80 Stundenkilometer „bei Nässe“ : Ab wann die Fahrbahn als „nass“ gilt

Ist die Fahrbahn mit einem Wasserfilm überzogen, ist dies als Nässe zu werten. Entsprechende Geschwindigkeitsbegrenzungen sind einzuhalten.
Ist die Fahrbahn mit einem Wasserfilm überzogen, ist dies als Nässe zu werten. Entsprechende Geschwindigkeitsbegrenzungen sind einzuhalten.

Bei Nässe und rutschigen Fahrbahnen kommt es vermehrt zu Unfällen, weshalb die zulässige Geschwindigkeit durch Warnschilder heruntergesetzt werden kann. Doch das Verkehrsschild sorgt bei Autofahrern immer wieder für Verwirrung, denn ab wann wird die Nässe wirklich zur Gefahr? Tipps, zum richtigen Verhalten bei Regen.

shz.de von
07. März 2018, 03:57 Uhr

Bei Autofahrern ein vertrauter Anblick: Warnschilder oder digitale Displays, die in für Regen bekannten Regionen auf eine Geschwindigkeitsreduzierung bei nassen Straßen hinweisen. Doch die Definition von Nässe und Feuchtigkeit ist vielen Verkehrsteilnehmern nicht bekannt, sodass die Schilder schnell für Verwirrung sorgen können. Was das konkret heißt, erläutert die Deutschen Kraftfahrzeug-Überwachungs-Verein e.V. (Dekra):

Wer in der Straßenverkehrsordnung (StVO) nach einer konkreten Regelung sucht, wird kaum fündig werden, weil die Definition von „Nässe“ hier nicht formuliert ist. Generell lässt sich aber sagen, dass es weniger darum geht, ob es während der Fahrt regnet oder nicht, sondern darum, ob die Fahrbahn selbst nass ist oder ob sie „insgesamt mit einem Wasserfilm überzogen ist“, wie es in einem Urteil des Bundesgerichtshofs formuliert ist. In konkreten Fällen vor Gericht wurden auch Wasserlachen, die nicht die komplette Straße bedeckten als Grund für eine Geschwindigkeitsreduzierung bewertet.

<p>Autofahrer sollten nicht nur wegen der rutschigen Fahrbahn vorsichtig durch Pfützen fahren, sondern auch weil das Wasser in den Motorraum eindringen und hier Schaden anrichten kann.</p>
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Autofahrer sollten nicht nur wegen der rutschigen Fahrbahn vorsichtig durch Pfützen fahren, sondern auch weil das Wasser in den Motorraum eindringen und hier Schaden anrichten kann.

 

Auch wenn Autos Gischt aufwirbeln, sollte das Tempo unbedingt reduziert werden

Doch natürlich sollten sich die Autofahrer nicht nur an den konkreten Regelungen und Gesetzen orientieren, sondern auch auf auf ihr Bauchgefühl hören. Denn: „Im Interesse der eigenen Sicherheit empfiehlt es sich, bei nasser Fahrbahn grundsätzlich langsamer und vorsichtiger zu fahren“, lautet der Tipp des Dekra-Experten Luigi Ancona. Das gebiete nicht nur der gesunde Menschenverstand, sondern auch die Grundregel aus Paragraf 1 der StVO, wonach die Teilnahme am Straßenverkehr ständige Vorsicht erfordere.

Sollte sich neben dem Auto auf dem Schild noch ein kleines Schneeflockensymbol befinden, bedeutet dieses, dass die Geschwindigkeitsbegrenzung immer gilt und nicht etwa nur bei Schneefall. Das Zusatzzeichen steht hier für die generelle Warnung, dass bei entsprechender Witterung stets mit einer glatten Fahrbahn zu rechnen ist und ist keine direkte Bedingung für ein Tempolimit.

(Mit Material von dpa)

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