zur Navigation springen

Favouriten, Schanzen, Tickets : Vierschanzentournee 2015/2016: Was Sie wissen müssen

vom

Heute startet die Vierschanzentournee mit der Qualifikation in Oberstdorf. Wer sind die Favoriten? Und gibt es noch Tickets?

shz.de von
erstellt am 28.Dez.2015 | 15:37 Uhr

Wer sind die Favoriten auf den Tourneesieg?

Heißester Anwärter auf den Tournee-Triumph ist der Slowene Peter Prevc. Der Mann im Gelben Trikot des Weltcup-Spitzenreiters siegte zuletzt dreimal in Serie.

Die deutschen Hoffnungen ruhen vor allem auf Severin Freund. Der Weltmeister und Gesamt-Weltcupsieger des vergangenen Winters konnte in dieser Saison schon zwei Siege feiern und ist im Gesamtklassement derzeit die Nummer zwei.

Einen starken Eindruck hinterließen bisher die Norweger, die in Kenneth Gangnes und Daniel-André Tande zwei Saisonsieger in ihren Reihen haben.

Zu beachten sind auch die Österreicher um Titelverteidiger Stefan Kraft und den Vorjahreszweiten Michael Hayböck. Bei beiden zeigte die Formkurve zuletzt deutlich nach oben.

Was sagen die Wettanbieter?

Für den Sportwettenanbieter bwin sind ebenfalls Freund und Prevc die großen Favoriten auf den Gesamtsieg. Vor dem ersten Springen am Dienstag in Oberstdorf ist Freund mit einer Quote von 4,50 notiert. Weniger Geld gibt es nur bei einem Erfolg von Prevc: Wer zehn Euro auf den 23-Jährigen setzt, erhält 21 zurück. Auf Platz drei folgt Titelverteidiger Stefan Kraft (Österreich) mit deutlichem Abstand und einer Quote von 11,00.

Was sagt die Statistik sonst?

Gleich drei Nationen stellten jeweils 16 Mal den Gesamtsieger: Deutschland (mit DDR), Finnland und Österreich. Dahinter folgt Norwegen mit zehn Erfolgen.

Rekordsieger ist Janne Ahonen. Er triumphierte zwischen 1999 und 2008 gleich fünfmal. Der Finne war auch an einem Novum in der Tourneegeschichte beteiligt: 2005/06 teilte er sich den Sieg mit dem nach vier Wettbewerben punktgleichen Jakub Janda aus Tschechien.

Erfolgreichster Deutscher ist Jens Weißflog mit vier Siegen. Ein anderer DSV-Adler hält einen ganz besonderen Rekord: 2001/02 gewann Sven Hannawald als erster und bisher einziger Springer alle vier Tournee-Wettbewerbe.

Drei Gesamtsiege in Serie schaffte bisher nur der Norweger Björn Wirkola (1967-1969). Österreich stellte zuletzt siebenmal nacheinander den Gewinner - auch das ist Rekord.

Wie funktioniert der Tournee-Modus?

Gesamtsieger wird der Springer, der in allen vier Wettbewerben die meisten Punkte sammelt. Die Tagessieger werden in zwei Durchgängen ermittelt, in denen die Punkte addiert werden. An jedem Wettkampf nehmen 50 Springer teil, im zweiten Durchgang dürfen die besten 30 noch einmal springen.

Die Teilnehmer des ersten Durchgangs werden in der Qualifikation ermittelt. Weil die ersten Zehn der Weltcup-Gesamtwertung automatisch qualifiziert sind, muss man mindestens 40. werden.

Anders als im Weltcup gibt es bei den Springen der Vierschanzentournee im ersten Durchgang 25 K.o.-Duelle. Die Gewinner sowie die fünf besten Verlierer (Lucky Loser) ziehen ins Finale ein. Um die Paarungen für die K.o.-Duelle ermitteln zu können, werden die Qualifikationssprünge der für den Wettkampf gesetzten Top Ten ausnahmsweise mitgewertet. Der Sieger der Ausscheidung springt gegen den 50., der Zweite gegen den 49. usw.

Können Springen wegen Schnee-Mangel ausfallen?

Das ungewöhnlich warme Wetter stellt die Organisatoren der Vierschanzentournee vor keine Probleme. Trotz der frühlingshaften Temperaturen in den vergangenen Tagen kann auf den vier Anlagen in Oberstdorf, Garmisch-Partenkirchen, Innsbruck und Bischofshofen gesprungen werden. „Wir richten die Schanzen ausschließlich mit Kunstschnee her. Schon aus Sicherheitsgründen, denn für die Athleten ist eine hart präparierte Piste besser. Da können wir mit Naturschnee eh nichts mehr anfangen“, sagte Walter Hofer, Renndirektor des Ski-Weltverbandes FIS.

Dank modernster Technik sei man mittlerweile noch unabhängiger vom Wetter. „Wir sind in der Lage, eine Schanze bei Plusgraden 10 bis 15 Tage lang zu präparieren, denn wir können täglich 400 Kubikmeter Schnee produzieren“, berichtete Hofer.

Die Anlaufspur wird zudem mit einer Kühlanlage auf die benötigte Temperatur gebracht. „Wenn das System funktioniert, haben wir keine Probleme“, erklärte der Österreicher. „Wir wollen auf Schnee anfahren, über Schnee springen und auf Schnee landen. Aber wir brauchen keine Winterlandschaft.“ Ähnlich sieht es Bundestrainer Werner Schuster. „Es ist schon extrem. Aber wir können am ehesten überleben, denn wir brauchen nicht so viel Schnee. Zur Not können wir auch auf der Matte landen“, sagte er.

Lediglich Top-Favorit Peter Prevc aus Slowenien vermisst den Schnee.„Ich fühle mich derzeit exotisch“, sagte der Weltcup-Spitzenreiter.

Gibt es noch Tickets?

Ja. Informationen zu Tickets gibt es hier.

Was macht eigentlich Martin Schmitt heute?

Martin Schmitt kann sich derzeit keine Karriere als Skisprung-Trainer vorstellen. Obwohl er sein dreijähriges Trainerstudium in Köln als Klassenbester mit der Note sehr gut abgeschlossen hat, will der viermalige Weltmeister zunächst einen anderen beruflichen Weg einschlagen. „Das Thema Trainer ist derzeit weit weg. Ich habe jetzt andere Aufgaben, die ich ernst nehme und wo ich meine Zukunft sehe“, sagte Schmitt vor dem Auftakt der 64. Vierschanzentournee in einem Gespräch der Deutschen Presse-Agentur.

Der 37-Jährige absolviert derzeit noch ein Bachelor Studium an der Uni Leipzig, das er im Wintersemester abschließen will, und seit September ein Ausbildungsprogramm an der Sport Business Academy (SPOAC) in Düsseldorf. Zudem hat er vor kurzem gemeinsam mit dem viermaligen Olympiasieger Simon Ammann aus der Schweiz die Sportmarketing-Agentur ASP SPORTS gegründet.

Ganz abgeschlossen hat Schmitt mit dem Gedanken an eine Trainerkarriere aber noch nicht. „Das Thema hat sich noch nicht endgültig erledigt. Es stellt für mich nach wie vor einen großen Reiz dar. Irgendwann werde ich da für einen gewissen Zeitraum in Erscheinung treten“, sagte Schmitt.

Hat schon einmal jemand die Vierschanzentournee ohne einen Einzelsieg gewonnen?

Ja. Das gelang insgesamt achtmal, zuletzt durch Janne Ahonen 1998/99. Das andere Extrem passierte dem Österreicher Toni Innauer. Er gewann 1975/76 drei Springen. Doch den Gesamtsieg holte Jochen Danneberg.

Wann läuft welches Springen im TV?

Oberstdorf Montag, 28. Dezember: Qualifikation (17.15 Uhr).
Dienstag, 29. Dezember: 1. Tourneespringen (17.15 Uhr/beides ARD)
Schanzenrekord Sigurd Pettersen/Norwegen mit 143,5 Metern
Garmisch-Partenkirchen Donnerstag, 31. Dezember: Qualifikation (14.00 Uhr)
Freitag, 1. Januar: 2. Tourneespringen (14.00 Uhr/beides ZDF)
Olympiaschanze, Schanzenrekord Simon Ammann mit 143,5 Metern
Innsbruck Samstag, 2. Januar: Qualifikation (14.00 Uhr)
Sonntag, 3. Januar: 3. Tourneespringen (14.00 Uhr/beides ZDF)
Bergisel-Stadion, Schanzenrekord Sven Hannawald mit 134,5 Metern
Bischofshofen Dienstag, 5. Januar: Qualifikation (17.00 Uhr)
Mittwoch, 6. Januar: 4. Tourneespringen (17.00 Uhr/beides ARD)
Paul-Außerleitner-Schanze, Schanzenrekord Daiki Ito/Japan mit 143 Metern
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen