HSV-Weitspringerin : Hamburgerin Nadja Käther nimmt Anlauf auf Leichtathletik-EM

Die deutsche Weitspringerin Nadja Käther 2016 bei der Leichtathletik-EM in Amsterdam. /Archiv

Die deutsche Weitspringerin Nadja Käther 2016 bei der Leichtathletik-EM in Amsterdam. /Archiv

Die 29-Jährige will unbedingt zur EM nach Berlin. Der Rat, lieber aufzuhören, ist für sie ein Ansporn.

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02. Januar 2018, 11:27 Uhr

Hamburg | Die ersten Schritte in Richtung Leichtathletik-EM in Berlin hat Nadja Käther schon vor vielen Wochen in der Karibik getan. Gut zwei Monate verbrachte die HSV-Weitspringerin im Spätsommer 2017 auf Guadeloupe. Den dreieinhalb Wochen Urlaub zu Beginn folgte der Besuch einer französischen Sprachschule. Nebenbei absolvierte die 29-Jährige Dauer- und Intervall-Läufe, um ihren Körper auf den bevorstehenden Aufbau in Hamburg vorzubereiten, wie sie auf ihrer Facebook-Seite schrieb. „Ich bin gesund und voller Tatendrang“, betonte sie dort mit Blick auf den eigentlichen Trainingsauftakt in der Heimat.

 

Drei Monate später ist die Sonnenbräune der Athletin des Hamburger SV zwar verschwunden. Die Motivation, sich für die Europameisterschaft in der deutschen Hauptstadt zu qualifizieren, aber ist geblieben. „Ich muss mir immer wieder anhören, dass ich die Spikes doch lieber an den Nagel hängen soll“, erzählt die zweimalige EM-Starterin, Hallen-WM- und EM-Teilnehmerin, deren Bestleistung von 6,66 Metern im Freien aus dem Jahr 2010 stammt. Aber derartige Bemerkungen sind für sie eher ein Ansporn, doch weiterzumachen. „Mein Herz schlägt noch sehr für die Leichtathletik. Ich habe Vertrauen in meinen Körper und ich denke, dass ich noch nicht mein Maximum an Weite erreicht habe.“  

Im abgelaufenen Jahr indes hat genau dieser Körper mal wieder gestreikt. Wegen einer Fußverletzung musste Nadja Käther auf die Sommersaison verzichten. Dabei hatte 2017 doch so verheißungsvoll begonnen mit dem Hamburger Hallenrekord im 60-Meter-Sprint. Doch die Geschwindigkeit konnte Käther danach nicht in große Weiten umsetzen. „Es lag an der Absprungvorbereitung. Und das haben mein Trainer Uwe Florczak und ich nicht in den Griff bekommen.“

Das soll nun mit Beginn der Hallensaison nicht wieder passieren. Und das darf es auch nicht, wenn sie eine reelle Chance auf eines der drei EM-Tickets im DLV-Team haben will. „Die nationale Konkurrenz ist groß. Ich denke, man muss mindestens 6,70 Meter springen.“ Wie es nach der Saison weitergeht, muss sich zeigen. Der Besuch der Sprachschule auf Guadeloupe diente Nadja Käther der Vorbereitung für ihre berufliche Zukunft als Lehrerin. „Es war gut, wieder Zugang zu der Sprache zu finden“, betont die Hamburgerin. Anders als in ihrer Disziplin, wo sie den richtigen Absprung schaffen muss.

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