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Im Londoner Regen : Hindernisläuferin Krause zittert sich ins Finale

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Dritter WM-Start, drittes WM-Finale - Hindernisflitzerin Gesa Krause hat bei Regen und Kälte ihre Pflichtaufgabe erfüllt. Deutschlands «Leichtathletin des Jahres» 2015 und 2016 hofft nun auf ihre zweite WM-Medaille.

Dick eingemummelt in ein weißes Handtuch und eine dunkelblaue Decke flüchtete Gesa Krause aus dem Londoner Olympiastadion.

Minuten zuvor hatte sich die Europameisterin ins WM-Finale über 3000 Meter Hindernis gezittert - im wahrsten Sinne des Wortes. Bei Regen und Kälte gewann die 25-Jährige vom Verein Silvesterlauf Trier am Mittwoch den ersten Vorlauf in 9:39,86 Minuten und buchte damit direkt den Startplatz fürs Finale am Freitag (22.25 Uhr MESZ). Die Pflicht war erledigt.

«Es war sehr, sehr kalt und ein ganz schweres Rennen», sagte Krause, die 2015 WM-Bronze erkämpft hatte und ein Jahr später in Amsterdam Europameisterin geworden war. «Jetzt heißt es: pflegen, gesund bleiben und Kräfte sparen.» Fast schon wie ein kleiner Scherz klang dann ihre Schilderung: «Ich habe versucht, einen kühlen Kopf zu behalten.» Das war wohl kein Problem, doch im Finale wartet hammerharte Konkurrenz: «Ich glaube, das wird das schwerste Rennen meines Lebens.»

Dennoch hofft Krause auf ein Déjà-vu: Vor zwei Jahren bei der WM in Peking überraschte die schmächtige Athletin mit Bronze. Hat die Europameisterin auch diesmal eine Medaillenchance? «Auf dem Papier nicht, aber...», sagte ihr Trainer Wolfgang Heinig. Etwa 5500 Kilometer läuft die Hindernisspezialistin im Jahr, bis zu 170 in einer normalen Woche - in Trainingslagern noch mehr.

Schon 2013 in Moskau stand Gesa Krause im Finale - und wurde gute Neunte. Bronze 2015 in Peking war nach einer langen Durststrecke die erste deutsche Einzel-Laufmedaille seit der WM 2001, als Ingo Schultz über 400 Meter Silber gewann.

Die 25-Jährige hofft «auf eine neue Bestzeit», dann muss sie aber deutschen Rekord rennen. Den hat sie erst im Mai beim Diamond-League-Meeting in Doha auf 9:15,70 Minuten gedrückt.

«Es ist nicht so, dass da vorne alle Weltrekord laufen. Aber unter neun Minuten - das kann Gesa nicht», erklärte Heinig. «Wenn sie einen guten Tag erwischt, könnten es mal 9:10 oder 9:12 werden.»

Bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio rannte sie in 9:18,41 Minuten deutschen Rekord, wurde aber nur Sechste. Als Protagonistin einer Disziplin, die in Deutschland kaum im Fokus steht, wurde sie 2015 und 2016 zur «Leichtathletin des Jahres» gewählt.

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erstellt am 09.Aug.2017 | 21:04 Uhr

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