität ist dem Ranking nach Wolfsburg mit einem S-Wert von 406,6. Auch in Leer (380,3) und Peine (362,3) herrscht viel Nachholbedarf.

In Schleswig-Holstein sticht Schlusslicht Plön hervor, wo 1455 Elektroautos auf eine vorhandene Schnellladestation kommen. Im Schnitt teilen sich im nördlichsten Bundesland 221,9 E-Pkw eine Station. Dithmarschen (60,6), Ostholstein (61,6) und Segeberg (79,9) sind dort die Sieger. Unter den größeren Städten setzt sich Flensburg mit 94 E-Autos je Säule gegen Lübeck (127,1) und Kiel (183,9) durch.

In Mecklenburg-Vorpommern sticht der Landkreis Ludwigslust-Parchim mit nur 35,8 Elektroautos pro Ladestation positiv hervor. Wesentlich größer dürfte der Andrang in Schwerin (290,5) sein, Rostock (83,1) ist dagegen wesentlich besser mit einer modernen E-Infrastruktur ausgestattet. Dafür bildet der anliegende Landkreis Rostock mit 355,5 das Schlusslicht in MV. Im Durchschnitt teilen sich in Mecklenburg-Vorpommern rund 174 E-Pkw einen Schnellladepunkt.

Die Großstädte Hamburg (142,7) und Bremen (128,5) liegen dicht am Bundesschnitt. Eine aktuelle Karte mit allen öffentlich zugänglichen Ladesäulen in Deutschland (Normal- und Schnellladeeinrichtungen bietet die Bundesnetzagentur auf dieser Website.

Immer mehr Elektro- und Hybridautos in Deutschland

Dass der Ausbau der Ladenetze wichtig ist, zeigen auch die aktuellen Zulassungszahlen. So ist der E-Anteil bei Neuwagen zuletzt auf mehr als 40 Prozent gestiegen, wie diese Grafik zeigt:

E-Zulassungen über 40 Prozent.
Statista

E-Zulassungen über 40 Prozent.

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