Kein Kampf mehr : Wladimir Klitschko beendet seine beispiellose Box-Karriere

Wladimir Klitschko ehemaliger Weltmeister im Schwergewicht nach Version der IBF, WBO, WBA und IBO. Er galt über viele Jahre bei Fachzeitschriften und in den unabhängigen Ranglisten als Nummer 1 im Schwergewicht. Er ist der jüngere Bruder von Vitali Klitschko. /Archiv
Wladimir Klitschko ehemaliger Weltmeister im Schwergewicht nach Version der IBF, WBO, WBA und IBO. Er galt über viele Jahre bei Fachzeitschriften und in den unabhängigen Ranglisten als Nummer 1 im Schwergewicht. Er ist der jüngere Bruder von Vitali Klitschko. /Archiv

Es gibt keinen Rückkampf mehr gegen Anthony Joshua. Der ehemalige Champion hängt die Boxhandschuhe an den Nagel.

shz.de von
03. August 2017, 10:32 Uhr

Hamburg | Der ehemalige Boxweltmeister Wladimir Klitschko beendet mit sofortiger Wirkung seine beispiellose Box-Karriere. Das gab am Donnerstag das Klitschko-Management (KMG) bekannt. „Ich habe mir nach meinem letzten Kampf gegen Anthony Joshua bewusst genügend Zeit zur Entscheidungsfindung genommen“, sagte Klitschko laut der KMG-Mitteilung. „Ich habe als Amateur und Profi alles erreicht und kann jetzt gesund und zufrieden die spannende Karriere nach der Karriere angehen.“

„Ich hätte es nie für möglich gehalten, dass ich eine so lange und erfolgreiche sportliche Laufbahn haben würde“, so Klitschko weiter. „Ich danke allen von Herzen, die mich dabei immer unterstützt haben. Vor allem meiner Familie, meinem Team und meinen vielen Fans.“

In einem Video auf seiner Facebook-Seite teilt Klitschko seinen Fans den Rücktritt mit.

 

KMG-Geschäftsführer Bernd Bönte erklärte, Klitschko habe „definitiv den richtigen Entschluss“ nach einer einzigartigen Karriere gewählt: „Wladimir hatte immer gesagt, wenn die Motivation nicht mehr da ist, werde er aufhören“.

Der Ex-Champion aus der Ukraine schlug die Offerte für einen Rückkampf gegen seinen Bezwinger Anthony Joshua aus. Den ersten Kampf hatte Klitschko am 29. April in London gegen den britischen Olympiasieger durch technischen K.o. in der elften Runde verloren.

Ringpause nach der fünften Runde: Wladimir Klitschkos Augenwunde wird notdürftig behandelt, sein Bruder Vitali (rechts) schaut besorgt zu.
Ringpause nach der fünften Runde: Wladimir Klitschkos Augenwunde wird notdürftig behandelt, sein Bruder Vitali (rechts) schaut besorgt zu.

Seitdem war fraglich, ob der jüngere Bruder von Vitali Klitschko überhaupt noch einmal in den Ring steigt. Bei einem Rückkampf wäre es neben den Titeln von WBA und IBO auch um den Gürtel der IBF gegangen.

Klitschko zählt zu den erfolgreichsten Sportlern der Box-Geschichte.

Seine Laufbahn bei den Amateuren krönte er mit dem Olympiasieg 1996 in Atlanta. Danach startete er bei den Profis durch: Von 2000 bis 2003 und von 2006 bis 2015 war der „kleine Klitschko“ Weltmeister im Schwergewicht. Nach dem legendären Joe Louis war er der am längsten amtierende Schwergewichts-Champion der Box-Historie. Er vereinigte damals die WM-Gürtel der Weltverbände WBA, WBO, IBF und IBO.

Wladimir Klitschko bei der Schwergewichts-Meisterschaft in Kalifornien 2002.
dpa

Wladimir Klitschko bei der Schwergewichts-Meisterschaft in Kalifornien 2002.

Von 2008 bis 2012 waren die Brüder Vitali (damals WBC-Champion) und Wladimir Klitschko sogar gleichzeitig Weltmeister und hielten alle verfügbaren WM-Titel. Wladimir Klitschkos Profirekord steht bei 69 Kämpfen, von denen er 64 gewann, 54 davon vorzeitig. Er bestritt 29 WM-Kämpfe, was ebenfalls eine Bestmarke im Schwergewicht ist.

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