zur Navigation springen

Vorsicht vor Pistenrowdys: «Eine aufs Maul hauen»

vom

shz.de von
erstellt am 27.Mai.2013 | 01:44 Uhr

Monte Carlo (dpa) - Vor Monaco-Sieger Nico Rosberg braucht Sebastian Vettel im WM-Kampf keine Angst zu haben. Die unheimliche Gefahr trägt Namen wie Sergio Perez oder Romain Grosjean.

Mit ihrer rüpelhaften Fahrweise drohen die PS-Rowdys massiv Einfluss auf die Titelentscheidung in der Formel 1 zu nehmen. In Monaco konnte sich Vettel auch mit seinem zweiten Platz hinter Landsmann Nico Rosberg glücklich schätzen, denn sein erster WM-Verfolger Kimi Räikkönen verlor wichtige Punkte nach einer Kollision mit dem mexikanischen Draufgänger Perez. «Vielleicht sollte man ihm eine aufs Maul hauen», meinte der sichtlich angefressene Finne. «Du kannst es dir nicht leisten, auf so eine Weise Punkte liegen zu lassen.»

Mit gleich drei ehemaligen Weltmeistern legte sich der McLaren-Neuzugang in den engen Straßen des Fürstentums an: Zuerst mit Teamkollege Jenson Button, der ohnehin schon ein Lied von Perez grenzenloser Angriffslust singen kann. Dann musste Fernando Alonso im Ferrari ausweichen, um einen Crash und damit einen möglichen Ausfall zu verhindern. Beim Versuch, Räikkönen zu überholen, rappelte es.

Alonso hat sogar Verständnis für einen kompromisslosen Fahrstil. «Wenn Du mit Fahrern um Positionen kämpfst, die nur zwei oder drei Punkte in der WM-Wertung haben, riskieren sie es. Das hab ich 2008 und 2009 auch gemacht», sagte der zweimalige Champion. «Da hab ich es auch beim Start gleich riskiert zu überholen und auf den merkwürdigsten Abschnitten auf der Strecke. Manchmal hat es geklappt. Wenn Du dir aber den Frontflügel abgefahren hast, war es auch nicht schlimm. Du hast ja nichts zu verlieren.»

Räikkönen musste in die Box, fiel auf den 14. Rang zurück und konnte letztlich nur einen Punkt als Zehnter ergattern. «Er hat überhaupt keine Idee, was da passiert», ereiferte sich der sonst so coole «Iceman», dessen Teamkollege Grosjean allerdings auch zur Kategorie Verkehrssünder zählt. Nach einem kapitalen Auffahrunfall muss der Franzose in Kanada zur Strafe in der Startaufstellung zehn Plätze zurück.

Gut für Vettel & Co. Der Titelverteidiger baute in Monte Carlo seine WM-Führung von vier auf 21 Punkte auf Räikkönen aus. Alonso, der sich beim ersten deutschen Doppelerfolg im Fürstentum mit dem siebten Rang abfinden musste, liegt nach sechs Rennen gar schon 29 Punkte zurück.

Rosberg verbesserte sich mit seinem zweiten Karrieresieg zwar von Platz neun auf Rang sechs. 60 Punkte weniger als Vettel lassen aber keine Titelträume reifen. «An die WM denke ich definitiv nicht», sagte der Wahlmonegasse, der es sich nach Heimsieg beim traditionellen Abendessen im Fürstenpalast schmecken ließ.

Dass Vettel nach seinem Sieg 2011 diesmal nicht zum Dîner mit dem Monarchen-Paar geladen wurde und im Duell mit Bayern-Fan Rosberg keine Chance hatte, konnte er gut verkraften. «Es hätte sicher für die Dortmunder und mich noch ein wenig besser laufen können, aber weder die schwarz-gelben Jungs noch ich müssen uns vor irgendwas verstecken», sagte Vettel, der im Champions-League-Finale der Borussia - vergeblich - die Daumen gedrückt hatte. Verstecken muss er sich erst, wenn Perez oder Grosjean im Anflug sind, denn dann könnte es gefährlich werden im Kampf um den WM-Titel.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen