Nach der Dürrezeit : Tipps vom Experten: So wird der Rasen im Garten wieder grün

Auch wenn die Grünflächen in vielen Gärten und Parks zurzeit tot aussehen – der Rasen kommt wieder, verspricht der Experte.
Auch wenn die Grünflächen in vielen Gärten und Parks zurzeit tot aussehen – der Rasen kommt wieder, verspricht der Experte.

Die Hitze der vergangenen Wochen hat viele Rasenflächen ausgetrocknet. Ein Experte verrät, was nun getan werden sollte.

shz.de von
08. August 2018, 17:05 Uhr

Hamburg | Hitze und Trockenheit. Auch viele heimische Gärten haben extrem unter dem Wetter der vergangenen Monate gelitten. Aus einst grünen Rasenflächen sind im Laufe des Sommers braune, vertrocknete und vermeintlich tote Flächen geworden. Hobby-Gärtner sollten sich deswegen aber keine zu großen Sorgen machen, sagt Professor Dr. Steven Jansen von der Universität Ulm.

"Es bleibt immer etwas übrig", so der Botaniker und Morphologe, "ich habe es noch nicht erlebt, dass das Gras durch Trockenheit komplett zerstört wird." Auch in Gebieten, die häufiger Hitze und Trockenheit ausgesetzt sind, etwa im Mittelmeerraum, würden sich die Pflanzen schließlich immer wieder regenerieren. "Deswegen ist Rasen ja so beliebt – eben weil er so widerstandsfähig ist."

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Gelitten hätten nach Meinung des Experten bei dem Wetter dennoch fast alle Rasenflächen. In der prallen Sonne sei das Grün noch schneller vertrocknet, im Schatten von Bäumen – wo zwar die Sonneneinstrahlung nicht so groß ist –, hätten die Bäume dagegen auch noch die letzte Flüssigkeit aus dem Boden gezogen.

Experte rät: Rasen nicht zu kurz mähen

Komplett vermieden werden kann das Austrocknen des Rasens bei diesem Klima zwar nicht – der Experte hat aber Tipps, wie sich der Prozess zumindest verlangsamen lässt: Wird das Gras beispielsweise nicht ganz so kurz gemäht, dringt die Sonneneinstrahlung nicht so leicht an die Wurzel und die Pflanze kann länger überleben.

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Ist nun aber ein Großteil des Rasens zerstört, sollten Hobbygärtner tote Halme und vor allem Moos von der Oberfläche entfernen, um den überlebenden Pflanzen die Möglichkeit zu geben, sich mit dem Regen schneller zu erholen. "Wenn es weniger Konkurrenz gibt, überleben 90 bis 100 Prozent der Pflanzen", so der Botaniker.

Doch auch wenn dann der ersehnte Regen kommt, werde es noch etwas dauern, bis sich die Grünflächen wieder erholen, sagt Jansen. Um nachzusäen sollte bis September gewartet werden.

Obstbauern feiern heißen Sommer

Und auch um die meisten anderen Gartenpflanzen sollten sich Hobbygärtner keine zu großen Sorgen machen. Viele Blumen sind zwar sehr früh verblüht, die Samen gehen aber wieder in den Boden und sorgen dafür, dass sie auch im nächsten Jahr wieder blühen, sagt der Biologe.

Ebenso ist es bei Bäumen, die teilweise schon seit Ende Juli ihr Laub verlieren: "Das sieht zwar traurig aus, ist aber nicht so schlimm." Der einzige Haken: Ein weiteres Wachstum für dieses Jahr bleibt aus. Fast der gesamte Stoffwechsel kommt zum Erliegen, Reserven ziehen sich die Bäume aus dem Stamm.

Außerdem führt der sogenannte Trockenstress dazu, dass die Bäume weniger Harz produzieren – und so auch weniger Schädlinge, Pilze oder Insekten abhalten können.

Grundsätzlich sind aber auch Bäume widerstandsfähig, sagt Jansen – vor allem solche, die Obst tragen. Apfel- und Birnenbäume wachsen vor allem im Norden häufig auf Marschböden, die das Wasser gut speichern, und die Sonne sorgt dafür, dass die Früchte sehr viel Zucker bilden können. "Die Obstbauern sind mit dem Sommer zufrieden."

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