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Kritisches Schreiben : Lambertz beklagt Intrige und fühlt «extremen Rückhalt»

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Die DSV-Präsidentin Gabi Dörries haben nach Informationen der «Süddeutschen Zeitung» im November und im Frühjahr Briefe mit Klagen über Chefbundestrainer Henning Lambertz erreicht. Mit Schwimmer Philip Heintz hat sich Lambertz derweil ausgesprochen.

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erstellt am 29.Jul.2017 | 18:14 Uhr

Budapest (dpa) - Chefbundestrainer Henning Lambertz ist nach weiteren öffentlich gewordenen Attacken gegen seine Person in die Offensive gegangen. Seinem Kritiker Jürgen Küchler warf er eine Intrige vor, versicherte aber, sich um seinen Posten keine Sorgen zu machen.

Mit Schwimmer Philip Heintz, der ihn am Vortag öffentlich kritisiert hatte, sprach sich Lambertz derweil aus.

«Das ist ein Versuch, mich abzusägen. So muss man den Brief verstehen», sagte Lambertz, nachdem er das Schreiben von Küchler, einem wissenschaftlichen Mitarbeiter am Institut für Angewandte Trainingswissenschaft (IAT), an Schwimm-Präsidentin Gabi Dörries gelesen hatte. Die «Süddeutsche Zeitung» veröffentlichte Auszüge aus dem Schreiben, das bereits von November 2016 stammt. Lambertz hatte es bis dahin nicht gelesen, besorgte es sich nach der Veröffentlichung aber von Dörries.

«Ich fühle extremen Rückhalt durch die Präsidentin», versicherte Lambertz und lobte auch den Kooperationspartner IAT: «Nur dieser eine Mitarbeiter ist vor ein paar Jahren stehengeblieben und will sich nicht weiterentwickeln. Und er ist der Einzige, der diese Querelen streut. Er sucht die große Bühne der WM und nimmt denen, die jetzt eigentlich da hingehören, das Rampenlicht. Und da muss auch ein Jürgen Küchler sich auch mit 62 noch mal hinterfragen.» Küchler habe zudem dem Verband «seit Jahren nicht geholfen, aus dieser Krise rauszukommen».

Die SZ hatte Küchler aus dem Schreiben zitiert, er müsse «hilflos zusehen, wie in kurzer Zeit das zugrunde gerichtet wird, was wir über lange Jahre mühevoll am Laufen gehalten haben». Zudem urteilte Küchler: «Herr Lambertz ist dabei, den Leistungssport/Schwimmen im DSV noch tiefer in die Grube zu fahren.»

Die Auswertetagung nach den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro, bei denen die deutschen Beckenschwimmer ohne Medaille geblieben waren, sei «eine Farce» gewesen. Lambertz treffe Aussagen «nach Gefühl» statt aufgrund wissenschaftlicher Erkenntnisse. Er versammele «Seher» und «innovative Macher» um sich.

Nach Informationen der «Süddeutschen Zeitung» haben im Frühjahr zudem 20 Schwimmer ein Schreiben an Dörries unterzeichnet, in dem unter anderem Kritik an den Rahmenbedingungen und am Führungsstil geäußert wurde. Diesem sei bereits eine Aussprache erfolgt.

Die Aussprache mit Heintz fand im Teamhotel statt. «Es war ein freundschaftliches, ruhiges Gespräch in intimer Atmosphäre», berichtete Lambertz. «Philip hat sich am Ende entschuldigt und einsichtig gezeigt. Es sollte nicht noch mal vorkommen, aber damit ist die Sache aus der Welt.»

In dem Gespräch ging es wie zuvor angekündigt zunächst nur um die atmosphärische Klärung, die inhaltliche Aufarbeitung soll folgen. Heintz, als Weltranglistenerster zur WM gereist und von Lambertz im Vorfeld als «heißestes Eisen» bezeichnet, hatte nach seinem enttäuschenden siebten Platz über 200 Meter Lagen dem Bundestrainer falsche Trainingsgestaltung und mangelndes Vertrauen vorgeworfen. Lambertz bezeichnete das Vorpreschen des Athleten als «kleinen Fehltritt» und kritisierte auch dessen Leistung in Ungarn.

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