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Motorsport : VW-Pilot Ogier Weltmeister vor der Porta Nigra?

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Es wäre das i-Tüpfelchen auf die Comeback-Saison von VW: Der Rallye-WM-Titel vor heimischem Publikum. Lang ist ein Erfolg eines deutschen Autobauers in der World Rallye Championship her.

shz.de von
erstellt am 20.Aug.2013 | 10:09 Uhr

Rechnerisch kann Starpilot Sebastién Ogier im Polo WRC nun schon am Sonntag vor der Porta Nigra in Trier seinen ersten WM-Triumph perfekt machen und die fast ein Jahrzehnt währende Dominanz von Ex-Arbeitgeber Citroen beenden.

«Es hängt ja nicht nur von mir ab, deswegen denke ich darüber nicht nach», sagte Ogier in einem Interview der Nachrichtenagentur dpa vor dem Shakedown (Warm-up) an diesem Mittwoch in Konz und der feierlichen Start-Zeremonie tags darauf vor dem Kölner Dom.

Es hängt auch von seinen beiden Verfolgern ab, die nach acht von 13 WM-Läufen sage und schreibe jeweils 90 Punkte Rückstand haben. Der eine ist Jari-Matti Latvala, ebenfalls in einem Polo WRC unterwegs, der andere Ford-Pilot Thierry Neuville. Feiert Ogier nun bei der Deutschland-Rallye seinen sechsten Saisonsieg und sichert er sich auch noch die Zusatzpunkte auf der Extra-Prüfung (Power-Stage), hat der 29-Jährige seinen Teil zum möglichen Triumph beigetragen. Damit aus dem Sieger-Sekt noch WM-Schampus für den Junioren-Champion von 2008 wird, darf keiner seiner beiden Verfolger über Rang sieben hinauskommen.

Mit so einem Tempo Richtung Titel - damit hatte Ogier mit Beifahrer Julien Ingrassia nicht gerechnet, als er sich für VW entschied. «Mir war klar, dass ich durch den Wechsel ein Jahr verlieren würde, um das Auto zu entwickeln. Ich habe schon gehofft, dass wir dann 2013 sofort konkurrenzfähig sein würden. Aber normal wäre gewesen, dass wir ein paar mehr Probleme und Schwierigkeiten haben in unserem ersten Jahr», sagte er. «Unsere bisher erfolgreiche Saison hätte niemand vor unserem Debüt für möglich gehalten, auch die kühnsten Optimisten nicht», pflichtete VW-Motorsportchef Jost Capito bei.

Und die Krönung kommt ja erst noch. Der bislang letzte WM-Erfolg eines deutschen Autobauers liegt lange zurück: 1984 gewann der Schwede Stig Blomqvist im legendären Audi Quattro. Seitdem holten Fahrer in Peugeots (4), Lancias (4), Toyotas (4), Mitsubishis (4), Subarus (3) und vor allem Citroens (9) die Titel.

An eine Ära, wie sie sein ehemaliger Teamkollege Loeb bei dem französischen Autobauer - auch zu seinem Leidwesen - prägte, denkt Ogier momentan nicht. «Das wäre sehr arrogant, davon zu sprechen. Das ist zu früh. Ich denke nicht daran, seine Rekorde zu brechen», betonte der aktuelle WM-Primus, der zu seiner Citroen-Zeit auch schon mal vom Team eingebremst wurde, damit Loeb freie Fahrt zum nächsten Titel hat. Seine bislang beste Platzierung am Saisonende war Rang drei vor zwei Jahren.

Dass Serienchampion Loeb in diesem Jahr nur noch vereinzelt am Start ist, bedauert Ogier schon ein wenig. «Es ist immer schöner, den amtierenden Champion auf der Strecke zu schlagen. Aber er hat nunmal entschieden, sich peu à peu zurückzuziehen», sagte er. Wenn er die ganze Saison gefahren wäre, wäre eine Vorhersage über den Champion schwer gewesen, meinte Loebs einstiger Teamkollege. Schwer ist in Sachen WM-Titel 2013 nun aber höchstens noch die Vorhersage, wann es soweit ist.

Biografie auf Ogiers Homepage

WM-Stand

Zeitplan Deutschland-Rallye

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