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Was ist dran? : Auto-Mythen: Von „Warmfahren“ bis Damenstrumpfhose als Keilriemen

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Auto-Mythen halten sich so hartnäckig wie Teerflecken auf der Karosserie. Die meisten lassen sich aber einfach widerlegen.

shz.de von
erstellt am 08.Okt.2017 | 06:47 Uhr

Es gibt viele kuriose Dinge und moderne Mythen rund ums Auto, die seit Jahren weitererzählt werden. Obwohl sie falsch und unsinnig sind. Ein Teil der Mythen stammt noch aus Großvaters Zeiten, sie wurden von den älteren Generationen mündlich weitergegeben und werden heute zum Teil noch lebendig gehalten. Die Fahrzeugtechnik hat sich aber seitdem stark entwickelt und die alten Geschichten stimmen einfach nicht mehr.

Vor allem bei der Müdigkeit halten sich hartnäckige Gerüchte. Etwa, dass Kaffee und Energiedrinks Autofahrer konstant wach halten. „Das ist Quatsch, Koffein erhöht die Aufmerksamkeit nur für einen kurzen Zeitraum. Eine halbe Stunde nach dem Einnehmen für etwa zwei Stunden“, sagt ein ADAC-Sprecher.
 

Auto-Mythen im Check:

  • Damenstrumpfhose: Statt eines Keilriemens kann man eine Damenstrumpfhose verwenden. Das galt vielleicht beim VW Käfer, nicht jedoch für moderne Fahrzeuge mit vielen Zusatzaggregaten und einem weitverzweigten Keilriemen.
     
  • Warmfahren: Ein Motor muss mindestens zehn Kilometer warm gefahren werden. Das kommt auf die Größe des Motors und die Verbrennungsart an. Großvolumige Diesel brauchen mehr Zeit als kleine Benziner. Entscheidend ist nicht die Wassertemperatur, sondern die des Öls.
     
  • Kaugummi als Kitt: Einen Kühlwasserschlauch kann man mit Kaugummi reparieren. Das funktioniert nicht, weil im Kühlkreislauf ein zu hoher Druck herrscht. Der Kaugummi würde schnell abfallen.
     
  • GucklochIm Winter reicht ein kleines Guckloch völlig aus. Falsch. Alle Scheiben müssen frei bleiben. Es muss sogar das ganze Auto schneefrei sein, also auch das Dach, die Kennzeichen, die Scheinwerfer und Leuchten.
Maßarbeit: Kunstvoll freigelegtes Guckloch - das reicht aber nicht fürs sichere Fahren im Winter und ist auch nicht erlaubt. /dpa-tmn
Maßarbeit: Kunstvoll freigelegtes Guckloch - das reicht aber nicht fürs sichere Fahren im Winter und ist auch nicht erlaubt. /dpa-tmn Foto: Bodo Marks

 
  • Termin überziehen: Die Hauptuntersuchung (HU) darf man ruhig zwei Monate überziehen? Falsch. Den Termin der HU darf man nicht überziehen. Schon nach einem Tag wird ein Verwarngeld von 15 Euro fällig. Einen Punkt kassiert man übrigens beim Überschreiten des Termins von mehr als vier bis zu acht Monaten - und muss 60 Euro zahlen.
     
  • Auffahrunfall: Wer einem hinten auffährt, hat immer Schuld. Das stimmt nicht. Je nach Verhalten des Vorausfahrenden trifft ihn auch eine Teilschuld.
     
  • Supermarkt-Parkplatz: Auf Kundenparkplätzen wie von Supermärkten gilt immer die StVO. Das kommt darauf an, ist aber in den meisten Fällen korrekt. Denn fast alle Supermarktparkplätze gelten als öffentlicher Verkehrsraum, weil sie in den meisten Fällen für jedermann oder wenigstens für allgemein bestimmte Gruppen von Benutzern zur Verfügung stehen.
    Auf privatem Parkgelände wiederum haben die Regeln des Straßenverkehrsrechts keine direkte Geltung. Der Privateigentümer darf hier Regeln für den von ihm eingeschränkten Nutzerkreis aufstellen, wie etwa „Parken nur für Kunden für maximal zwei Stunden“, oder „hier gilt die StVO“. Im Zweifelsfall gilt jedoch auch auf Privatgelände das Gebot der gegenseitigen Rücksichtnahme und die Verkehrsregeln wie z.B. „rechts vor links“ bleiben zumindest entsprechend anwendbar.
     
  • Bergab Sprit sparen: Man spart Sprit, indem man bei Bergabfahrten den Motor ausmacht. Das stimmt. Aber es ist sehr gefährlich: Denn einige Zusatzaggregate wie der Bremskraftverstärker oder die Servolenkung sind ohne laufenden Motor nicht mehr betriebsbereit.
     
  • Autos mit Automatik: Automatikautos verbrauchen automatisch mehr. Zwar wiegen Automatikgetriebe meist mehr als manuelle Getriebe. Der Mehrverbrauch wird aber durch mehr Gänge und eine niedrige Übersetzung kompensiert. Doppelkupplungsgetriebe, die sich wie Automatikgetriebe fahren lassen, verbrauchen in der Regel weniger als manuelle Getriebe.
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