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Australian Open : BBC: 16 Tennisprofis aus Top 50 sollen Spiele manipuliert haben

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Manipulationsvorwürfe haben bereits zahlreiche Sportarten überschattet – jetzt gerät auch Tennis ins Visier.

shz.de von
erstellt am 18.Jan.2016 | 09:46 Uhr

Nach Informationen der BBC sollen 16 Tennisprofis aus den Top 50 in den vergangenen zehn Jahren in Spielabsprachen verwickelt gewesen sein. Das berichteten die BBC und das US-Medium BuzzFeed am Montag kurz vor Beginn der Australian Open in Melbourne.

Allein schon durch den Vorwurf von Manipulationen gerät die Sportwelt unter Druck. Die Vorwürfe kommen pünktlich zu den Australian Open und überschatten das Sport-Spektakel.

Die Informationen basieren auf geheimen Dokumenten, allerdings werden darin keine Namen genannt. Auch Partien in Wimbledon sollen von den Manipulationen betroffen, sogar Grand-Slam-Turnier-Sieger unter den Beschuldigten sein. Einige der beschuldigten Spieler sollen auch bei den diesjährigen Australian Open am Start sein. Die International Tennis Federation (ITF) kündigte an, sich im Laufe des Tages zu den Vorwürfen zu äußern.

Der Weltranglisten-Erste Novak Djokovic befürchtet trotz der jüngsten Medienberichte über vermeintliche Spielabsprachen nicht, dass ein Schatten auf den Tennissport fällt. „Es gibt keine richtige Bestätigung oder einen Beweis dafür, dass ein aktiver Spieler verwickelt ist“, sagte der Serbe am Montag in Melbourne. „So lange das so ist, sind es nur Spekulationen“, sagte Djokovic. „Dabei sollten wir es dann auch belassen.“ Djokovic bestätigte aber Berichte aus dem Jahr 2007, dass er damals über Leute in seinem Umfeld angesprochen worden sei, ein Spiel bei einem Turnier in St. Petersburg zu verlieren. „Es ist gar nicht direkt an mich herangebracht worden, sondern direkt zurückgewiesen worden“, erinnerte sich Djokovic. „Für mich ist das ein Akt von Unsportlichkeit, ein Verbrechen im Sport“, sagte der Schützling von Boris Becker. „Ich denke, für so etwas ist kein Platz im Sport, vor allem nicht im Tennis.“

In der Vergangenheit hatte es bereits immer mal wieder Berichte über vermeintliche Absprachen bei Tennisspielen gegeben. So wurde der ehemalige russische Profi Nikolai Dawydenko beschuldigt, in einigen Begegnungen absichtlich aufgegeben zu haben. Bei Wettanbietern waren hohe Einsätze auf eine Niederlage des Russen eingegangen.

BBC und BuzzFeed kritisieren, dass die Tennis-Verantwortlichen zu wenig gegen vermeintliche Wettmanipulationen getan hätten. Bislang wurden lediglich einige unbekannte Profis bestraft.

So schlagen die die Deutschen bei den Australian Open

Bei den Australian Open haben Anna-Lena Friedsam und Daniel Brands als erste deutsche Tennisprofis die zweite Runde erreicht. Für Philipp Kohlschreiber ist das erste Grand-Slam-Turnier des Jahres dagegen bereits wieder vorbei. Als letzte Deutsche steht am Montag noch Andrea Petkovic auf dem Platz. Die Darmstädterin trifft auf Jelisaweta Kulitschkowa aus Russland. Am Dienstag haben dann noch elf weitere deutsche Profis die Chance, beim ersten Grand-Slam-Turnier der Saison die zweite Runde zu erreichen. Unter anderem trifft Angelique Kerber dann auf Misaki Doi aus Japan.

Die bisherigen deutschen Partien im Überblick

Philipp Kohlschreiber - Kei Nishikori 4:6, 3:6, 3:6

Der Augsburger war gegen den an Nummer sieben gesetzten Japaner völlig chancenlos. Von Beginn an hatte man nicht das Gefühl, als würde Kohlschreiber selbst an einen Sieg glauben. „Ich hätte nur eine Chance gehabt, wenn ich mein bestes Tennis gespielt hätte. Das ist mir leider nicht gelungen“, sagte die deutsche Nummer eins. Nach gerade einmal 1:55 Stunden verwandelte Nishikori seinen ersten Matchball.

Daniel Brands - Victor Estrella Burgos 6:4, 7:6 (7:1), 4:6, 6:1

Der Deggendorfer knüpfte gegen den Profi aus der Dominikanischen Republik an seine starken Leistungen aus der Qualifikation an. Nur im dritten Satz leistete sich der 28-Jährige einen kleinen Hänger, war dann zu Beginn des vierten Durchgangs aber wieder hellwach. „Das fühlt sich sehr gut an“, sagte Brands, der eine lange Durststrecke hinter sich hat. Zufrieden ist er aber noch nicht. „Hier ist noch einiges drin“, sagte Brands.

Anna-Lena Friedsam - Lourdes Dominguez Lino 7:6 (7:3), 2:6, 6:1

Die deutsche Meisterin zeigte in Melbourne eine starke Leistung. Die 21-Jährige bewies gegen die lauf- und kampfstarke Spanierin viel Geduld. Auch der verlorene zweite Satz brachte sie nichts aus der Ruhe. „Ich bin gut drauf. Die Schläge und der Kopf sind da, die Voraussetzungen sind also gegeben“, sagte Friedsam. In Runde zwei trifft sie jetzt auf Wang Qiang aus China, die die an Nummer 24 gesetzte Sloane Stephens aus den USA besiegte.

 

 

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