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Acht Neulinge bei Heim-WM : Fechter setzen auf den Nachwuchs - «alles in Bewegung»

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Mit der Heim-WM in Leipzig beginnt für die deutschen Fechter ein Umbruch. Acht Neulinge sind dabei. Sie sollen vor allem Spaß machen und wichtige Erfahrungen sammeln, sagt Sportdirektor Ressel.

Die Vorfreude ist groß, Max Hartung ist dennoch dezent skeptisch: «Ich würde keine Wunder erwarten. Der Aufbau von neuen Talenten dauert Jahre.»

Der Säbel-Europameister aus Dormagen ist unter den 24 deutschen Startern bei den Fecht-Weltmeisterschaften vom 19. bis 26. Juli in Leipzig eine der Leitfiguren in einem Team, das drei Jahre vor Olympia in Tokio den Generationenumbruch einleitet: Acht WM-Neulinge werden in das kalte Wasser geworfen, wie Sportdirektor Sven Ressel der Deutschen Presse-Agentur sagte.

«Wir setzen schon jetzt auf unseren Nachwuchs und haben den Blick schon weit voraus. Es bleibt alles in Bewegung» - und Ressel weiß, dass Bewegung im Deutschen Fechter-Bund nottut. Denn bei den Spielen in Rio de Janeiro war die einstige Medaillenbank von Emil Beck geschlossen: Erstmals nach 36 Jahren gab es 2016 keinen Olympia-Podestplatz für einen DFeB-Aktiven.

Die Neuen brächten auch neuen Schwung mit, glaubt Ressel. Seine interne Prämisse: «Treffer setzen und nicht Treffer vermeiden.» Medaillenvorgaben gibt es nicht, der Neuaufbau soll möglichst ohne Erfolgsdruck durchgezogen werden. Denn Druck gab es zuletzt genug. In Rio waren nur vier deutsche Einzelstarter und kein Team dabei; dann folgte mächtig Ärger um die Entlassung von Damenflorett-Coach Andrea Magro und die Belästigungsvorwürfe am Stützpunkt in Tauberbischofsheim.

In Leipzig sollen positive Schlagzeilen geschrieben werden. Ressel: «Unsere Leute gehen motiviert und voller Tatendrang in die WM.» Die EM im Juni in Tiflis bot Anlass, an Besserung denken zu dürfen: Hartung holte Gold, Alexandra Ndolo Silber mit dem Degen, das weibliche Florett-Team wurde Dritter. «Das war ein wirklich erkennbarer Fortschritt», kommentierte Ressel.

DFeB-Präsidentin Claudia Bokel will die Aktiven ebenfalls nicht unter Erfolgsdruck setzen. «Es gibt keine Medaillenvorgaben», bestätigte die 43-Jährige am Dienstag. Aber eines wollte die Degen-Weltmeisterin von 2001 festhalten: «Es ist schön, zeigen zu können, dass wir wieder da sind.» Mit dieser Aussage bezog sie sich auf den beherzten Auftritt bei der EM in Juni in Tiflis.

Für Bokel ist das Welt-Championat, das zweite in Leipzig nach 2005, ein Schritt auf dem Weg zu den Olympischen Spielen 2020 in Tokio. Im Vorjahr waren die lediglich vier deutschen Einzelfechter in Rio de Janeiro ohne Olympia-Medaille geblieben. Nun ist der Umbruch da, das beweisen die acht WM-Debütanten. «Ich bin von dieser Riege begeistert», sagte Ressel.

Der viermalige Florett-Einzelweltmeister Peter Joppich bezeichnete den Weg in die Zukunft mit jungen Talenten als wichtig. «Es ist absolut notwendig», sagte der 34-Jährige. Und dass ein Drittel des deutschen WM-Teams erstmals WM-Planchen betritt, ist für Joppich eines: «Toll.»

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erstellt am 18.Jul.2017 | 15:35 Uhr

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