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Radsport : Nibali nach Vuelta-Horror vorn - Martin raus

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Der Sizilianer Vincenzo Nibali hat nach dem Horror-Wochenende bei der 68. Vuelta seine Spitzenreiter-Position souverän verteidigt - Tony Martin und viele andere Prominente kapitulierten vor Regen und Kälte und gaben das Rennen auf.

Der Zeitfahr-Weltmeister wollte eigentlich noch bis zum zweiten Ruhetag am Dienstag durchhalten, am Sonntag stieg der Wahlschweizer auf der mit 225 Kilometern längsten und wahrscheinlich schwersten Etappe aber vorzeitig vom Rad. Den Tagessieg in Peyregudes feierte der Franzose Alexandre Geniez als Solist vor dem Italiener Michele Scarponi.

Jetzt gilt Martins volle Konzentration der doppelten Titelverteidigung bei der Straßen-WM, die am 22. September in Florenz beginnt. Vor ihm hatte auf der 15. Etappe auch der belgische Weltmeister Philippe Gilbert die Segel gestrichen - insgesamt mussten die Organisatoren schon 37 Aufgaben registrieren. Die WM-Generalprobe war am Mittwoch für Martin in die Hose gegangen - das Einzelzeitfahren hatte er gegen den Schweizer Fabian Cancellara verloren.

Sechs Etappen vor dem Ende der überaus anspruchsvollen Spanien-Rundfahrt, die ähnlich wie zuletzt der Giro d'Italia unter den Wetterkapriolen leidet, führt Nibali mit 50 Sekunden Vorsprung vor dem fast 42 Jahre alten US-Profi Chris Horner. Der Italiener ist auf dem besten Weg, seinen zweiten Vuelta-Sieg nach 2010 einzufahren. Auch beim Straßenrennen in Florenz zum WM-Abschluss am 29. September gilt Nibali, der im Mai bereits den Giro gewann, als Favorit.

Besonders die Pyrenäen-Etappe am Samstag hatte es meteorologisch in sich. Bei Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt und teilweisem Dauerregen hatten die Fahrer besondere Qualen durchzustehen. «Ich konnte auf der Abfahrt vor lauter Zittern kaum meinen Lenker halten. Ich dachte ich würde vor Kälte sterben», berichtete Horner von seinem Leid. Der Spanier Alejandro Valverde behauptete zwar seinen dritten Platz im Gesamtklassement, erlebte aber am Samstag «einen der schlimmsten Tage» seiner Karriere auf dem Rad. «Es war so unglaublich kalt, es war eine unmenschliche Etappe», sagte der Movistar-Kapitän.

Nicolas Roche fiel zurück: «Es ging von 40 Grad auf knapp über Null runter. Das war ein Schock für mich», sagte der Ire, nachdem der Italiener Daniele Ratto die 14. Etappe in Andorra mit 3:53 Minuten vor Nibali gewonnen hatte. Manche Profis hatten sich am Samstag, als auch Ivan Basso (Italien) und Roman Kreuziger (Tschechien) aufgaben, beim Trikot- und Hosenwechsel in den Teamfahrzeugen kurz aufgewärmt, bevor sie weiterfuhren.

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erstellt am 08.Sep.2013 | 17:29 Uhr

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