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Gericht verhandelt Pechstein-Klage am 25. September

vom

München (dpa) - Der Termin vor Gericht steht, doch der Inhalt der Verhandlung ist noch strittig.

Eine Sprecherin des Landgerichts München I bestätigte der Nachrichtenagentur dpa, dass die Hauptverhandlung über die Schadenersatzklage von Eisschnelllauf-Olympiasiegerin Claudia Pechstein am 25. September für 10.30 Uhr angesetzt ist.

Pechstein verklagt vor dem Zivilgericht den Eislauf-Weltverband ISU und die Deutsche Eisschnelllauf-Gemeinschaft DESG, um nach der Zwei-Jahres-Sperre wegen auffälliger Blutwerte ihren ramponierten Ruf wiederherzustellen. Führende deutsche und ausländische Hämatologen hatten medizinische Diagnosen gestellt, wonach Pechsteins erhöhte Blutwerte in einem vom Vater geerbten Gendefekt begründet sind.

Noch offen ist trotz der Ansetzung der Hauptverhandlung, ob das Landgericht München I in der Sache überhaupt zuständig ist. Die ISU hatte dafür plädiert, die Frage der Zuständigkeit von den inhaltlichen Fragen samt Beweisführung abzutrennen und zu einem späteren Zeitpunkt zu verhandeln. Dazu hat sich das Gericht bisher nicht geäußert.

Auch Pechsteins Anwalt Thomas Summerer geht nach Bekanntgabe des Gerichtstermins davon aus, dass nicht nur die Frage der Zuständigkeit bei dem Termin im September geklärt wird. «Für uns ist es erfreulich, dass über alle Punkte gleichzeitig verhandelt wird», sagte der Münchner Anwalt am Mittwoch der dpa. Thomas Summerer hatte Anfang der 90er Jahre als Rechtsbeistand von Sprinterin Katrin Krabbe 1,5 Millionen Mark vom Leichtathletik-Weltverband IAAF erstritten.

Er gehe davon aus, dass sich das Gericht für zuständig befinden werde, sagte Summerer. Er kündigte zugleich an, dass er Anfang September seine Hauptargumente im Pechstein-Prozess öffentlich machen werde. Derzeit wolle er darauf noch nicht eingehen, sagte er am Mittwoch. Er unterstrich jedoch, dass schon zum Zeitpunkt des Aussprechens der Sperre für Pechstein erhebliche Zweifel über die Schuld Pechsteins bestanden hätten. «Sie wurde ohne gesicherte medizinische Erkenntnisse gesperrt», argumentierte er.

Sein Gegenspieler wird beim Gerichtstermin in München sein Anwaltskollege Dirk-Reiner Martens sein, der den Eislauf-Weltverband ISU vertritt. Er hatte einst auch die IAAF im Prozess gegen Krabbe vertreten. Von der Millionen-Klage hatte sich Martens unbeeindruckt gezeigt. «Ich bin seit 44 Jahren Anwalt, da erschrickt man nicht mehr», hatte er schon vor einigen Wochen gesagt.

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erstellt am 16.Aug.2013 | 11:33 Uhr

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