Wenn der Blitzer nicht ausreicht : Erstmals in Deutschland: Radarfalle bestraft Raser mit Schlagloch

Wer nicht bremsen will, muss fühlen: Die in die Straße eingebauten Stahlplatten senken sich ab, wenn Autofahrer zu schnell sind.
Wer nicht bremsen will, muss fühlen: Die in die Straße eingebauten Stahlplatten senken sich ab, wenn Autofahrer zu schnell sind.

Das System "Actibump" ist bereits in Schweden und Tschechien im Einsatz – und bald auch in Hessen.

Avatar_shz von
18. November 2019, 16:30 Uhr

Hanau/Flensburg | Wer nicht bremsen will, muss fühlen: Die hessische Stadt Hanau wird als erste in Deutschland ein künstliches Schlagloch in einer Straße verbauen – um Raser und Angeber auszubremsen. (Weiterlesen: Mann flext Blitzer ab und schmeißt ihn in See)

Ein Schlag für Raser

Das System der Wahl heißt "Actibump" und stammt aus Schweden. Ein Radarmessgerät kommuniziert dabei mit Stahlplatten im Straßenbelag. Ist ein Auto zu schnell, senken sich die Bodenplatten schnell um vier Zentimeter ab. Autofahrer, die zu schnell über die Schwelle fahren, spüren einen deutlichen Stoß. Das bewirke einen physischen Erziehungseffekt, so die Planer. Im Spätsommer soll das System eingebaut werde.

Wer sich an das erlaubte Tempo von 20 Stundenkilometern hält, soll wie gewohnt und ohne Gerumpel durch die Straße fahren können. Hilfreich: Damit Rettungskräfte im Einsatz nicht durchgeschüttelt werden, wird das "Actibump"-System mit einem Transponder kurzzeitig deaktiviert. (Weiterlesen: Raser-Taube in Nordrhein-Westfalen geblitzt)

50.000 Euro Kosten

Nach Angaben der Stadt Hanau litten Anwohner und Passanten der betroffenen Straße unter Rasern und sogenannten "Auto-Posern", die mit aufheulenden Motoren Aufmerksamkeit auf sich ziehen wollten. Radarfallen hätten an der Stelle bislang kaum Wirkung gebracht. Für das künstliche Schlagloch hat die Stadt 50.000 Euro zur Verfügung. In Schweden und Tschechien ist das System bereits im Einsatz.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert