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Leistungssportreform : Wechsel an PotAS-Spitze: Hörmann hofft auf neue Schlagkraft

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Die Reform im deutschen Leistungssport kommt nur schleppend voran. Der Rücktritt von PotAS-Chef Strauß soll aber zu keiner weiteren Verzögerung führen, betont DOSB-Chef Hörmann. Er verspricht sich sogar neue Impulse.

shz.de von
erstellt am 10.Aug.2017 | 11:52 Uhr

Der überraschende Führungswechsel in der Kommission für Potenzialanalyse (PotAS) soll die vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) angeschobene Leistungssportreform nicht weiter lähmen.

«Wir hoffen sehr, dass nun mit Professor Granacher an der Spitze zeitnah die Schlagkraft entwickelt werden kann, welche für eine wertvolle Unterstützung der Leistungssportreform notwendig ist», sagte DOSB-Präsident Alfons Hörmann der Deutschen Presse-Agentur.

Der DOSB hoffe, «dass in der neuen Aufstellung eine kompetente Arbeitsfähigkeit der wichtigen Kommission im Sinne des gemeinsamen Erfolges der Leistungssportreform gesichert werden kann», betonte Hörmann.

Das Bundesinnenministerium erwartet durch den Führungswechsel keinen weiteren Aufschub der Spitzensportreform. «Für Verzögerungen im Prozess der Umsetzung der Leistungsportreform gibt es bislang keine Anhaltspunkte», erklärte eine Sprecherin auf Anfrage der dpa. Zugleich danke Innenminister Thomas des Maizière dem aus gesundheitlichen Gründen als PotAS-Vorsitzenden zurückgetretenen Bernd Strauß für dessen bisher geleistete Arbeit «beim Aufbau dieses neuen Instrumentes und Kernelementes der Spitzensportförderung des Bundes».

Unbenommen von der PotAS-Personalrochade sei man «nach den sehr erfolgreichen Verbandsgesprächen seitens des Sports auf einem guten Weg im Hinblick auf die wichtigen Weichenstellungen», sagte Hörmann und bekräftigte: «Im DOSB arbeiten wir gemeinsam mit den Partnern konsequent an der erfolgreichen Umsetzung aller Bereiche der gemeinsam beschlossenen Reform.»

Der PotAS-Vorsitzende Bernd Strauß, Professor für Sportpsychologie der Universität Münster, war nach nur drei Monaten aus gesundheitlichen Gründen zurückgetreten. Sein bisheriger Stellvertreter Urs Granacher von der Universität Potsdam soll nun die Untersuchung der Disziplinen in den einzelnen Verbänden, die als Grundlage zur Förderberechnung der Sportarten durch den Bund dienen, leiten.

«Mich hat die Nachricht sehr überrascht», kommentierte Siegfried Kaidel, Sprecher der Spitzensportverbände, den Führungswechsel. Als Rückschlag für die Reform, die sich ohnehin verzögert, bewertet er diesen nicht. Es müsse aber schnell kommuniziert werden, wie es vor allem im Hinblick auf die Olympischen Winterspiele 2018 in Pyeongchang weitergehen soll. «Die Themen für den Wintersport sollten ja vorangetrieben werden. Die Frage ist: Wie schnell schafft man das», sagte Kaidel.

Für die Sommersportarten kann das Bewertungssystem wegen dessen Komplexität ohnehin erst nach den Sommerspielen 2020 in Tokio eingeführt werden. Dies hatten der DOSB und das Bundesinnenministerium im Juni eingeräumt. Strauß soll dem Vernehmen nach festgestellt haben, dass die Umsetzung technisch gar nicht möglich sein werde. Zwischen ihm und einigen Kommissionsmitgliedern soll es zum Zwist gekommen sein.

Für die Einschätzung der Förderungswürdigkeit waren 60 Attribute ausgewählt worden. Nach Angaben des Innenministeriums kosten Geschäftsstelle und Kommissionsarbeit den Steuerzahler rund 700 000 Euro pro Jahr.

Konzept der Leistungssportreform

Entwurf der Attributenliste

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