Überblick : Doppelsieg im Biathlon und Skeleton-Triumpf - das war das Wintersport-Wochenende

Das Wochenende verlief durchaus erfolgreich für die deutschen Sportler. Der Überblick.

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08. Januar 2017, 19:29 Uhr

Biathlon: Simon Schempp und Erik Lesser haben zum Abschluss des Biathlon-Heimweltcups in Oberhof für einen Doppelsieg gesorgt. Im packenden Massenstart-Rennen setzte sich Schempp vor Lesser und dem fünfmaligen Weltcup-Gesamtsieger Martin Fourcade durch und feierte seinen elften Weltcupsieg. Es war der erste Doppelerfolg seit elf Jahren. Die in den ersten beiden Oberhof-Rennen pausierende Laura Dahlmeier konnte zwar das Gelbe Trikot der Weltcup-Gesamtführenden von der erneut siegreichen Gabriela Koukalova nicht zurückerobern. Aber mit Rang zwei im Massenstart war sie zufrieden und liegt in der Gesamtwertung 15 Punkte hinter der Tschechin.

Nordische Kombination: Die DSV-Asse dominierten auch zum Auftakt des WM-Jahres beim Weltcup in Lahti. Am Sonntag gab es einen Dreifacherfolg durch Fabian Rießle, Olympiasieger Eric Frenzel und Weltmeister Johannes Rydzek. Am Samstag hatte Frenzel seinen 35. Weltcupsieg gefeiert, Rydzek war Dritter geworden. Die DSV-Kombinierer haben damit alle neun Saisonwettbewerbe zu ihren Gunsten entschieden. In der Gesamtwertung führt Frenzel mit 634 Punkten vor Rydzek (590) und Rießle (478).

Bob: Francesco Friedrich und Johannes Lochner haben den Bob-Weltcup in Altenberg dominiert. Der dreimalige Zweierbob-Weltmeister Friedrich setzte sich mit Anschieber Martin Grothkopp im kleinen Schlitten gegen den Russen Alexander Kasjanow durch. Im Viererbob bremste Johannes Lochner den Russen aus und holte seinen ersten Weltcupsieg. Der für den BC Stuttgart startende 26-jährige Berchtesgadener siegte am Sonntag mit seiner Crew Sebastian Mrowka, Joshua Bluhm und Christian Rasp. Friedrich aus Oberbärenburg wurde Dritter. Vereinskollege Nico Walther landete nur auf Rang sechs.

Eisschnelllauf: Der Chemnitzer Nico Ihle hat die Bronze-Medaille bei den Sprint-Europameisterschaften der Eisschnellläufer gewonnen. Der 31-Jährige musste am Samstag bei der Premiere in Heerenveen nur den Niederländern Kai Verbij und Kjeld Nuis den Vortritt lassen. Das ist die erste deutsche Medaille im Sprint-Vierkampf seit der WM 1991 durch Uwe-Jens Mey. Zuvor hatte die Berlinerin Claudia Pechstein die Mehrkampf-EM als Sechste beendet. Die niederländische Rekord-Olympionikin Ireen Wüst gewann zum fünften Mal den Titel.

Langlauf: Heidi Weng aus Norwegen und der Russe Sergej Ustjugow sind die Tour-de-Ski-Sieger des Jahres 2017. Weng schob sich auf dem Weg zur Alpe Cermis noch an der vierfachen Etappensiegerin Stina Nilsson aus Schweden vorbei und gewann klar. Noch deutlicher war der Vorsprung des fünfmaligen Etappen-Gewinners Ustjugow vor Martin Johnsrud Sundby aus Norwegen. Die Deutschen liefen an den selbstgesteckten Zielen vorbei. Steffi Böhler wurde 13. und holte das zweitbeste Tour-Ergebnis ihrer Karriere. Nicole Fessel erreichte Platz 15. Bei den Herren war Florian Notz als 17. bester DSV-Athlet, Lucas Bögl kam auf Rang 19.

Ski Alpin: Felix Neureuther ist in Adelboden zweimal am Podium vorbei gefahren: Beim Riesenslalom am Samstag reichte es wegen eines verkorksten ersten Laufs nur zu Rang acht, im Slalom tags darauf fehlten als Vierter nur 0,05 Sekunden. Linus Straßer überraschte beim überragenden Slalom-Sieg von Henrik Kristoffersen aus Norwegen als Zehnter. Den Riesenslalom gewann der Franzose Alexis Pinturault. In Maribor verpasste Viktoria Rebensburg ebenfalls die Top 3 im Riesentorlauf am Samstag. Beim Slalom enttäuschten die deutschen Starterinnen jenseits der Top 15. Die Französin Tessa Worley am Samstag und US-Slalom-Star Mikaela Shiffrin waren nicht zu schlagen.

Rodeln: Olympiasieger Felix Loch hat selbst auf der Heimbahn enttäuscht und das ansonsten starke deutsche Ergebnis bei der Europameisterschaft am Königssee getrübt. Der Weltmeister war am Freitag nur auf den vierten Rang gefahren. Am Vortag hatten sich Lochs Trainingskollegen Tobias Wendl/Tobias Arlt bei den Doppelsitzern sowie Natalie Geisenberger den EM-Titel gesichert. Auch die deutsche Team-Staffel mit Wendl/Arlt, Geisenberger und Ralf Palik setzte sich zum Abschluss klar gegen die Konkurrenz durch.

Skeleton: Das deutsche Skeletonteam hat einen überragenden Weltcup in Altenberg abgeliefert. Jacqueline Lölling holte den ersten Sieg der deutschen Pilotinnen in diesem Winter überhaupt. Die 21 Jahre alte Winterbergerin setzte sich mit 0,44 Sekunden Vorsprung auf Weltmeisterin und Teamkollegin Tina Hermann aus Königssee durch. Dritte wurde die Österreicherin Janine Flock. Christopher Grotheer verbuchte am Samstag den ersten Weltcupsieg seiner Karriere. Lokalmatador Axel Jungk aus Oberbärenburg kam hinter dem Letten Martins Dukurs auf Rang drei.

Snowboard: Snowboarderin Nadja Flemming hat im vierten Anlauf zum ersten Mal einen Weltcup in den Top Ten beendet. Beim Big Air in Moskau verpasste die 21-Jährige aus Röhrmoos zwar den Einzug ins Finale der besten Sechs, verbuchte auf Rang zehn aber dennoch das beste Resultat ihrer noch jungen Karriere. Der Sieg in Russland ging am Samstag an die Britin Katie Ormerod vor Anna Gasser aus Österreich, die die kleine Kristallkugel fast sicher hat.

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