Inspektionen bei Firmen : Brüssel: Mögliche Kartellabsprachen von Sportrechtehändlern

EU-Flaggen sind vor dem Gebäude der Europäischen Kommission in Brüssel aufgezogen. /EPA
EU-Flaggen sind vor dem Gebäude der Europäischen Kommission in Brüssel aufgezogen. /EPA

Sportrechtehändler in mehreren EU-Ländern stehen im Visier der EU-Kommission. Wegen des Verdachts auf Kartellabsprachen werden die Firmen überprüft. Solche Ermittlungen können sich über Jahre hinziehen.

shz.de von
11. April 2018, 16:16 Uhr

Wegen des Verdachts möglicher Kartellabsprachen hat die EU-Kommission Sportrechtehändler in mehreren EU-Ländern überprüft. Die Brüsseler Behörde bestätigte nicht angekündigte Inspektionen bei mehreren Firmen.

Ermittler sollen unter anderem die Londoner Büros des Medienkonzerns 21st Century Fox durchsucht haben, wie britische Medien übereinstimmend berichteten. Nähere Details gab es zunächst nicht. Die EU-Kommission erklärte, es bestünden Bedenken, dass die Unternehmen gegen EU-Wettbewerbsrecht verstoßen haben könnten. Solche nicht angekündigten Überprüfungen seien ein erster Schritt bei möglichen wettbewerbswidrigen Praktiken, aber noch kein Beleg für solche Verstöße. Die Unternehmen hätten das Recht, in einem Kartellverfahren gehört zu werden.

Eine Frist für die Untersuchung gibt es nicht. Kartellermittlungen der Wettbewerbshüter können sich über Monate oder gar Jahre ziehen. Im äußersten Fall sind Geldstrafen in Höhe von bis zu 10 Prozent des Jahresumsatzes des betroffenen Unternehmens möglich. Die Strafen können reduziert werden, je nachdem, wie stark die Firmen mit den Ermittlern kooperieren.

Die Untersuchungen bei Fox sollten englischen Medien zufolge am Mittwoch und Donnerstag fortgesetzt werden. «Fox Networks Group kooperiert voll und ganz mit der Untersuchung der Europäischen Kommission», wurde ein Sprecher der Fox Networks Group zitiert.

21st Century Fox ist Teil des Medienimperiums von Rupert Murdoch. Fox strebt schon länger eine vollständige Übernahme des Medienunternehmens Sky an, über die die zuständige britische Aufsichtsbehörde, die Competition and Markets Authority (CMA) erst noch entscheiden muss. Wegen Bedenken der CMA, Fox könne nach der Übernahme von Sky zu viel Kontrolle über britische Medien gewinnen, hat die Murdoch-Familie angeboten, den Sender Sky News auszugliedern oder an den Disney-Konzern zu verkaufen. Die Europäische Kommission hat dem Deal bereits zugestimmt.

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