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Eiskunstlauf : Eistänzer Caruso jubelt über deutschen Pass

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Nicht nur die Leistung entscheidet bei den Eiskunstläufern über das Ticket zu den Winterspielen in Sotschi. Bei drei bi-nationalen Paaren, die international seit Jahren für die Deutsche Eislauf-Union (DEU) starten, muss vor Olympia noch der deutsche Pass her.

Bei Welt- und Europameisterschaften sind in dem globalen Sport unterschiedliche Nationalitäten gang und gäbe. Der italienische Eistänzer Stefano Caruso jubelte Anfang der Woche, als er die deutsche Staatsbürgerschaftsurkunde in den Händen hielt. «Ab heute heiße ich Stephan», witzelte er auf Facebook.

Zusammen mit der Berlinerin Tanja Kolbe bildet er Deutschlands zweitbestes Tanzpaar und könnte bei sportlicher Qualifikation in Sotschi dabei sein. Dank des zehnten WM-Platzes von Nelli Zhiganshina und Alex Gazsi hat die DEU zwei Tanz-Startplätze bei Olympia. EU-Bürger wie Caruso haben es leichter als Russen mit der Einbürgerung. Obwohl der 26-jährige Mailänder erst etwas mehr als zwei Jahre und damit kürzer als Zhiganshina in Deutschland lebt, war er schneller erfolgreich.

Kurios ist, dass die DEU noch nicht fest mit dem besten deutschen Tanzpaar planen kann. Die Moskauerin wartet seit Monaten auf eine Freigabe aus ihrem Heimatland. Längst sind alle Papiere eingereicht und Prüfungen abgelegt. Seit April wartet die Wahl-Oberstdorferin auf eine Bescheinigung aus ihrer Heimat, die ihre Entlassung aus der bisherigen Staatsbürgerschaft dokumentiert. Dieses Papier ist Voraussetzung, um beim Einwohnermeldeamt im Allgäu den deutschen Pass zu erhalten.

«Wir können nichts tun als warten. Wir haben gehört, dass es in Russland ein halbes Jahr dauern kann», sagte die 26-Jährige. Der Verband will nun noch einmal nachfassen, denn bis Ende des Monats muss die DEU eine erste Liste für Olympia an den Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) schicken. Alle, die auf der Liste stehen, können problemlos akkreditiert und damit mit Visa versorgt werden.

Noch um die Teilnahme in Sotschi bangen muss trotz zweier Startplätze auch das Kunstlaufpaar Mari Vartmann und Aaron van Cleave. Wie viele Eiskunstläufer fanden sie über die in der Szene bekannte Website «icepartnersearch.com» im Internet zusammen. Der gebürtige Kanadier war Ende August genau drei Jahre in Berlin und kann nun beim Ausländeramt die nötigen Anträge stellen. Sprach- und Wissensprüfungen hat er bestanden. Die viermaligen Weltmeister Aljona Savchenko und Robin Szolkowy haben diese Probleme längst hinter sich: Rechtzeitig vor den Spielen 2006 in Turin wurde der Einbürgerung der Ukrainerin zugestimmt. Die Chemnitzer sollen das multikulturelle Team im Februar anführen und für Medaillenglanz sorgen.

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erstellt am 04.Sep.2013 | 15:24 Uhr

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