Korruptionsvorwürfe : Regierung von Ghana löst Fußballverband auf

Kwesi Nyantakyi, Präsident des Fußballverbandes von Ghana, wird Korruption vorgeworfen. /AP
Kwesi Nyantakyi, Präsident des Fußballverbandes von Ghana, wird Korruption vorgeworfen. /AP

Die Regierung im westafrikanischen Ghana hat angesichts weitreichender Korruptionsvorwürfe die Auflösung des nationalen Fußballverbands angeordnet.

shz.de von
08. Juni 2018, 16:17 Uhr

Die Polizei müsse alles unternehmen, um die Anschuldigungen möglichst schnell zu untersuchen und die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen, forderte Informationsminister Mustapha Abdul-Hamid. Die Regierung sei angesichts der am 6. Juni durch einen Film bekannt gewordenen Vorwürfe schockiert.

Ein Hauptverdächtiger ist Verbandspräsident Kwesi Nyantakyi, der auch Mitglied des FIFA-Councils ist. Die Ethikkommission der FIFA suspendierte daraufhin den Funktionär zunächst für 90 Tage. Die vorläufige Sperre kann auch noch um weitere 45 Tage erhöht werden.

«Der Dokumentarfilm demonstriert die grobe Misswirtschaft des ghanaischen Fußballverbandes, charakterisiert durch weitreichenden Betrug, Korruption und Bestechung», sagte der Minister. Da die Vorwürfe sich gegen Funktionäre, Teammanager und auch Schiedsrichter richteten, sei die sofortige Auflösung des Verbandes angeordnet worden. «Die Regierung wird dafür sorgen, dass die nötigen Reformen mit aller Dringlichkeit durchgeführt werden, um die Verwaltung des Fußballs in diesem Land wieder aufzuräumen.»

In dem Dokumentarfilm ist der inzwischen festgenommene Funktionär Nyantakyi zu sehen, wie er verspricht, gegen hohe Zahlungen Einfluss auf Politiker nehmen zu können. Eine andere Szene zeigt ihn bei der Annahme einer Bargeldzahlung von umgerechnet 60.000 Euro.

Man nehme die Anschuldigungen sehr ernst und werde sofort Maßnahmen einleiten, teilte der ghanaische Verband mit. Es werde keinen Versuch der Vertuschung geben, heißt es in einer von Generalsekretär Isaac Addo unterzeichneten Stellungnahme. «Der Verband möchte versichern, dass er als Institution keinerlei korrupte Praktiken duldet.»

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