European Championships Turnen : Pauline Schäfer verhindert Team-Blackout am Schwebebalken

In Glasgow sorgten sechs Abstürze vom Schwebebalken für das Aus der deutschen Riege in der Qualifikation. /PA Wire
In Glasgow sorgten sechs Abstürze vom Schwebebalken für das Aus der deutschen Riege in der Qualifikation. /PA Wire

Diese Zeiten schienen lange vorbei. Doch zum Auftakt der Turn-EM in Glasgow sorgten sechs Abstürze vom Balken für das Aus der deutschen Riege schon in der Qualifikation. Nur die Weltmeisterin verhinderte das Total-Desaster und zog erstmals auch in ein EM-Finale ein.

shz.de von
02. August 2018, 22:54 Uhr

Pauline Schäfer konnte sich über ihr erstes EM-Finale gar nicht richtig freuen. Die Weltmeisterin hat das komplette Desaster der deutschen Turnerinnen am Schwebalken verhindert und ist als Zweite souverän in das Finale der Europameisterschaften in Glasgow eingezogen.

Da aber Sarah Voss aus Köln und Leah Grießer aus Karlsruhe am Donnerstag jeweils gleich dreimal vom «Zitterbalken» abstiegen, verpasste die deutsche Riege auf Platz zehn (150,897 Punkte) zum Auftakt der European Championships ihr Minimalziel Finaleinzug. «Die Jüngsten hatten solche Angst vor Fehlern. Und dann passieren die eben», sagte Cheftrainerin Ulla Koch.

Tröstlich für die deutsche Riege war, dass insgesamt drei Plätze in den Einzelfinals am Sonntag heraussprangen. Pauline Schäfer kam an ihrem Paradegerät nach einer Top-Übung mit reduziertem Schwierigkeitsgrad (5,3) auf 13,50 Punkte, genauso wie Vorkampfsiegerin Nina Derwael aus Belgien. Die Chemnitzerin könnte nun am Sonntag ihre dritte internationale Medaille gewinnen. Vor drei Jahren hatte sie bei der WM an gleicher Stelle mit Bronze ihre erste Podestplatzierung erkämpft. «Ich sehe das jetzt mit einem lachenden und einem weinende Auge», sagte Schäfer. «Aber ein Weltuntergang ist ein Verpassen des Teamfinales auch nicht.»

Am Barren war die 29 Jahre alte «Mutter der Kompanie» Kim Bui den Youngstern ein Vorbild. Die Stuttgarterin behielt die Nerven und turnte sich mit 14,20 Punkten auf Platz vier ins Finale. Die elf Jahre jüngere Sarah Voss erreichte als Achte den Endkampf am Sprung.

«Über eine Team-Medaille reden wir nicht», hatte Pauline Schäfer schon vor dem Titelkampf geäußert. Mit solchem Reinfall hatte aber im deutschen Lager niemand vorher rechnen können. «Die Traurigkeit überwiegt bei mir», sagte Sarah Voss.

Es begann auch am Sprung nicht glücklich für die deutschen Riege in der mit 5000 Besuchern nur halb besetzten Hydro Arena. Die 16-jährige Emma Höfele musste bei ihrer EM-Premiere bei der Sprung-Landung aufgreifen und bekam kräftige Abzüge. Aber eine an diesem Gerät starke Sarah Voss kompensierte mit einem 14,233-Punkte-Satz die mäßige Leistung ihrer Kollegin und schaffte den Einzug in das Finale.

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