Kurz vor den US-Open : Zverev holt Tennis-Legende Lendl als Trainer

Alexander Zverev hat sich Tennis-Legende Ivan Lendl in seinen Trainerstab geholt.
Alexander Zverev hat sich Tennis-Legende Ivan Lendl in seinen Trainerstab geholt.

Deutschlands bester Tennisprofi Alexander Zverev arbeitet in Zukunft mit Tennis-Legende Ivan Lendl zusammen.

shz.de von
22. August 2018, 14:21 Uhr

Berlin | Aufmerksam schaut Ivan Lendl zu, wie Alexander Zverev zur Rückhand ausholt. Auf einem zweiten Foto steht der 21-jährige Zverev eingerahmt von der Tennis-Ikone und seinem Vater lächelnd vor dem Arthur-Ashe-Stadion, der großen Arena in New York. "Willkommen im Team, Ivan Lendl", schrieb der deutsche Jungstar im Internet. Bilder und fünf Wörter. Hat der Weltranglisten-Vierte den US-Amerikaner rechtzeitig vor den US Open nun doch als Trainer engagiert? Setzt Zverev nun neben seinem Vater auch auf Lendl?

Vieles deutet darauf hin. Offiziell bestätigt wurde die Zusammenarbeit zunächst nicht. Details, wie intensiv der ehemalige Coach von Andy Murray das größte deutsche Tennis-Talent seit Boris Becker nun betreuen könnte, waren erst einmal nicht bekannt.

Lendl machte Murray zur Nummer eins

Immer wieder mal hat Zverev schon mit dem früheren Weltranglisten-Ersten trainiert. Erst Ende Juli hatte Zverevs Manager Patricio Apey nach zwei gemeinsamen Trainingstagen dementiert, dass der Hamburger Lendl verpflichtet habe. Auch da waren Fotos in den sozialen Netzwerken aufgetaucht und hatten Spekulationen ausgelöst.

Ist die Zusammenarbeit nun doch beschlossen? Im Frühjahr hatte Zverev selbst erklärt, vorerst keinen prominenten Coach verpflichten zu wollen. Das ist inzwischen mehrere Monate her. Schon da hatte er betont, dass nur Lendl und Boris Becker infrage kämen. Wie kaum ein anderer könnte der achtmalige Grand-Slam-Turniersieger Lendl, mittlerweile 58 Jahre alt, wohl zum wichtigen Ratgeber für die entscheidenden Tennis-Momente werden. Seine Tipps könnten schon bei den US Open helfen, die am Montag mit dem an Nummer vier gesetzten Zverev beginnen.

"Bestimmt würde er von einem Ivan Lendl auch profitieren können", sagte Becker einmal. Der Herren-Chef im deutschen Tennis betonte aber auch: Zverevs wichtigster Coach bleibe immer dessen Vater.

Welcome to the team Ivan Lendl

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Mit Alexander Zverev senior hatte der neunmalige Turniersieger zuletzt wieder ausschließlich trainiert, nachdem er sich zu Beginn des Jahres im Streit von Juan Carlos Ferrero getrennt hatte. Der Spanier warf Zverev mangelnde Disziplin und Unpünktlichkeit vor. Zverev wiederum hatte beklagt, dem früheren Weltranglisten-Ersten fehle es an Respekt.

Murray: "Alleine seine Präsenz hilft mir ein bisschen"

Der erfahrene Lendl wirkte oft teilnahmslos und brummig, wenn er als Coach von Murray auf der Tribüne saß. Er hatte aber immensen Erfolg. Mit dem Schotten feierte der einstige Becker-Rivale Olympia-Gold, gewann die US Open 2012, führte ihn in Wimbledon 2013 und 2016 zum Titel und formte ihn zur Nummer eins der Welt. "Allein seine Präsenz hilft mir ein bisschen", erklärte Murray damals.

Lendl sagte Zverev schon vor Jahren eine glorreiche Karriere voraus, Tennis-Deutschland solle sich darum keine Sorgen machen. Auf Grand-Slam-Ebene hat der große deutsche Tennis-Hoffnungsträger aber bislang seine Klasse nur ansatzweise bewiesen. Bisher kam er noch nicht über das Viertelfinale hinaus.

In Wimbledon scheiterte der Hamburger zuletzt in der dritten Runde. Bei den US Open 2017 war schon nach dem zweiten Match Schluss. In den kommenden zwei Wochen soll es besser klappen. Die Hoffnungen sind wie bei den vergangenen Grand-Slam-Turnieren groß - diesmal womöglich mit Lendl als Trainer.

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