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Audi A3 Limousine: Abschied vom Spießertum

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Berlin (dpa-infocom) ? Auf der Ablage eine umhäkelte Rolle Klopapier und am Steuer ein Fahrer mit Hut ? mit diesem Klischee ist die kompakte Limousine zum Spießerauto schlechthin geworden. Doch mit der Audi A3 Limousine schüttelt das Stufenheck den Staub ab.

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erstellt am 16.Aug.2013 | 05:33 Uhr

Berlin (dpa-infocom) ? Auf der Ablage eine umhäkelte Rolle Klopapier und am Steuer ein Fahrer mit Hut ? mit diesem Klischee ist die kompakte Limousine zum Spießerauto schlechthin geworden. Doch mit der Audi A3 Limousine schüttelt das Stufenheck den Staub ab.

Nachdem Mercedes die A-Klasse zum CLA gemacht hat, folgt Audi mit dem viertürigen A3. Knapp 2000 Euro teurer als das normale Steilheck und noch einmal 900 Euro über dem Kombi namens Sportback angesiedelt, startet die Limousine im September. Die Preise beginnen bei 27 400 Euro, sinken später mit dem Basismotor auf etwa 25 500 Euro.

Platz für vier Erwachsene

Mit ihren 4,46 Metern ist die neue Limousine zwar etwa 25 Zentimeter kürzer als der große Bruder A4. Doch sie hat ungefähr das Format des letzten, bis 1995 angebotenen Audi 80 und bietet den Hinterbänklern noch immer ausreichend Platz. Der Einstieg ist etwas umständlicher als in der ersten Reihe, und bisweilen stoßen die Knie an die Lehne der vorderen Sitze. Aber wenn es nicht unbedingt eine komplette Deutschlandreise sein soll, kann man auch als Erwachsener mal mit dem Fond vorlieb nehmen. Nur der Mittelplatz taugt nicht einmal für Kleinkinder.

Der Radstand von 2,64 Metern ist identisch mit dem A3 Sportback. Die Limousine ist 15 Zentimeter länger als der Lifestyle-Kombi und bietet unter der großen Kofferraumklappe mehr Platz: 425 statt 390 Liter. Genau wie beim Sportback lassen sich die Rücksitzlehnen auch bei der Limousine umklappen.

Eigenständiges Design

Platz für Kind und Kegel ? das haben die Entwickler gut hinbekommen. Doch konnten sich auch die Designer von der Langeweile lösen? So rasant und rebellisch wie den Mercedes CLA haben sie die A3 Limousine nicht gezeichnet. Trotzdem sieht er eher wie ein Sportler als ein Spießer aus. Statt nur ein Stufenheck anzustückeln, haben die Bayern den A3 komplett überarbeitet und etwas muskulöser gezeichnet. Bis auf den Kühlergrill, die Scheinwerfer, die Türgriffe und die Außenspiegel gibt es außen keine Gleichteile mit Dreitürer und Sportback.

Dafür macht Audi unter dem Blech keine Unterschiede: Es gibt die bekannten Motoren, die Wahl zwischen Front- oder Allradantrieb und Handschalter oder Doppelkupplungsautomatik. Los geht es im September mit zwei Benzinern und einem Diesel mit 103 kW/140 PS bis 132 kW/180 PS. Bis zum Frühjahr weitet Audi die Motorenpalette kräftig aus. Dann gibt es einen zweiten Diesel mit 135 kW/184 PS und einen Spar-Selbstzünder mit 77 kW/105 PS, der mit 3,8 Litern und einem CO2-Ausstoß von 99 g/km den Saubermann in der Modellreihe gibt. Und es kommen ein Einstiegsbenziner mit 90 kW/122 PS sowie der 221 kW/300 PS starke S3, der mit 40 400 Euro auch die Spitze der Preisliste markiert.

Großer Spaß mit kleinen Motoren

Audi hat bei der Entwicklung der Limousine genau auf die Waage geschaut und das Gewicht auf bestenfalls 1235 Kilo gesenkt. So kann man auch mit den kleinen Motoren großen Spaß haben. Der 1,4-Liter-Benziner mit 103 kW/140 PS zum Beispiel reicht allemal aus. Mit seinen 250 Newtonmetern (Nm) beschleunigt er in 8,4 Sekunden auf Tempo 100 und macht mit maximal 217 km/h auch auf der Autobahn eine gute Figur.

Wer den Gasfuß immer mal wieder lupft, der nutzt beim vorläufigen Einstiegsbenziner die Zylinderabschaltung. Denn bei geringer Last legt die Elektronik unmerklich den halben Motor still, so dass man nur noch auf zwei Töpfen fährt. So kann der Normbrauch von 4,7 Litern (CO2-Ausstoß: 109 g/km) sogar fast erreicht werden. Wer allerdings Spaß haben will, der kann das Sparen abschreiben und mit zwei, drei Litern mehr kalkulieren.

Fazit: Eine elegante Alternative

Geräumig und trotzdem sportlich ? so macht Audi Schluss mit dem Spießerimage der kleinen Limousine. Ob es zum Trendsetter reicht, muss sich erst zeigen. Aber eine elegante Alternative ist der Viertürer allemal - für A3-Kunden mit mehr Statusbewusstsein genauso wie für A4-Käufer, die rund 4000 Euro sparen wollen. Ganz allgemein sehen Marktforscher große Wachstumspotenziale am oberen Ende der Kompaktklasse. Auch Audis neues Stufenheck könnte so gesehen zur rechten Zeit kommen.

Datenblatt: Audi A3 Limousine 1.4 TFSI

Alle Daten laut Hersteller, GDV, Schwacke

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