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Rückenwind für Nachtschwärmer : Regatta verschoben - Sonwik auf Party-Kurs

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Verflixt und zugenäht - so macht Segeln keinen Spaß. Das Nord Stream Race vor der Marina Sonwik in Flensburg fällt vorläufig einer Flaute zum Opfer. Trotzdem ist die Marina Sonwik auf Party-Kurs - mit Liveband und Feuerwerk.

Flensburg | Statistiker lassen am Rande der Regatten vor Sonwik in Flensburg wissen: Durchschnittlich gibt es 18 Tage im Jahr, in denen auf der Flensburger Förde kein Wind weht. Schlecht, wenn ein großes Segel-Event auf einen dieser Tage fällt. Und gut, wenn die Segler und ihre Freunde trotzdem Lust haben auf eine Party.

Und das ist los an der Flensburger Förde: Eine Samba-Truppe gibt am Ufer Vollgas und auf der Bühne stehen United Four. Die Band ist unter Seglern viel mehr als ein Geheimtipp. Die Party-Band rockt immer wieder große Bühnen - unter anderem auf der Kieler oder Travemünder Woche. Heute sind sie in der Marina Sonwik zu Gast, in ihren typischen Kuh-Kostümen wollen sie nach einem mauen Regatta-Tag die Stimmung noch zum Kochen bringen. Später am Abend ist ein Feuerwerk der Höhepunkt des Segeltages.

Und so war dieser Segeltag: Fünf Gazprom Swan 60-Yachten sollten ursprünglich in spannenden Boot-gegen-Boot-Duellen direkt vor der Marina gegeneinander antreten. Um 16 Uhr sind es vier, die statt zu mehreren Match Races gegeneinander zu einem Fleet Race antreten. Zuvor ist immer wieder der Start verschoben worden.

Das Fleet Race wird nach 45 Minuten abgebrochen, das Zeitlimit ist erreicht. Das Warten für mögliche weitere Rennen beginnt kurz vor 17 Uhr erneut. Gegen 17.30 die Entscheidung der Rennleitung: Abbruch. Über eine Neuansetzung der Match Races für Freitag wird derzeit beraten.

An Bord der Schiffe ist die internationale Segelelite, darunter Welt- und Europameister, Olympioniken sowie zahlreiche America's Cup- und Volvo Ocean Race-Teilnehmer.

Am Sonntag und am Montag (15./16.9.) werden die „Schwäne“ und weitere sechs ORC-Yachten in getrennten Starts das Nonstop-Rennen über 800 Seemeilen nach St. Petersburg aufnehmen. Je nach Windrichtung und Windstärke soll der Ritt über die herbstliche Ostsee zwei bis vier Tage dauern.

Die Teams, die beim Match Race gegeneinander antreten, starten für Deutschland, Großbritannien und Russland. Zudem ist mit Team Europe eine gesamteuropäische Yacht am Start. Die Segler auf den 20 Meter langen Racern kommen aus aller Herren Länder und zählen zum Teil zur absoluten Weltspitze.

So hat sich beispielsweise der deutsche Segelprofi Tim Kröger für sein Team Europe den Schweizer Profi Christian Scherrer an seine Seite geholt, der 2003 zum siegreichen America's Cup-Team Alinghi gehörte und 2006 Match Race-Weltmeister wurde. „Unser Fokus liegt natürlich auf dem Rennen nach St. Petersburg“, sagt Kröger. „Aber Match Race ist eine sportlich interessante Herausforderung.“

Die wollte auch das Team Germany des Mitausrichters Norddeutscher Regattaverein (NRV) annehmen. Der NRV hat sogar zwei Teams für das Nord Stream Race. Die heutige Crew wurde vom mehrmaligen Match Race-Meister Sven-Erik Horsch angeführt, das Team nach St. Petersburg leitet der mit allen Wassern gewaschene Thomas Jungblut. In beiden Rennen an Bord: Der Kieler Michael Müller, der beim Volvo Ocean Race zweimal um die Welt gesegelt ist.

Als Favorit galt das Team Russia um Eigner und Steuermann Vladimir Liubomirov, der als frisch gebackener Swan 60-Weltmeister angereist ist. Zu seiner russisch-italienischen Weltklasse-Mannschaft gehört unter anderem der mehrfache Welt- und Europameister Tommaso Chieffi. Der Olympia-Teilnehmer war als Taktiker unter anderem Teil zweier Volvo Ocean Race-Projekte.

Die Gazprom Swan 60 Yachten kommen aus der finnischen Nautor Werft, die für ihre luxuriös ausgestatteten Yachten bekannt ist. Vor vier Jahren wurde der Cruiser/Racer auf den Markt gebracht, der Renneigenschaften mit den Wünschen der Fahrtensegler kombiniert. Kurzum, schnell und komfortabel, mit viel Hydraulik an Bord sowie Kühlschrank und Klimaanlage unter Deck. „Das Schiff ist zwar kein leichtfüßiges Rennpferd, aber schnell und sehr dynamisch. Durchaus Match Race geeignet“, sagt Kröger.

Die Gazprom Swan 60:

Typ

Gazprom Swan 60

Werft

Nautors Swan Finnland

Länge

18,86 Meter

Breite

5,09 Meter

Ballast

7700 Kilogramm

Verdrängung

18.700 Kilogramm

Gewicht

21 Tonnen

Tiefgang

3,60 Meter

Segelfläche

221 qm; Gennaker 320 qm

Masthöhe

28,30 Meter

Grundpreis

etwa 2,8 Millionen Euro

 
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