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Eishockey : DEL: EHC München fordert das Establishment heraus

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Neuer Besitzer, neue Stars, neue Ziele und ein renoviertes Stadion - beim EHC München weht seit der Übernahme durch Red Bull ein frischer Wind. Der Club wird auf einmal als Mitfavorit auf die Meisterschaft in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) gehandelt.

Entsprechend hoch siedelt der neue Trainer Pierre Pagé das Saisonziel an: «Wir wollen in der Position sein, Titelverteidiger Eisbären Berlin im Kampf um die Meisterschaft herausfordern. Ich habe den Spielern gesagt, dass es kein anderes Ziel gibt», sagte er.

Mit 13 Millionen Euro sind die Münchner nach Angaben der Fachzeitung «Eishockey News» der neue Etatkrösus der Liga und haben damit die bisherigen Branchenriesen Eisbären Berlin und Adler Mannheim überflügelt. «Wir wollen etwas Besonderes machen. München ist eine Stadt der Meister, da reicht es nicht aus, Durchschnitt abzuliefern», betonte Pagé. Das Besondere: Der Hauptsponsor duldet neben sich nur zwei weitere Werbepartner (FTI und Hacker-Pschorr), alle anderen Sponsoren wurde angeboten, ihr Engagement auf den Hospitality-Bereich zu konzentrieren.

Bande und Eisfläche präsentieren sich in München im Gegensatz zu allen anderen DEL-Arenen nahezu werbefrei. Bereits seit einem Jahr fungierte der österreichische Brausehersteller als Haupt- und Namenssponsor, in der Sommerpause hat er sämtliche Gesellschaftsanteile vom bisherigen Eigner Michael Phillips übernommen und gliederte sie in sein gigantisches Sport-Imperium mit Formel 1, Fußball und Extremsport ein.

«Die Investitionen von Red Bull sind ein Statement, dass man es sehr ernst meint mit dem Eishockey in München», sagte Manager Christian Winkler, der eine «neue Zeitrechnung» angebrochen sieht: «Jetzt soll Eishockey den Stellenwert kriegen, den es verdient.» Auch DEL-Geschäftsführer Gernot Tripcke ist froh, «einen neuen starken Partner in der Liga zu haben».

Rund ein Fünftel des Budgets wurde in die Modernisierung der in die Jahre gekommenen Eissporthalle im Olympiapark (Baujahr 1967) investiert, die mit einem Videowürfel, einem auf 300 Quadratmeter vergrößerten VIP-Bereich und komplett neuer Bestuhlung in frischem Glanz erstrahlt. Noch viel mehr Geld (5,8 Millionen) floss in die mit mehr als einem Dutzend Neuverpflichtungen verstärkte Mannschaft. Die beiden aktuellen Nationalspieler Yannic Seidenberg (aus Mannheim) und Alexander Barta (Rögle/Schweden) wechselten nach München, wie auch Nick Palmieri (Connecticut), ein ehemaliger WM-Teilnehmer der USA. «Die Chemie in der Mannschaft hat vom ersten Tag an gestimmt», befand Barta, «wir haben genügend Qualität im Kader, um Berlin zu jagen.»

Schon einmal leistete der 65-jährige Kanadier Pagé im deutschen Eishockey nachhaltige Aufbauarbeit: Im Januar 2002 übernahm er die Eisbären Berlin im Tabellenkeller der DEL. Bei seinem Abschied fünf Jahre später waren die Hauptstädter zweimal Meister. Unter ihm reiften die heutigen Eisbären-Stars Frank Hördler, André Rankel und Florian Busch zu Nationalspielern. Auch in der bayerischen Landeshauptstadt setzt Pagé neben den neuen Stars auf den Nachwuchs: Ein halbes Dutzend junger Spieler ergänzt den Kader. Eine Mannschaft mit Junioren aus München und Salzburg wird künftig in der russischen Nachwuchsliga teilnehmen und nahe des österreichischen Firmensitzes baut Red Bull eine Nachwuchsakademie, die in einem Jahr in Betrieb genommen wird. «Wir wollen den Eishockey-Messi entwickeln», lautet Pagés Vision.

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erstellt am 11.Sep.2013 | 11:42 Uhr

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