Wirkung von Cannabis : Autofahren nach dem Konsum von Cannabis: eine unterschätzte Gefahr

Hanf-Pflanzen (Cannabis) wachsen in einem Garten. /Archiv
Wer Cannabis raucht, sollte sich anschließend nicht hinters Steuer setzen. Bestraft wird das Vergehen in der Regel mit dem Entzug der Fahrerlaubnis.

Müdigkeit, Handy, Alkohol und Ablenkung am Steuer sind eine Gefahr. Auch das Fahren unter Einfluss der Cannabis-Droge birgt viele Risiken.

shz.de von
05. Januar 2019, 06:17 Uhr

Sie gilt als vermeintlich harmlose Droge, ist verhältnismäßig einfach zu beschaffen und erfreut sich großer Beliebtheit: Der Cannabis-Konsum hat im Jahre 2018 in Deutschland wieder zugenommen. Laut Schätzungen konsumieren 600.000 Menschen im Land die Droge in einer gesundheitsbeeinträchtigenden Menge, schreibt der ADAC in einer Pressemeldung. Das Rauschmittel kann Konzentrations- und Wahrnehmungsstörungen hervorrufen, mitunter auch Halluzinationen und leichtsinniges Verhalten, was das Risiko für Unfälle erhöht.

Nun schlägt der ADAC Alarm, denn das Autofahren unter dem Einfluss von Rauschmitteln wie Cannabis hat verheerende Folgen für den Straßenverkehr.
Die Zahl der Unfälle, die in Verbindung mit Rauschmitteln standen und bei denen ein Personenschaden gemeldet worden ist, hat sich seit 1991 beinahe verfünffacht. Dabei wurden die Unfälle unter Alkoholeinfluss in der Statistik noch nicht berücksichtigt. Eine Umfrage des ADAC in der Bevölkerung in Deutschland zwischen 16 und 64 Jahren ergab, dass sich nicht alle Bürger dieser Gefahren bewusst sind.

  • 96 Prozent der Befragten sahen Drogen wie Amphetamine, Kokain, LSD und Ecstasy als gefährlich an,
  • außerdem Alkohol - ebenfalls 96 Prozent.
  • 87 Prozent aller Befragten sahen Cannabis als Gefahr an.
  • Nur 43 Prozent der Befragten gaben an, sich gut über die gesundheitlichen Gefahren von Cannabis informiert zu fühlen.
  • 27 Prozent aller Teilnahme der Umfrage gaben an, bereits Cannabis konsumiert zu haben.
  • In allen Altersklassen zwischen 16 und 59 Jahren sagten mindestens zwölf Prozent der Befragten aus, dass sie Bekannte haben, die bereits unter dem Einfluss von Cannabis Auto gefahren sind.
Cannabis-Konsum wird häufig verharmlost, urteilt der ADAC.
Oliver Berg
Cannabis-Konsum wird häufig verharmlost, urteilt der ADAC.
 

Durch den Anstieg des Rauschmittelkonsums in den letzten Jahren erhöhte sich auch die Zahl der durchgeführten medizinisch-psychologischen Untersuchungen. Vor allem für Jugendliche und Personen, die ihre Führerscheinprüfung noch vor sich haben, ist das von Bedeutung, denn sie entscheidet über die Fahreignung. Bei einem Verdacht auf Drogenkonsum kann in diesem Zuge ein Drogentest durchgeführt werden.

Der Anstieg der auf Rauschmittel zurückzuführenden Unfälle mit Personenschaden sowie die Ergebnisse der Umfrage deuten an, dass sich viele Konsumenten noch immer nicht den Auswirkungen von Drogen bewusst sind, urteilt der ADAC und spricht sich dafür aus, eine intensivere Aufklärungsarbeit und mehr Drogenkontrollen durchzuführen. 


(Mit Material von ADAC)

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