Weltcup-Finale : Nach Schlappe am Vortag: Werth wieder Weltcup-Siegerin

Isabell Werth will in Paris ihren Weltcup-Sieg von Omaha wiederholen. Adam Ihse
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Isabell Werth will in Paris ihren Weltcup-Sieg von Omaha wiederholen. Adam Ihse

Als Titelverteidigerin ist Isabell Werth nach Paris gereist. Nach der Enttäuschung im Grand Prix fiel die Entscheidung über den Weltcup-Sieg in der Kür.

shz.de von
14. April 2018, 17:38 Uhr

Schon auf der letzten Bahn strahlte Isabell Werth. Als ihre Stute Weihegold wenige Sekunden später stoppte, riss die Dressurreiterin die Faust in die Höhe und schrie ihre Freude über den erneuten Weltcup-Gesamtsieg heraus.

«Das ist super, einfach spitze», sagte sie im ersten Interview nach ihrem erneuten Triumph. Zu den ersten Gratulanten in den Katakomben der Arena von Paris gehörte am Samstag Ludger Beerbaum. «Das war vom Feinsten», rief der erfolgreichste Springreiter der zurückliegenden 25 Jahre der besten Dressurreiterin der Welt zu: «Super!».

Die 48 Jahre alte Reiterin aus Rheinberg hatte bereits im Vorjahr in Omaha den Titel geholt und erhielt nun in Paris beim Final-Turnier für ihre Kür mit der Stute Weihegold 90,657 Prozent. Damit setzte sich Werth gegen die 30 Jahre alte US-Reiterin Laura Graves mit Verdades (89,082) durch, die am Vortag noch im Grand Prix gesiegt hatte. «Das hat mich geärgert, aber nicht wahnsinnig», sagte Werth einen Tag später als glückliche Weltcup-Siegerin über die Niederlage.

«Jetzt wird erstmal zünftig gefeiert, die ganze Familie ist hier», kündigte Werth an. Dritte wurde Jessica von Bredow-Werndl aus Tuntenhausen mit Unee (83,725). Auf Rang fünf kam Dorothee Schneider aus Framersheim mit Sammy Davis Jr. (81,843).

Vor ihrem Ritt musste Schneider einige Zeit warten, weil die Regie es zunächst nicht schaffte, die Musik abzuspielen. «Das hat mich nicht aus der Bahn geworfen», kommentierte die Reiterin: «Ich bin da nicht so, dass ich in Riesenaufregung gerate.»

Während die deutschen Dressurreiterinnen ganz vorne mitmischten, reiten die beiden Springreiter am Sonntag ohne Chance auf den Gesamtsieg. Marcus Ehning und Daniel Deußer liegen vor den beiden Abschlussrunden gleichauf auf Rang 15. «Das wird nicht mehr für ganz vorne reichen», sagte Bundestrainer Otto Becker. «Es geht darum, sich noch ein bisschen nach vorne zu kämpfen und die Scharte auszuwetzen.»

Ehning mit Cornado und Deußer mit Cornet D'Amour zählten zu den Favoriten und erwischten einen starken Start am Donnerstag, ehe sie am Freitag in der zweiten von insgesamt drei Teilprüfungen mehrere Fehler kassierten und weit zurückfielen. «Die Pferde waren eigentlich gut drauf, auch wenn sich das komisch anhört», sagte der Bundestrainer.

Ehning und Deußer unterliefen zu viele Fehler für ein besseres Ergebnis. «Das ist bitter, aber das kann auch Topleuten passieren», sagte der Coach. Trotz der aussichtslosen Position wollen Ehning und Deußer antreten.

«Man kann ja auch die Prüfung am Sonntag gewinnen», sagte Deußer. In der Gesamtwertung führt die US-Amerikanerin Elizabeth Madden mit Breitling vor dem in der Nähe von Bonn lebenden Schweden Henrik von Eckermann mit Mary Lou. Madden, die Weltcup-Siegerin von 2013, hat die ersten beiden Teilprüfungen in Paris gewonnen.

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