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Leichtathletik-EM : Gold für Möldner-Schmidt – andere Läufer enttäuschen

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In Zürich blieben vor allem die Mittelstreckler unter ihren Möglichkeiten. Hindernisläuferin Antje Möldner-Schmidt rettete die Bilanz als Europameisterin über 3000 Meter Hindernis.

shz.de von
erstellt am 17.Aug.2014 | 19:00 Uhr

Zürich | Antje Möldner-Schmidt rannte über 3000 Meter Hindernis beherzt zu Gold, ihre deutschen Kollegen über 1500 und 5000 Meter enttäuschten bei der EM in Zürich aber fast durch die Bank. Die Talente Timo Benitz und Homiyu Tesfaye zahlten Lehrgeld, Routinier Arne Gabius wurde in seinem Lauf durchgereicht.

Möldner-Schmidt aber landete bei der Leichtathletik-EM ihren größten Coup und musste bei der Siegerehrung heftig mit Tränen kämpfen. Die 30-Jährige aus Cottbus wurde erste deutsche Europameisterin überhaupt im Hindernislauf. „Ich habe erstmal geschaut, was ging und mich hinten raus auf meinen Spurt verlassen. Wahnsinn!“, meinte sie freudestrahlend im ZDF-Interview.

Gabius war vor zwei Jahren noch Vize-Europameister über 5000 Meter hinter Mo Farah und hatte vor dem Lauf im Letzigrund-Stadion angekündigt: „Zwischen Platz sechs und eins“ sei alles möglich. Siebter wurde der Tübinger am Ende, der britische Doppel-Olympiasieger war ihm diesmal weit enteilt. „Der Turbo wollte nicht zünden, als es vor 700 Meter vor Schluss abging, kam nichts. Ich habe den Zug verpasst“, räumte Gabius selbstkritisch ein. Richard Ringer überzeugte bei seiner EM-Premiere als Vierter: „Darauf kann man aufbauen.“

Über 1500 Meter wurden Benitz und Tesfaye hoch gehandelt, schließlich hatte der gebürtige Äthiopier bei der WM 2013 in Moskau als Fünfter überrascht. Genau diesen Platz belegte er nach 3:46,46 Minuten nun gegen europäische Konkurrenz. Beim Sieg des Franzosen Mahiedine Mekhessi-Benabbad in 3:45,60 Minuten wurde Benitz (LG Nordschwarzwald) Siebter. Der 22-Jährige hatte viel Mühe in einem unruhigen Rennen mit einigen Stürzen. „Ich wollte um den zweiten oder dritten Platz kämpfen, aber es hat nicht gereicht“, meinte Tesfaye.

Möldner-Schmidt rannte dagegen von Beginn an in der Spitzengruppe mit und war auch auf der Zielgeraden vorne dabei. Als die schwedische Favoritin Charlotta Fougberg am letzten Hindernis strauchelte, übernahm die Deutsche die Führung, gab sie nicht mehr her und setzte sich in 9:29,43 Minuten durch. „Ich hatte mir vorher gesagt: einfach aggressiv rangehen“, erklärte die Goldmedaillengewinnerin später. Die Frankfurterin Gesa Felicitas Krause kam auf Rang fünf.

Möldner-Schmidt hat einen langen Weg hinter sich, ehe sie bei internationalen Meisterschaften erstmals ganz oben auf dem Treppchen stand. Im Januar 2010 war bei ihr eine Lymphzellenerkrankung diagnostiziert worden - sie musste lange pausieren. Vor zwei Jahren in Helsinki hatte die Polizeiobermeisterin Bronze geholt, jetzt hat sie dem Verband das so sehnlichst erwartete Läufer-Gold beschert.

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