Euro Meet in Luxemburg : Deutsche Schwimmer starten EM-Qualifikation

Möchte mit den deutschen Schwimmern wieder in die Weltspitze: Chefbundestrainer Henning Lambertz.
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Möchte mit den deutschen Schwimmern wieder in die Weltspitze: Chefbundestrainer Henning Lambertz.

Nach Enttäuschungen bei Olympia 2016 und der WM im 2017 hat der Deutsche Schwimm-Verband seinen Qualifikationsmodus umgestellt. Die nationalen Titelkämpfe haben für EM-Tickets nicht mehr die Bedeutung der Vergangenheit. Der Cheftrainer setzt auf Eigenverantwortung.

shz.de von
25. Januar 2018, 11:02 Uhr

Neuer Modus, neue Erfolge? Der Deutsche Schwimm-Verband schlägt zwei Jahre vor den Olympischen Spielen in Tokio einen neuen Quali-Kurs ein.

Die deutschen Meisterschaften sind im Gegensatz zur Vergangenheit nicht mehr entscheidend für das Ticket zum Saisonhöhepunkt - 2018 ist das die EM im August. Die Normen sollen jetzt früh im Jahr erreicht werden und den Sportlern viel Gestaltungsraum für das Training mit den Heimtrainern lassen.

«Die Jagd nach Normzeiten wird eröffnet. Einige unserer Athleten werden versuchen, ganz früh im Jahr diesen Step zu machen», sagte Chefbundestrainer Henning Lambertz der Deutschen Presse-Agentur. «Die Sportler, die das schaffen, haben dann viel Ruhe und Planungssicherheit für den weiteren Saisonverlauf. Das ist ein Vorteil.»

Das Euro Meet von diesem Freitag an bis Sonntag in Luxemburg ist die erste Qualifikationschance für die Athleten des Deutschen Schwimm-Verbandes (DSV), die für die geforderten EM-Normen bis zum 29. April Zeit haben. Die besten Ergebnisse zum Auftakt werden den deutschen Spitzenathleten zugetraut: Brustschwimmer Marco Koch, Schmetterlingsschwimmerin Franziska Hentke und Lagen-Ass Philip Heintz. «Die drei haben eine so hohe Qualität, dass sie in der Lage sein könnten, relativ früh im Jahr in Luxemburg die geforderten Normen zu unterbieten», sagte Lambertz. 

Beim Wunsch, den Anschluss an die Weltspitze herzustellen, versuchte der DSV schon viele Qualifikationsmodelle. Harte Normen, weiche Normen, langer Abstand zwischen der DM als Qualifikationswettkampf und dem Saisonhöhepunkt oder auch kürzere Abstände. «Es gab immer wieder Beschwerden über die Terminierung der deutschen Meisterschaften. Es allen recht zu machen, ist fast unmöglich. Es gibt klare und harte Normen, aber wir erlauben den Athleten mit ihren Heimtrainern durch die veränderte Qualifikation eine individuelle Vorbereitung auf das Topevent», sagte Lambertz.

Die Sportler möchten sich früh in der EM-Saison nicht unter Druck setzen. «Wenn die Norm jetzt schon fällt, wäre es natürlich super. Aber wenn nicht, ist es auch kein Beinbruch. Wir bereiten den Wettkampf nicht großartig vor. Es wird also eine Überraschung», hielt sich Hentke mit einer Prognose zurück. Sie hatte bei der WM im Vorjahr mit Silber als einzige DSV-Schwimmerin eine Medaille gewonnen. Bei den Sommerspielern 2016 war das Team leer ausgegangen.

Brustschwimmer Koch fand seine 2:09,74 Minuten vor einer Woche über 200 Meter «absolut in Ordnung». Jetzt startet er mit «voller Konzentration» in das Schwimm-Meeting. Internationale Größen wie Katinka Hosszú, Laszlo Cseh (beide Ungarn), Adam Peaty (Großbritannien) oder die Schwedin Sarah Sjöström haben sich für den Wettkampf angekündigt.

Der Zeitpunkt, wann und bei welchem Wettkampf die deutschen Schwimmer die geforderten Normzeiten knacken, spielt keine Rolle mehr, solange es innerhalb des Qualifikationszeitraums gelingt. Wie im Vorjahr gibt es für U23-Sportler vereinfachte Normen, die Anforderung für ein Staffel-Ticket wurde gesenkt. Bei den deutschen Meisterschaften vom 19. bis 22. Juli in Berlin müssen die qualifizierten Sportler starten, dort aber keinen Leistungsnachweis mehr erbringen.

Die EM findet in diesem Jahr in einer neuen Form statt: Bei den European Championships in Glasgow und Berlin vom 2. bis 12. August kämpfen Beckenschwimmer, Turner, Radsportler, Golfer, Triathleten, Synchronschwimmer, Wasserspringer und Freiwasserschwimmer in Schottland um Titel. In Berlin sind die Leichtathleten vom 7. bis 12. August am Start.

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