NHL-Torhüter : Stanley-Cup-Finale: Grubauer will Chance nutzen

Die Vegas Golden Knights und die Washington Capitals treffen von Montag an im Stanley-Cup-Finale aufeinander. Erstmals kann ein deutscher Torhüter die begehrteste Eishockey-Trophäe gewinnen.

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27. Mai 2018, 13:04 Uhr

Philipp Grubauer kann Eishockey-Geschichte schreiben. Noch nie wurde ein deutscher Torhüter Stanley-Cup-Sieger.

Der Keeper von den Washington Capitals hat vor Beginn der Best-of-Seven-Serie in der nordamerikanischen Profiliga NHL beim Sensationsteam der Vegas Golden Knights von Montag an die große Chance auf den Gewinn der 15,5 Kilogramm schweren Trophäe. «Diese Chance kommt nicht oft, und natürlich ist das jetzt etwas ganz Besonderes», sagte Grubauer den «Eishockeynews».

Besonders sind in diesem Jahr auch die Vorzeichen. Beide Teams haben noch nie den Stanley Cup gewonnen. Las Vegas überraschte in der Premieren-Saison die komplette Eishockey-Welt. Die Capitals aus der US-Hauptstadt mit Superstar Alex Owetschkin haben 43 Jahre eher den Ruf als Verlierer gehabt: Top in der regulären Spielzeit, aber wenn es darauf ankam, haben sie stets versagt. «Wir haben so lange daraufhin gearbeitet. Ich kann den Beginn kaum erwarten», sagte Owetschkin, der sich in seiner 13. Saison endlich den großen Traum erfüllen will.

Auch ein Deutscher kann wieder den begehrtesten Titel im Eishockey gewinnen. Nach Uwe Krupp mit den Colorado Avalanche (1996) und den Detroit Red Wings (2002), Dennis Seidenberg mit den Boston Bruins (2011) und Tom Kühnhackl, der in den vergangenen beiden Jahren mit den Pittsburgh Penguins siegte, hat nun Grubauer die Möglichkeit. «Das ist schon eine Hausnummer», berichtete er.

Als deutscher Torhüter stand bislang nur Olaf Kölzig in einer Final-Serie, ebenfalls mit den Washington Capitals. Die verlor der Goalie 1998 gegen Detroit mit 0:4. «Fantastisch, was sie in dieser Saison erreicht haben», sagte der heute 48 Jahre alte Kölzig über seine Capitals. Er war bis 2014 Torwarttrainer in Washington und arbeitete auch kurz mit Grubauer zusammen. «Ich freue mich sehr für ihn», erklärte der gebürtige Südafrikaner.

Richtig genießen kann sein früherer Schützling die kommenden Finalspiele erst mal nicht. Dank toller Leistungen in der regulären Spielzeit stand er zum Playoff-Start im Tor. Nach zwei Niederlagen in der ersten Runde gegen die Columbus Blue Jackets rotierte Braden Holtby, die eigentliche Nummer eins, zurück ins Tor. Die Capitals siegten, Grubauer blieb auf der Bank. Einen erneuten Wechsel vor dem Finale wird Trainer Barry Trotz nicht vornehmen.

Sollte Washington erstmals den Cup gewinnen, würde Grubauers Name derzeit nicht auf dem Cup stehen. Für die Gravur muss ein Spieler einmal in der Finalserie auf dem Eis stehen oder auf 41 Einsätze (Grubauer hat 35) in der regulären Saison kommen. Als Stanley-Cup-Sieger dürfte sich der 26-Jährige im Erfolgsfall dennoch fühlen. «Man ist Teil der Mannschaft», sagte Kühnhackl, der im Vorjahr wegen einer Verletzung kein Playoff-Spiel für die Penguins absolvierte.

Im Juni 2017, als Pittsburgh den Titel verteidigte, gab es die Golden Knights noch gar nicht. «Keiner hat mit uns gerechnet», sagte der in den Playoffs überragende Torhüter Marc-André Fleury. «Jetzt wollen wir auch den letzten Schritt gehen.» Die Mannschaft brach in der ersten Saison sämtliche Rekorde und begeisterte mit Tempo-Eishockey. Mit einem Stanley-Cup-Sieg würde das Team von Trainer Gerard Gallant eine der größten Sensationen in der Sportgeschichte schaffen.

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