Nach der Babypause : Miriam Neureuther erwägt Rückkehr zum Langlauf

Miriam Neureuther hatte ihre Sportkarriere als Langläuferin begonnen.
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Miriam Neureuther hatte ihre Sportkarriere als Langläuferin begonnen.

Miriam Neureuther plant die Fortsetzung ihrer sportlichen Laufbahn nach der Babypause. Aber nicht mehr im Biathlon. Wenn es Kind und Form zulassen, möchte sie das Langlauf-Team verstärken. Die Reaktionen auf die Überlegungen sind überwiegend positiv.

shz.de von
04. Januar 2018, 13:27 Uhr

Die deutschen Langläuferinnen können im nacholympischen Winter auf prominente Verstärkung hoffen. Die zweimalige Biathlon-Staffelweltmeisterin Miriam Neureuther, geborene Gössner, erwägt nach dem Ende ihrer Babypause eine Rückkehr zum Langlauf.

Das kündigte die 27-Jährige während der Tour de Ski in Oberstdorf in der ARD an und überraschte damit auch die Offiziellen des Deutschen Skiverbandes (DSV). «Es gibt Überlegungen, in diese Richtung. Die Lust ist groß, die Motivation ist da, um in diese Richtung zu gehen. Aber es ist kein endgültiges ja. Vor der neuen Saison werde ich entscheiden. Entweder ganz oder gar nicht», sagte Neureuther der Deutschen Presse-Agentur.

Die Ehefrau von Alpin-Star Felix Neureuther hatte ihre Karriere als Langläuferin begonnen und bei den nordischen Weltmeisterschaften 2009 in Liberec und den Olympischen Winterspielen 2010 in Vancouver jeweils die Silbermedaille mit der Staffel gewonnen.

Eine Rückkehr zum Biathlon schloss die dreimalige Weltcupsiegerin hingegen aus. «Jeder weiß ja, dass ich Probleme beim Schießen hatte. Und meine Tochter hat jetzt die oberste Priorität, da habe ich keine Zeit mehr, ständig Schießen zu trainieren», sagte die Garmisch-Partenkirchnerin.

Sie hatte ihren langjährigen Freund Neureuther erst kurz vor dem Jahreswechsel geheiratet und auch den Namen des derzeit verletzten 33-Jährigen angenommen. Im Oktober vergangenen Jahres war die gemeinsame Tochter zur Welt gekommen.

Die Rückkehr zum Langlauf würde eine zusätzliche Belastung bedeuten, denn in der klassischen Technik hat sie erheblichen Nachholebedarf. «Das muss ich richtig pauken und das geht nicht ohne Hilfe. Aber wenn es Matilda zulässt, bin ich jetzt schon hin und wieder auf Ski unterwegs», berichtete sie.

Im DSV vernahm man Neureuthers Überlegungen mit großem Interesse. «Bei uns ist sie jederzeit herzlich willkommen. Das würde auch zeigen, dass Wechsel keine Einbahnstraßen Richtung Biathlon sind», sagte der Sportliche Leiter, Andreas Schlütter. DSV-Sportdirektorin Karin Orgeldinger kündigte zu gegebener Zeit Gespräche an. «Miri hat ja weiter den Kaderstatus. Ein Freifahrtschein wäre der Wechsel aber nicht. Sie müsste sich genauso hinten anstellen wie Denise Herrmann, als diese vom Langlauf zum Biathlon wechselte», sagte sie, während die mögliche neue Teamkollegin Nicole Fessel jubelte: «Ich freue mich riesig. Komm bald.»

Auch Biathlon-Bundestrainer Gerald Hönig wusste bis Donnerstag noch nichts von den Überlegungen. «Ich glaube, Miri genießt gerade sehr das Familienleben. Wenn sie diese Entscheidung trifft, wird sie sicher auch mit uns reden», sagte er beim Biathlon-Weltcup in Oberhof.

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