European Championships : EM-Aufsteiger Wellbrock jubelt über Freiwasser-Silber

Der deutsche Florian Wellbrock jubelt über Silber im Freiwasser über 25 Kilometer. /AFP
Der deutsche Florian Wellbrock jubelt über Silber im Freiwasser über 25 Kilometer. /AFP

Den deutschen Freiwasserschwimmern fehlen nach fünf Kilometern nur sechs Zehntelsekunden zum ersten EM-Gold seit vier Jahren. Aber auch Staffel-Silber erfüllt Shootingstar Florian Wellbrock & Co. mit Freude. Die ewige 25-Kilometer-Frau belegt Rang vier.

shz.de von
12. August 2018, 16:10 Uhr

Die EM-Aufsteiger Florian Wellbrock und Sarah Köhler jubelten gemeinsam mit ihren Freiwasserkollegen über Silber, der Dauer-Brennerin fehlte nicht viel zum Medaillencoup.

Beim abschließenden 25-Kilometer-Rennen schlug die 43-jährige Angela Maurer beim Sieg der Italienerin Arianna Bridi als Vierte an. Nach über fünf Stunden und 20 Minuten im 17 Grad kühlen Wasser fehlten der der 20-maligen Medaillengewinnerin bei Welt- und Europameisterschaften rund anderthalb Minuten auf Bronze. War es der letzte große Auftritt der Grande Dame in ihrer Sportart?

Glücklicher endete da der Auftritt des Pärchens Wellbrock und Köhler. Nachdem die beiden entscheidenden Anteil am Aufschwung der Becken-Asse hatten, freuten sie sich mit Sören Meißner und Leonie Beck trotz des knapp verpassten Staffel-Goldes. «Das ist ein sehr schöner Abschluss, mit dem Team auf dem Silberrang zu sein, gerade mit meiner Freundin», sagte der 20-jährige Wellbrock.

Nach der WM-Nullnummer von vor einem Jahr war der Deutsche Schwimm-Verband im Freiwasser in Schottland besser als vor zwei Jahren bei der EM in den Niederlanden. «Unser Ziel war noch eine Teammedaille, jetzt ist es Silber geworden in einem unglaublich spannenden Rennen», sagte Bundestrainer Stefan Lurz nach dem Wettkampf über 4 x 1,25 Kilometer. Nach 52:35 Minuten fehlten im Loch Lomond bei Stirling 0,6 Sekunden auf Gold, das Olympiasieger und Routinier Ferry Weertman den Niederländern sicherte.

«Die Freiwasserschwimmer haben einmal mehr gezeigt, dass wir in Europa eine Top-Nation sind», erklärte DSV-Präsidentin Gabi Dörries. «Und die Beckenschwimmer haben sich mit acht Medaillen, darunter auch das sensationelle Gold von Florian Wellbrock und der Freistil-Mixed-Staffel, eine Top-Fünf-Platzierung in der Nationenwertung gesichert.»

Die vorolympische WM in einem Jahr im südkoreanischen Gwangju wird zeigen, was die deutschen Schwimmer-Resultate bei den ersten European Championships eine Stufe höher wert sind. Nach den Sommerspielen 2020 in Tokio wird dann Bilanz gezogen, auch was die Arbeit von Chefbundestrainer Henning Lambertz betrifft.

Wellbrock, wie Freundin Köhler zweimaliger Medaillengewinner im Becken und Staffel-Zweiter im Freiwasser, will sich Optionen in beiden Schwimm-Sparten offen halten. Die viertbeste je erreichte Zeit über 1500 Meter Freistil weist eine vielversprechende Becken-Zukunft für Wellbrock. Aber auch der Freiwasser-Auftritt vom Samstag zeigte sein Potenzial, wenngleich der Magdeburger am Ende dem ausgebufften Weertman nicht gewachsen war. «Ich bin davon überzeugt, dass Florian das lernen wird die nächsten Jahre, wenn er dabei bleibt», sagte Lurz, dessen Team zuletzt vor vier Jahren EM-Gold gewonnen hatte.

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