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Segeln : Schümann: Deutschland kann im America's Cup bestehen

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Der dreimalige Olympiasieger Jochen Schümann sieht Chancen für eine deutsche Teilnahme am Segelklassiker America's Cup. «Wir haben in unserem Land die Technologie, die Mittel und die Leute, um im America's Cup zu bestehen», sagte Schümann der Nachrichtenagentur dpa.

shz.de von
erstellt am 26.Sep.2013 | 11:43 Uhr

Der 59 Jahre alte gebürtige Berliner, der 2007 zum Schweizer Team Alinghi gehörte, fordert aber auch einen bezahlbaren Wettbewerb. Laut Schümann sei eine Kampagne unter deutscher Flagge aber nicht ohne olympische Erfolge möglich. «Die brauchen wir, damit uns die Wirtschaft auch Erfolge im America's Cup zutraut», sagte der im bayerischen Penzberg lebende Segler. Er selbst hatte bei den Olympischen Spielen 1976 (Finn Dinghy) sowie 1988 und 1996 (Soling) Gold gewonnen und sicherte sich 2000 (Soling) die Silbermedaille.

Den Sieg der USA-Jacht beim America's Cup hatte Schümann erwartet und die Entwicklung der Regatta zugleich kritisiert. «Ich hatte schon vor dem Beginn des America's Cup gesagt, dass es nur einen Sieger geben kann - nämlich Oracle», sagte Schümann der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung». Das US-Team schaffte nach einem 1:8-Rückstand die Wende und siegte am Mittwoch (Ortszeit) mit 9:8.

Schümann sieht die Ursache für die Überlegenheit der Amerikaner in deren Voraussetzungen. «Irgendwann sind die 80 oder 100 Millionen Dollar verbraucht», sagte der dreimalige Olympiasieger über das Finanzpotenzial der Neuseeländer. «Auf der anderen Seite steht mit dem Geld von Larry Ellison ein riesiges Team mit unbegrenzten Ressourcen - personell, technologisch, finanziell.» Milliardär Ellison soll rund 200 Millionen Dollar investiert haben.

Zugleich kritisiert Schümann: «Wenn man 100, 150 oder 200 Millionen Dollar ausgeben muss, um eine Chance zum Mitsegeln zu haben, ist das einfach zu teuer.» Wenn da nicht gegengesteuert werde, bleibe die Mehrheit der Segelwelt vom America's Cup ausgeschlossen.

Es sei «definitiv guter Sport», meinte Schümann. «Taktisch, ein Schachspiel, nicht nur ein Autorennen im Kreis.» Dennoch sieht der 59-Jährige die Entwicklung kritisch: «Ich halte es weiterhin für fraglich, ob sie mit den vielen Flügeln unter und über dem Wasser den typischen Segelsport darstellen. Und ich bleibe dabei, dass die Regatta mit den Herausforderern vor dem großen Finale ein Schuss in den Ofen war.»

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