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Mercedes, Ferrari, Red Bull... : Dinner in der Gerüchteküche: Formel 1 pokert um Top-Cockpits

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Die offenen Vertragsfragen bei Ferrari und Mercedes geben in der Formel 1 viel Raum für Spekulationen. In den nächsten Wochen steuert der Fahrermarkt in seine entscheidende Phase. Die Spielchen haben längst begonnen.

Mit einer prominenten Dinner-Runde in Baku nahm der Vertragspoker um die begehrtesten Cockpits der Formel 1 neue Fahrt auf.

Weil die Mercedes-Spitzen Toto Wolff und Niki Lauda vor dem Grand Prix in Aserbaidschan mit dem schillernden Flavio Briatore speisten, liefen prompt die Gerüchte um einen möglichen Wechsel von dessen Klienten Fernando Alonso in den Silberpfeil heiß. Der vom McLaren-Dauertief frustrierte Spanier selbst hatte die Spekulationen zuvor genüsslich befeuert, als er orakelte: «Es ist wahrscheinlich mehr Bewegung am Markt, als alle denken.»

Bei den großen Teams der Königsklasse sind so viele Stellen offen wie lange nicht. Ferrari hat noch keinen Fahrer für 2018 unter Vertrag, Mercedes zögert mit einem neuen Kontrakt für Valtteri Bottas und wurde zudem in der Baku-Woche von Lewis Hamiltons eigentümlichen Gedankenspielen zu einem baldigen Rücktritt erwischt. Gibt es also für 2018 das ganz große Stühlerücken?

Eher nein. Sebastian Vettel dürfte schon in Kürze seine Unterschrift unter ein neues Arbeitspapier bei Ferrari setzen. «Ich bin glücklich bei Ferrari, es gibt nichts, das dagegen spricht. Ich denke, wir werden keine Überraschungen erleben», sagte der 29-Jährige der «Gazzetta dello Sport» und ließ auch die «Bild am Sonntag» wissen: «Es wird jetzt nicht groß was anbrennen.» In der Sommerpause sollen die letzten Details geklärt werden, Anfang September beim Heimrennen in Monza könnte die Verkündung zelebriert werden.

Im zweiten Ferrari-Cockpit könnte auch 2018 wieder Routinier Kimi Räikkönen sitzen, zumal sich Vettel für ihn stark macht. «Wenn ich wählen könnte, würde ich Kimi nehmen, weil wir sehr viel Respekt voreinander haben», sagte der Hesse über den 37-Jährigen.

Ähnlich ist die Konstellation bei Mercedes. Platzhirsch Hamilton kommt mit seinem neuen Teamgefährten Bottas deutlich besser aus als mit Vorgänger Nico Rosberg. Weil Bottas bislang zumeist auf der Strecke überzeugt und sich als Teamplayer und fleißiger Arbeiter erweist, hat er beste Karten für eine Weiterbeschäftigung beim deutschen Werksteam. Die Option Vettel, über die im Frühjahr noch spekuliert wurde, scheint vom Tisch. «Es gibt derzeit kein Argument, das gegen Bottas spricht», sagte auch Teamchef Wolff.

Der Rennstall wolle sich aber weitere Wochen Zeit geben, um den Finnen noch besser kennenzulernen, ehe ein neuer Vertrag aufgesetzt wird. Bis dahin können Abendessen wie mit dem Alonso-Berater Briatore auch als subtiles Signal wirken, dass es durchaus Alternativen gibt.

Am Ende aber dürfte die Fahrerpaarung bei Mercedes auch 2018 wieder Hamilton/Bottas heißen, zumal der Brite seine Aussagen zu einem vorzeitigen Karriereende schnell wieder einfing. «Ich will immer noch mehr. Ich fühle, dass ich noch mehr Potenzial habe. Es ist eine stetige Reise, dieses Potenzial zu ergründen», sagte der 32-Jährige.

Und was wird dann aus dem bald vertragslosen Alonso? Auch beim dritten Spitzenteam Red Bull scheint die Tür verschlossen. Dort plant man ebenfalls weiter mit den aktuellen Fahrern Max Verstappen und Daniel Ricciardo. So könnte der 35 Jahre alte Asturier womöglich zum dritten Mal zu Renault wechseln. Beim französischen Werksteam wirkt Nico Hülkenbergs britischer Kollege Jolyon Palmer ziemlich überfordert. Flavio Briatore zumindest war in Baku schon mal zum Mittagessen bei Renault.

Homepage Baku City Circuit

Infos der FIA zum Grand Prix von Aserbaidschan

Fakten zur Rennstrecke

Zeitplan des Grand-Prix-Wochenendes

Auszüge des Vettel-Interviews in der "Gazzetta"

Vettel-Interview in der "Bild am Sonntag"

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erstellt am 25.Jun.2017 | 13:02 Uhr

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