Legendäre Duelle mit dem Nachbarn : WM-Casting gegen Österreich: Alle Augen auf Neuer

<p>Alle Augen werden am Samstag im Klagenfurter Wörthersee Stadion auf Manuel Neuer gerichtet sein. Der Kapitän der deutschen Nationalmannschaft wird nach seiner langen Verletzung zum ersten Mal mal wieder im Tor stehen. Sein letztes Länderspiel absolvierte er am 11. Oktober 2016 beim 2:0 über Nordirland. </p>

Alle Augen werden am Samstag im Klagenfurter Wörthersee Stadion auf Manuel Neuer gerichtet sein. Der Kapitän der deutschen Nationalmannschaft wird nach seiner langen Verletzung zum ersten Mal mal wieder im Tor stehen. Sein letztes Länderspiel absolvierte er am 11. Oktober 2016 beim 2:0 über Nordirland.

Es ist nur ein Testspiel, aber das Duell zwischen Deutschland und Österreich birgt immer Brisanz - diesmal insbesondere die Personalie Neuer.

shz.de von
02. Juni 2018, 10:00 Uhr

Zum bereits 40. Mal kommt es am Samstag zum Nachbarschaftsduell zwischen Österreich und Deutschland. In der Fußball-Geschichte gab es einige historische Partien in dieser Konstellation, wie die "Schmach von Cordoba" oder die "Schande von Gijon" (siehe Überblick unten). Ab 18 Uhr rollt der Ball im Klagenfurter Wörthersee Stadion nun zwar nur im Rahmen eines Testspiels, doch auch dieses könnte denkwürdig werden: Es ist der erste Auftritt von Nationalmannschafts-Kapitän Manuel Neuer nach seiner langen Verletzung, eine komplette Fußball-Nation richtet ihre Augen auf den Keeper. 

Seit nunmehr 32 Jahren warten die Österreicher auf einen Sieg gegen die DFB-Elf. Der letzte Erfolg der "Austria" datiert vom 29. Oktober 1986 beim 4:1 im Wiener Praterstadion. Damals traf unter anderem ein gewisser Toni Polster doppelt. Insgesamt spricht die Statistik mit 25:8 Siegen aber klar für Deutschland. Die letzte Partie fand in der Qualifikation für die WM 2014 statt und endete 3:0 für Löws Team. Die Tore erzielten am 6. September 2013 in München Miroslav Klose, Toni Kroos und Thomas Müller. 

Bewährungsprobe: Wer muss sich aus dem Kader verabschieden?

Für die 27 Spieler, die im Trainingslager im Eppan dabei sind, ist es die erste und einzige Chance sich noch einmal beim Bundestrainer mit einer starken Leistung ins Gedächtnis zu rufen, bevor dieser den endgültigen 23er-Kader bis spätestens Dienstag bei der Fifa gemeldet haben muss. Besonders zittern wird vor allem Torwart Kevin Trapp, denn sollte Manuel Neuer den Stresstest gegen Österreich bestehen, wird der ehemalige Frankfurter ein sicherer Streichkandidat sein.

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Für Neuer ist es der erste Einsatz in der Nationalmannschaft seit Oktober 2016 (!). Unter der Woche durfte Neuer im zweiten geheimen Test gegen die U20 weitere 70 Minuten Spielpraxis sammeln. Der Clou dabei war, dass der lange verletzte Weltmeister im Tor der Junioren stand, um so mehr gefordert zu werden. In ein paar Video-Sequenzen, die der DFB verbreitete, war auch eine spektakuläre Fußabwehr von Neuer bei einem Volleyschuss seines Bayern-Kollegen Thomas Müller zu sehen. "Da ist keine Blockade mehr. Er ist voll da", äußerte DFB-Teammanager Oliver Bierhoff erfreut über Neuer. Nebenbei ist die Partie am Samstagabend noch ein Jubiläum für den Bayern-Keeper. Es ist sein 75. Länderspiel im DFB-Dress. 

Löw: Neuer-Einsatz entscheidet sich kurz vor dem Spiel

Am Freitag erklärte Löw, dass über den Einsatz von Neuer final erst am Samstag entschieden werde - ebenso über die Frage, ob der Torwart die kompletten 90 Minuten im Tor stehen wird. Nicht mit nach Klagenfurt reisen laut Löw die beiden Weltmeister Mats Hummels und Thomas Müller. Ohnehin nicht beim Testspiel dabei sind Jérôme Boateng, der nach einer Oberschenkelverletzung noch im Aufbautraining ist, und Toni Kroos, der nach dem Champions-League-Sieg mit Real Madrid erst am Samstag zum Team stoßen soll.

Zwei Tage später muss Löw sein bislang 27-köpfiges Aufgebot um vier Spieler reduzieren. Im Moment sei seine "Gefühlslage vor der Nominierung noch völlig entspannt", so der Coach. Am Sonntag werde sich der Trainerstab "nochmal die Köpfe heiß reden" und "alle Dinge auswerten, die man auswerten kann". Am Montagvormittag wolle er dann mit denjenigen Spielern sprechen, die gestrichen werden.

"Natürlich ist es dann kein gutes Gefühl. Im persönlichen Gespräch mit dem Spieler tut es auch mir manchmal weh. Es bricht eine kleine Welt für denjenigen zusammen, der dann nicht zum Turnier darf", erläuterte Löw. Es gebe "manchmal das ein oder andere Argument, manchmal ist es auch nur ein Bauchgefühl".

Österreich gegen Deutschland – immer wieder denkwürdige Spiele:

 
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