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Baseball : Rote Socken gegen Rote Vögel: «Schlacht der Titanen»

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Boston (dpa) – Diese Finalserie trägt ihren Namen zu Recht: Baseballs Beste greifen ab Mittwoch zu Fang-Handschuh und Schläger. Mit den Boston Red Sox und den St. Louis Cardinals treffen erstmals seit 1999 in der World Series der Profiliga MLB wieder die Top-Teams der Vorrunde aufeinander.

shz.de von
erstellt am 22.Okt.2013 | 10:27 Uhr

Der TV-Sender «CBS» sieht bereits eine «Battle of Titans» (Schlacht der Titanen) auf Amerika zukommen. Beide Vereine hatten 97 der 162 Vorrundenspiele gewonnen und beide stehen für Tradition, Baseball-Geschichte, fachkundige Fans und absoluten Teamgeist.

«Wir sind zusammen so weit gekommen und wollen das Ding jetzt auch zusammen gewinnen», sagt Cardinals-Outfielder Carlos Beltran. «Egal, was in der World Series passiert, diese Truppe ist etwas ganz Besonderes. Es war eine großartige Saison, die ich nie vergessen werde», betont Red Sox-Pitcher Jon Lester.

Dass die Roten Socken in den maximal sieben Finalspielen auf die Roten Vögel («Redbirds») treffen würden, hätte zu Saisonbeginn selbst im baseballbegeisterten Boston niemand für möglich gehalten. Während St. Louis im Oktober 2012 nur einen Sieg von der World Series entfernt war und die Halbfinalserie gegen den späteren Meister San Francisco Giants trotz 3:1-Führung noch mit 3:4 verlor, spielten die Red Sox im Vorjahr die schlechteste Saison seit 1965.

«Es ist so viel in diesem einen Jahr passiert. Und ich weiß gar nicht, ob wir das alles schon so richtig begreifen können», meint John Farrell. Er wurde am 23. Oktober 2012 als neuer Cheftrainer vorgestellt – genau ein Jahr später coacht er am Mittwoch seine Red Sox im heimischen Fenway Park im ersten Finalspiel. Bei den Buchmachern sind die Red Sox leicht favorisiert. Und das natürlich auch viele Bostonians an den Titel glauben, liegt in der Historie begründet. Zum vierten Mal treffen Boston und St. Louis aufeinander. 1946 und 1967 gewann der Club aus dem Mittleren Westen in jeweils sieben Spielen. 2004 hingegen setzte sich Boston glatt in vier Partien durch feierte im Busch Stadium von St. Louis den ersten Titelgewinn seit 1918.

Bei den Cardinals ist Catcher Yadier Molina der Einzige, der vor neun Jahren schon dabei war. Auf Red Sox-Seite ist nur noch David Ortiz übrig geblieben. Der Power-Hitter aus der Dominikanischen Republik, den alle nur «Big Papi» nennen, trägt seit Jahren einen gepflegten Vollbart – bei vielen seiner Mitspieler hingegen ist der Haarwuchs völlig außer Kontrolle geraten. Profis wie First Baseman Mike Napoli, Outfielder Jonny Gomes oder Catcher David Ross haben sich seit der Saisonvorbereitung im März nicht mehr rasiert. Fast alle anderen haben mittlerweile nachgezogen und so für einen haarigen Hype in Massachusetts gesorgt.

Eine komplett andere Herangehensweise an die neue Saison gab es auch in St. Louis. Trainer Mike Matheny legte seinen Spielern nahe, ihren Job täglich so anzugehen, wie es die zu Jahresbeginn verstorbene Club-Legende Stan Musial immer getan hatte. Musial trug 22 Spielzeiten das Cardinals-Trikot und wurde mit dem Verein dreimal Meister. Ob buschige Bärte oder besondere Berufseinstellung – beide Wege haben Boston und St. Louis in die World Series geführt. Doch nur einer wird spätestens am 31. Oktober auch gekrönt.

Sports Illustrated

Boston Globe

CBS

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